Die Gemeinde ist verpflichtet, eine kommunale Wärmeplanung durchzuführen. Und das, obwohl bereits ein Quartierskonzept erstellt wurde.
Alle Kommunen in Baden-Württemberg haben die gesetzliche Vorgabe, bis zum 30. Juni 2028 einen Wärmeplan zu erstellen. Auch die Gemeinde Bitz – und das, obwohl die Firma GP Joule bereits ein Quartierskonzept im Rahmen der Nahwärmekonzeption erarbeitet hat.
Doch das reicht nicht aus, wie Bürgermeisterin Raphaela Gonser in der jüngsten Gemeinderatssitzung in das Thema einführte. Warum? Der Unterschied zwischen einem kommunalen Nahwärmekonzept und einem Quartierskonzept liege darin, dass ein Quartierskonzept ein abgrenzendes Ortsteilgebiet betrachte, jedoch das kommunale Nahwärmekonzept das gesamte Gemeindegebiet.
Auf Bitz übertragen heißt das: Das Quartierskonzept für das geplante Nahwärmenetz wurde nur für den Ortskern sowie Teile im Süden der Gemeinde erstellt. Die restlichen Gebiete der Gemeinde folgen nun mit der kommunalen Wärmeplanung.
Vertrauter Partner
Für jene kann die Gemeinde auf ihren vertrauten Partner GP Joule zählen. Das Unternehmen hat das günstigste Angebot für die Erstellung des Wärmeplans abgegeben. Etwas mehr als 30.000 Euro werden für die Gemeindekasse fällig, was der Gemeinderat auch einstimmig goutierte. Klimaschutzmanager Roland Huber sprach in der Sitzung nicht umsonst von einem „sehr guten Angebot“. Weil über Ausgleichszahlungen des Landes rund 43.400 Euro nach Bitz fließen, ist diese Pflichtaufgabe für die Gemeinde gut zu verkraften. GP Joule sei auch deshalb so günstig, weil die Bieterin auf Daten von der Quartierskonzeption zurückgreifen könne.
Wozu dient die kommunale Wärmeplanung überhaupt? Das Ergebnis soll eine strategische, rechtlich unverbindliche Fachplanung sein, die aufzeigt, wie die Wärmeversorgung der Kommune mittel- und langfristig umweltfreundlich gestaltet werden kann. Sie dient der Ermittlung geeigneter Gebiete für Wärmenetze sowie der Identifizierung von Bereichen, in denen Einzelheizungen sinnvoll sind.
Potenziale ausloten
Mit dem Wärmeplan wird unter anderem der Bestand analysiert. Sprich: Energieverbrauch erheben und Heizsysteme, Gebäudebaujahre und vorhandene Konzepte erfassen. Es folgt eine Potenzialanalyse, die lokale Potenziale im Bereich erneuerbarer Energien, Abwärme und Energieeffizienz ermitteln soll. Resultieren soll aus den ersten beiden Schritten eine Umsetzungsstrategie. Heißt: die Entwicklung konkreter Maßnahmen zur Umsetzung der Potenziale.
Im weiteren Verlauf der Sitzung vergab das Gremium zudem einige weitere Aufträge. Darunter die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik. Für knapp 230.000 Euro wurden die Arbeiten, die Ende Juni beginnen sollen, an die Albstadtwerke als günstigste Bieterin vergeben. Abgeschlossen sein soll die Maßnahme Ende September.
LED-Leuchten steigen im Preis
Eigentlich hatte die Gemeinde im Haushalt für dieses Vorhaben lediglich mit 188.000 Euro kalkuliert. Die Preissteigerung sei auf enorm gestiegene Kosten der Leuchten sowie auf Demontage, Montage- und Fahrtkosten zurückzuführen; ebenfalls seien die Kosten der fachgerechten Entsorgung angehoben worden, heißt es in der Sitzungsvorlage. Ein Wermutstropfen: eine Fördersumme in Höhe von 75.200 Euro steht in Aussicht. Bei einer Enthaltung stimmte der Gemeinderat den LED-Lampen zu.
Thema in der Sitzung war auch das Ortszentrum. Dort muss die Eingangstüre erneuert werden, um Brandschutzauflagen zu erfüllen. Unter anderem mit einem entsprechenden Panik-Stoßgriff soll das Eingangselement ausgestattet sein. Unabhängig davon weise die bestehende Eingangstüre bereits Verschleißerscheinungen auf und habe eine sehr schlechte energetische Qualität. Die Gesamtkosten für die Arbeiten belaufen sich auf knapp 17.000 Euro. Der Gemeinderat gab einstimmig grünes Licht.
Damen-WC wird saniert
Bauarbeiten stehen auch in der Festhalle an – und zwar wird die Damentoilette renoviert. Die WC-Anlagen in der Festhalle sind laut Sitzungsvorlage stark sanierungsbedürftig und noch auf dem Stand aus dem Baujahr der Halle im Jahre 1964. Im Vorjahr wurde bereits die Herrentoilette – wenn auch mit Verzögerung wegen des Fliesenlegers – saniert. Nun ist das Pendant für die Damen an der Reihe. Kostenpunkt: 38.600 Euro. Auch dem stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.