Markus Lauffer (links), der amtierende Vorsitzende des Jugendförderungswerks, berichtet im Ausschuss für Jugend Bildung und Soziales über die aktuelle Entwicklung im Kulturzentrum Klosterhof. Foto: Daniela Schneider

Im Jugend- und Kulturzentrum Klosterhof gibt es Veränderungen. Das Jugendförderungswerk hat dem bisherigen Geschäftsführer die Kündigung ausgesprochen.

Seit vergangenem Juni ist Markus Lauffer der neue Vorsitzende des Jugendförderungswerks Villingen-Schwenningen. Jetzt berichtete er im Gemeinderatsausschuss für Jugend, Bildung und Soziales, was sich im Jugend- und Kulturzentrum Klosterhof tut. Das Jugendförderungswerk ist seit 2018 Betriebsträger des Zentrums und hatte für dieses seit 2020 einen Geschäftsführer eingestellt. Die Zusammenarbeit mit diesem hat man nun aber aufgekündigt, wie Markus Lauffer in der Ausschusssitzung berichtete.

 

Noch vor fünf Monaten hatte sein Amtsvorgänger zwar betont, dass sich der Geschäftsführer „ins Zeug“ lege, aber das reichte den Verantwortlichen jetzt offenbar dann doch nicht aus.

„Unsere Erwartungen wurden nicht erfüllt“, erklärte Markus Lauffer, der nunmehr seit dem 30. September, dem Tag der Kündigung, die Aufgabe des Geschäftsführers interimsweise selbst übernimmt, unterstützt von weiteren Ehrenamtlichen. Er betont gleichzeitig, dass die Stelle ausgeschrieben worden sei und es auch schon „vielversprechende Bewerbungen“ gebe. Man suche für die Aufgabe einen „erfahrenen Eventmanager“.

„Haben sauberen Schnitt gemacht“

Auf Nachfrage von Ulrike Heggen (FWV), wo denn genau das Problem mit dem bisherigen Geschäftsführer gelegen habe, sagte Lauffer, dass dieser den Klosterhof nur „als Zweitarbeitsplatz“ gehabt habe. Es habe Beschwerden von Veranstaltern gegeben, dass es zum Beispiel mit der Kommunikation gehakt habe. Man habe zwar noch versucht, durch Gespräche eine Verbesserung zu erzielen, hab das aber nach dem dritten, vierten Versuch sein gelassen, weil man keine Basis mehr gesehen habe. „Wir haben einen sauberen Schnitt gemacht und dann war gut“, fasste Lauffer seine Sicht der Dinge zusammen.

In die Sitzung war er aber auch gekommen, um turnusgemäß über die Aktivitäten im Klosterhof im Jahr 2024 und die nächsten Vorhaben zu berichten.

Besucherzahlen Man habe wieder ein „vielseitiges und buntes Veranstaltungsprogramm aufgestellt“. Rund 10 000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene hätten das Zentrum im Rahmen der Eigenveranstaltungen in diesem Jahr besucht und positives Feedback hinterlassen. Hinzu gekommen seien außerdem Gastveranstaltungen, Schülerpartys und andere Vermietungen.

Pläne für die Zukunft
Für die Zukunft habe man viele Pläne: So soll es eine Street Culture Day und ein Projekt namens „Create a movie“ ebenso geben wie weiterhin die Stage Sessions und offene Bühnen und die Gelegenheit zum Graffitisprühen. Ebenfalls angedacht: eine interaktive Kinderbuchlesung, erneute Auftritte der Formationen Abbamaniac, Papis Pumpels und Bonfire und ein Präventionstag im Mai zusammen mit DRK, Caritas und der Stadt VS.

Lob für das Programm Aus den Reihen des Gemeinderats kam zunächst viel Lob für die Aktivitäten. Katharina Hirt (CDU) meinte in Richtung Markus Lauffer: „Man merkt Ihnen Ihre Begeisterung an. Wir wünschen viel Elan und dass Ihnen die Ideen nicht ausgehen.“ 10 000 Besucher seien „schon eine Nummer“ meinte sie. Anita Schaumann (AfD) betonte, dass das Zentrum gut angenommen werde und sie selbst auch gerne hingehe. Wichtig sei es, „auch mal an die ältere Jugend zu denken“. Nicola Schurr (SPD) meinte: „Sie haben es geschafft, nach stolprigen Anfängen dort eine Linie reinzubringen.”

Jugend mehr in den Fokus Auch Ulrike Heggen (FWV) lobte das „große Programm, das Sie anbieten“. Vor allem im Kinderbereich finde sehr viel statt und das werde auch sehr gut angenommen. Allerdings merkte sie an, was auch schon in der Vergangenheit von anderer Stelle kritisiert wurde: Sie frage sich nämlich, ob man tatsächlich dem Begriff „Jugend- und Kulturzentrum“, als welches es ja einmal angedacht war, gerecht werde. Für sie persönlich – und das bekomme sie auch ab und zu rückgekoppelt – sei das für Jugendliche ein bisschen zu wenig.

