Nur einen Steinwurf von der deutschen Grenze entfernt: das Atomkraftwerk Leibstadt. Der Kleinwiesentäler Bürgermeister Stefan Niefenthaler möchte politischen Druck zur Abschaltung der Schweizer Uralt-Meiler ausüben. Foto: Gerald Nill

Einen nachhaltigen Eindruck auf den Kleinwiesentäler Bürgermeister Stefan Niefenthaler hat eine Informationsveranstaltung des Trinationalen Atomschutzverbandes TRAS gemacht.

Wegen der Gefahr für die Region durch Schweizer Atomkraftwerke will Niefenthaler jetzt politischen Druck machen. Der Bürgermeister informierte das Gremium über die Info-Veranstaltung in den Räumen von EWS in Schönau. Die Botschaft des Atomschutzverbandes lautete: Auf der anderen Seite des Rheins lauert eine existenzielle Gefahr für den Schwarzwald aus veralteten Atommeilern.

 

Die fundierten Ausführungen vermittelten die eindringliche Frage: Wie können Südbadener Bürger ruhig schlafen, während praktisch gegenüber eine atomare Gefahr von vier überalteten Atomkraftwerken besteht? Während bei Fessenheim letztlich erfolgreich Druck aus Stuttgart und Berlin gemacht wurde, würden beim ältesten Atomkraftwerk der Welt und seinen Nachbarn einfach die Augen vor den Risiken verschlossen. Niefenthaler hatte die Botschaft verstanden: „Für unsere Region wäre ein atomarer Unfall fatal, egal aus welcher Richtung der Wind weht.“

Das TRAS habe durch eine Studie nachgewiesen, dass jede Form von Gegenmaßnahmen praktisch zwecklos seien, da diese Seite des Hochrheins bereits eine Stunde nach einem Störfall radioaktiv verseucht sei. Evakuierungen seien deshalb unrealistisch. Pläne dazu gebe es aber nicht einmal. Südbaden sei die Region, die auf Jahrzehnte unbewohnbar sei, falls es auf der Schweizer Seite zu einer Katastrophe wie in Tschernobyl oder Fukushima komme. Niefenthaler fand diese Erkenntnis „erschreckend“.

Mit Unterschriften Druck auf Bundesregierung machen

Er kündigte an, dass er eine Petition für die nächste Sitzung vorbereite. Per Unterschrift solle die Gemeinde Kleines Wiesental Druck auf die deutsche Bundesregierung ausüben, damit diese die Schweizer Seite auffordert, die Altmeiler bald vom Netz zu nehmen. Niefenthaler möchte auch im Gemeinderat zur Disposition stellen, ob die Gemeinde selbst Mitglied im Trinationalen Atomschutzverband wird.