Eine Stadt mit 38 Jahren Bauzeit bildet einen Höhepunkt bei den Schwarzwälder Klötzlestagen in Bad Wildbad. Foto: Ulrike Knöller

Viele Legofans stecken Jahre in ein einziges Bauwerk. So auch Wolf Geiger, der 38 Jahre lang an seinem Kunstwerk aus Klemmbausteinen gearbeitet hat, das nun bei den Klötzlestagen in Bad Wildbad zu sehen war.

Auf die Frage, was das Hobby Lego ausmacht, antwortet Kerstin Walker, die Vorsitzende des Vereins L-Brick: „Die eine Leidenschaft Lego gibt es nicht, es kann auf sehr viele Arten ausgelebt werden. Dies wiederum macht einen breiten Teil der Faszination aus.“

 

Die verschiedenen Facetten der Beschäftigung mit den bunten dänischen Bausteinen konnte man bei den vierten Schwarzwälder Klötzlestagen in Bad Wildbad hautnah miterleben. Das Forum König-Karls-Bad hatte sich an zwei Tagen in ein Paradies für große und kleine Legofans verwandelt.

25 Meter lange Kugelbahn

Der Modellbauverein L-Brick aus Leipzig hatte einmal mehr ganze Arbeit geleistet. Bis ins kleinste Detail wurden von ihnen und eingeladenen Ausstellern Kunstwerke erschaffen, beispielsweise die Stadt Arda aus 500 000 einzelnen Steinen, an der Wolf Geiger 38 Jahre gearbeitet hat. Einen weiteren Höhepunkt stellte die 25 Meter lange Kugelbahn dar, bei der auf ausgeklügelte Art und Weise Kugeln rundum befördert werden. Ganz besonders ist zudem, dass bei Verdunklung nur die nachtleuchtenden Bauelemente und die sich bewegenden Bälle zur Geltung kommen. Ben Stöver, von der Steinhanse aus Norddeutschland, erzählt von einem geplanten Weltrekordversuch mit der größten Kugelbahn der Welt im November in Hamburg. Diese wird eine Tischlänge von 230 Metern haben und mit fast doppelt so vielen vorgefertigten Modulen aus ganz Europa wie beim bisherigen Rekord bestehen. Für die zahlreichen Besucher gab es zusätzlich zu dem wie immer gut bestückten Legoflohmarkt die Herausforderung, selbst zum Baumeister zu werden. Für sie waren eigens Grundgerüste aufgebaut worden, in das Hunderte vorgefertigte Module gesteckt werden durften und so die unterschiedlichsten Burganlagen oder Mondbasen entstehen konnten.

Vier Technikbauer des umtriebigen Legovereins aus der sächsischen Metropole standen an beiden Tagen geduldig für Fragen aus den Bereichen Beleuchtung, Motoren, Mindstorms, Kranbau oder zu bewegten Modellen, bereit. Auch ein Suchspiel und das Besucherquiz mit von der Touristik gesponserten Lego-Sets als Preis durften nicht fehlen.

Kreative Köpfe

Alexander und Conny von der Brelie aus Huglfing lassen sich das Event in Bad Wildbad nicht mehr entgehen, seit sie bei der ersten Teilnahme 2023 mit einem roten Flügel in Originalgröße für Furore sorgten. Die mehr als 40 000 Legosteine wurden im vergangenen Jahr zu einem Kühlschrank verarbeitet und in diesem Jahr haben sich die beiden erneut etwas Außergewöhnliches einfallen lassen. Eine funktionierende Jukebox aus 15 000 Steinen ist das Ergebnis der kreativen Köpfe.

Das Besondere an den Klötzlestagen in Bad Wildbad ist für Kerstin Walker zum einen die Vielfältigkeit der Ausstellung, die nicht an ein Thema gebunden ist und zum anderen die Bäderstadt und ihre Umgebung, in der sich nach der Ausstellung nette Urlaubstage verbringen lassen. Diese Möglichkeit wird von dem einen oder anderen der 40 Teilnehmer aus Leipzig, Kassel, Dortmund, Salzburg und dem Schwarzwald gerne genutzt. Auch Andrea Schmid von der Touristik Bad Wildbad zeigte sich mit der Resonanz an beiden Tagen äußerst zufrieden.