Markus Lauffer versicherte: „Da sind wird dran.“ In der Vergangenheit sei das wirklich nicht optimal gewesen. Es sei aber auch sehr schwer, „Jugendliche in den Klosterhof zu locken“. Aus seiner eigenen Erfahrung berichtete er, dass, wenn er Schülerinnen und Schüler danach frage, das Zentrum diesen gar kein Begriff sei. Das müsse man ändern.

Constanze Kaiser (Grüne) ging derweil noch einmal auf das Programm ein. Ihre Kritik: „Die Jugend wird hier noch nicht gehört. Bislang ist nur eine männliche und ältere Perspektive drauf.“ Sie würde sich wünschen, dass das Programm eines von Jugendlichen für Jugendliche wäre. Grundsätzlich bestätigte auch sie: „Es wäre gut, dass die Jugendlichen diesen Raum kennenlernen und auch wieder hinfinden.”

Reaktion auf Kritik Nicola Schurr meinte derweil, dass Kritik in Teilen gerechtfertigt sei, gab aber auch zu bedenken, dass die Jugend durchaus schon mitmache: So habe das „Chili con Culture“-Festival zwar in Zusammenarbeit mit dem Jugendgemeinderat stattgefunden. Zu einer zweiten Auflage sei es aber unter anderem deswegen nicht gekommen, weil die jugendlichen Akteure aktuell nicht die Power hätten, das noch einmal zu stemmen. Gleichzeitig verwies Schurr auf das große Elektrofestival, das insbesondere für Jugendliche gedacht gewesen sei.

Er gab zu bedenken, dass die Personaldecke dünn sei. „Eine Person und die Ehrenamtlichen schaffen das nicht“, meinte er. Da müsse man konzeptionell noch mal ran, aber das dann auch mit Stellen hinterlegen. Sein Fazit: „Wenn man mehr machen möchte, muss man sich die Rahmenbedingungen anschauen.“ Die Schulen seien schon lang angesprochen, jetzt reagierten sie und das sei gut. Dem Klosterhofteam dankte er für die gute Arbeit.

Das Platzproblem Ein Thema sprachen sowohl Schurr als auch andere an: Der Proberaum im Klosterhofzentrum habe mehr versprochen als er halte. Auch Markus Laufer bestätigte das: Der Raum sei weiß und leer – und zu klein zum Beispiel zum Üben für eine jugendliche Band. Für die „ist es eigentlich nix“, meint er. Stattdessen nutzte man diesen Raum jetzt vor allem für Besprechungen.

Auch der stellvertretende Vorsitzende des Jugendförderungswerks, Dieter Sirringhaus, war in der Ausschusssitzung vor Ort und merkte in diesem Zusammenhang an, dass man zuletzt auch schon einmal dazu übergegangen sei, Bands die Bühne für Probezwecke zu überlassen.

Insgesamt habe man das Problem, dass es „zu wenig Räume“ gebe. Das Foyer sei zu klein und dass es nur eine Garderobe gebe, sei immer dann natürlich schwierig, wenn männliche und weibliche Akteure sich gleichzeitig umziehen wollen. Und an die Adresse der Stadt erging noch die Bitte: „Die Unterstützung des Hausmeisters wäre ab und zu mal notwendig, haben wir in letzter Zeit festgestellt.“

Das Programm

Veranstaltungen für Kinder
Zu den Veranstaltungen für Kinder zählten 2024 der Winterzauber mit Theaterstück, die Kinderfasnet, Spielangebote an Ostern, das Kinderferienprogramm, Kürbisschnitzen im Herbst und die Halloween-Kinderparty, der Nikolausnachmittag und die Auftritte von Puppentheatern.

Musik und mehr
Die Jam Sessions mit offener Bühne, bei denen Musikerinnen und Musiker auftreten und sich austauschen können, sind beliebt, und etliche Konzerte, die im Kulturzentrum veranstaltet wurde, kamen gut an, ebenso wie die „Jedermann“-Theaterinszenierung.

Speziell für Jugendliche
Jugendliche hatte man ebenso mit verschiedenen Formaten im, Blick, zum Beispiel mit dem House und Techno Open Air Ventus und dem Techno-Neo-Festival, einem E-Sport-Turnier, mit Open-Air-Kino und dem Chili-con-Culture-Festival in Zusammenarbeit mit dem Jugendgemeinderat, mit einem Punk-und einem Rock-Konzert, einem Konzert der Queen-Teens, mit Schulabschluss- und Studentenpartys und Auftritten lokaler Nachwuchskünstler