Die Mitglieder der Ortsgruppe (von links): Ulrich Vallon, Monika und Sigmar Honegg, Simone Breumann, Werner Alexander, Werner Krauß und Doris Deppe. Foto: Steinmetz

Die Grünen wollen mit einer eigenen Liste bei den Kommunalwahlen in Starzach antreten. Eine Ortsgruppe ist am 11. Januar gegründet worden. Am Donnerstag stellte sie sich in Sulzau erstmals der Öffentlichkeit vor.

Vorausgegangen waren Gespräche unter anderem mit der Landtagsabgeordneten Cindy Holmberg im März vergangenen Jahres bei einem Termin in Mössingen, dem Landtagsabgeordneten für den Wahlkreis Tübingen, Daniel Leda Abal, und dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Chris Kühn. Außerdem fanden Treffen mit Mitgliedern des Ortsverbands Tübingen und Rottenburg statt, die auch über die weitere Vorgehensweise berieten. Die Gründung der Ortsgruppe sei bereits Mitte Oktober vergangenen Jahres beschlossen worden, teilte Sigmar Honegg bei der Versammlung in Sulzau mit.

 

Jörg Bischof referiert

Vom Ortsverband Rottenburg war Jörg Bischof gekommen: Er referierte über die Bundespolitik der Grünen. Eine der Aufgaben werde es sein, das Vertrauen in die Demokratie zu erhöhen. Als Erfolg bezeichnete er es, dass inzwischen 55 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Dabei sei die Versorgungssicherheit immer vorhanden gewesen. Wohl wissend, dass er in Starzach in Reizthema ansprach, betonte er: „Wir brauchen die Windkraft auch bei uns.“

Die neu gegründete Ortsgruppe will sich denn auch für den Ausbau der erneuerbaren Energien auf kommunalen Flächen einsetzen – Windenergie mit eingeschlossen. An erster Stelle des Wahlprogramms, das Ortsgruppen-Sprecher Ulrich Vallon vorstellte, stehen „Demokratie und bürgerschaftliches Engagement“. Vallon: „Wir wollen eine offene und ehrliche Gesprächskultur, die unterschiedliche Meinungen verträgt und mehrheitliche Entscheidungen mitträgt.“ Die Ortsgruppe sei bereit, mit allen demokratischen Parteien und Interessenvertretungen zusammenzuarbeiten. Als konkrete Maßnahmen für den Natur- und Umweltschutz wollen die Mitglieder der Ortsgruppe unter anderem öffentliche Grünflächen naturnah umgestalten. Sie setzen sich für die Artenvielfalt und einen Biotopverbund ein.

Klimaneutraler Umbau

Ein weiteres Ziel mit Blick auf Klimaschutz und Energiewende ist es, eine kommunale Wärmeplanung mit Bürgerbeteiligung zeitnah umzusetzen. Der klimaneutrale Um- und Ausbau der Kommune solle in der Satzung der Starzacher Satzung verankert werden. Letzter Punkt: Die Ortsgruppe will sich für eine soziale, gerechte und moderne Gemeinde stark machen. So solle die Verwaltung bürgerfreundlich digitalisiert werden, sich zu einer Fair-Trade-Kommune entwickeln und die Herausforderungen des demografischen Wandels angehen.

Sigmar Honegg aus Felldorf hat vor, auf der Liste der Grünen für den Kreistag zu kandidieren. Ihn interessierten Themen wie ÖPNV, erneuerbare Energien und der Kreisetat, der allerdings ein schwieriges Thema sei.

Für den Gemeinderat Starzach will sich Werner Alexander aus Bierlingen aufstellen lassen. Neben erneuerbaren Energien nannte er Schule, Kindergärten und Kanalisation als Themenschwerpunkte. Monika Honegg aus Felldorf kandidiert zum wiederholten Mal für den Starzacher Gemeinderat. „Umwelt und Natur, aber auch für die Demokratie zu kämpfen“ seien ihr wichtig. Im Gemeinderat könne man etwas bewegen, sagte die 65-Jährige, die hofft, vor allem noch jüngere Leute für eine Kandidatur motivieren zu können.

Bürgermeister Thomas Noé versicherte, dass er keine Berührungsängste habe, wenngleich er den Grünen nicht nahe stehe. Es sei grundsätzlich gut, wenn jemand ein Wahlamt anstrebe. Er zog allerdings auch wieder einen Vergleich mit der großen Politik: „Was man mit dem Vizekanzler gemacht hat, macht man seit Jahren mit mir.“ Zwei weitere Veranstaltungen der Ortsgruppe sind in diesem und nächsten Monat geplant. Der Ort steht noch nicht fest.