Diese Darstellung zeigt die Lage von Kugel- und Salinenmoos in Schwenningen. Foto: Stadt VS

Wie kommt die Stadt VS beim Thema Klimaschutz voran? Einen Zwischenbericht gab es dazu in der Sitzung des Technischen Ausschusses.

Neu in den Blick genommen werden hier das Kugelmoos und das Salinenmoos auf Schwenninger Gemarkung. Denn Moore sind wichtige sogenannte Kohlenstoff-Senken. Das bedeutet, dass Moore CO2 aufnehmen und damit die CO2-Konzentration in der Luft reduzieren. Das Schwenninger Moos ist so eine CO2-Senke, und auch der VS-Stadtwald leistet einen wichtigen Beitrag, wie Forstamtsleiter Tobias Kühn in der Sitzung des Technischen Ausschusses zu diesem Thema ausführte.

 

Damit Moorböden ihr Potenzial zur Speicherung von organischem Kohlenstoff entfalten, müssen sie wiedervernässt werden. Das Kugelmoos liegt südlich von Schwenningen am Rande des Schwenninger Mooses und ist im westlichen Teil als Naturdenkmal geschützt. Es handelt sich laut Verwaltungsvorlage um ein Niedermoor, das in der Vergangenheit zum Torfabbau entwässert wurde.

Im Westen ist das Moor von einem Weiden-Bruchwald bestockt, während der östliche Teil von Fichten geprägt ist. Insgesamt umfasst die im Eigentum der Stadt Villingen-Schwenningen liegenden Fläche rund 8,4 Hektar, „wobei maximal die Hälfte davon ein Renaturierungspotenzial aufweist“. Das Moor wird durch einen zentralen Graben in West-Ost-Richtung entwässert, der nur wenige kurze Seitengräben umfasst.

Flächen mit Potenzial

Im Salinenmoos ist in den vergangenen Jahren das Vereinsheim des Aquarienvereins Schwenningen abgerissen und entsiegelt worden. Der Standort wurde anschließend mit Erlen bepflanzt. Die Fläche zwischen Salinen- und Kugelmoos ist an die DRK-Rettungshundestaffel verpachtet. Die südlich angrenzende Wiese liegt brach.

Sowohl im Kugel- wie auch im Salinenmoos wird einer etwa einjährigen Planungsphase gerechnet, bevor die Wiedervernässung in die Umsetzung geht. Erste Vorüberlegungen bestehen in der Einleitung von Grabenwasser ins Zentrum des Kugelmooses sowie in der Sohlanhebung des Kugelmoosbaches im Bereich des Salinenmooses. Mit Blick auf noch stehende Bäume im Salinenmoos merkte der Forstamtsleiter an: „Die Fichten dort fallen zusammen“.

Lauter Gewinner

Kooperationspartner ist die Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg, die Planung und Umsetzung finanziert. „Wir verzichten auf fast nichts“, so Kühn. Es handele sich also um ein Projekt, „bei dem man nichts verlieren kann.“

SPD-Stadtrat Jens Löw erkundigte sich, ob das Plattenmoos bei Tannheim auch in Frage komme für eine Wiedervernässung. Das Plattenmoos umfasst 50 Hektar und ist ein Naturschutzgebiet. Ein Gutachten habe ergeben, dass es sich für eine Renaturierung nicht eigne, weil es zu wenig Wasser gebe.

Was ist die Klimaschutzstiftung

Der Klimafonds BW
unterstützt regionale Projekte, die Klima und Natur gleichzeitig schützen – zum Beispiel durch den Umbau von Wäldern in widerstandsfähige Mischwälder oder die Renaturierung von Mooren. Zu einer Auftaktveranstaltung am 6. Februar haben sich Thekla Walker, Umweltministerin in Baden-Württemberg, und Peter Hauk, Landwirtschaftsminister in Baden-Württemberg, zu einem Vor-Ort-Termin in Schwenningen angesagt.