Das Amtsgericht Villingen hat bei der Kikripp einen vorläufigen Insolvenzverwalter eingesetzt. Die Geschäftsführung verliert damit die Kontrolle über die Kita.
Jetzt ist es offiziell: Nach einer Prüfung durch das Insolvenzgericht Villingen-Schwenningen ist der Insolvenzantrag der Kikripp am Freitag offiziell bestätigt worden. Das Gericht hat einen vorläufigen Insolvenzverwalter eingesetzt und auch erste Sicherungsmaßnahmen angeordnet. Das geht aus der offiziellen Mitteilung des Insolvenzgerichts hervor. Das bedeutet für die Einrichtung einen deutlichen Einschnitt.
Damit liegt – eine Woche, nachdem die Kindertageseinrichtung mitgeteilt hatte, einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt zu haben – nun die erste Entscheidung des Insolvenzgerichts vor. So wurde das Vermögen der Kita bis zu einer endgültigen Entscheidung über das Insolvenzverfahren gesichert.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Acherner Rechtsanwalt Dirk Pehl bestellt. Seine Aufgabe ist es nun, die wirtschaftliche Lage der Kikripp zu prüfen und festzustellen, ob genügend Mittel vorhanden sind, um ein Insolvenzverfahren durchzuführen, und ob der Betrieb fortgeführt werden kann.
Mit der Entscheidung des Gerichts verliert die Geschäftsführung der Kikripp einen Großteil ihrer finanziellen Handlungsspielräume. Verfügungen über Konten und Vermögen sind nur noch eingeschränkt möglich, zentrale Entscheidungen liegen nun beim Insolvenzverwalter.
Keine Zwangsvollstreckungen möglich
Aus der Mitteilung geht ebenfalls hervor, dass Gläubiger vorerst keine Zwangsvollstreckungsmaßnahmen mehr durchführen dürfen. Bereits laufende Verfahren werden gestoppt. Ziel ist es, die wirtschaftliche Situation zu stabilisieren und einen geordneten Ablauf des weiteren Verfahrens zu ermöglichen.
Ob das Insolvenzverfahren tatsächlich eröffnet wird und wie es mit der Kikripp weitergeht, ist derzeit noch offen. Der vorläufige Insolvenzverwalter soll nun unter anderem klären, ob eine Fortführung der Einrichtung wirtschaftlich möglich ist.
Damit erreicht der seit Monaten andauernde Konflikt zwischen dem Träger der Kikripp und der Stadt Villingen-Schwenningen eine neue Stufe. Während sich beide Seiten weiterhin gegenseitig schwere Vorwürfe machen, liegt die Entscheidung über die Zukunft der Einrichtung nun zunächst beim Insolvenzverwalter.