Blick in die Tiefe: Gemeinderäte zeigen bei der Besichtigung großes Interesse und nutzen die Gelegenheit, das Pumpwerk aus nächster Nähe zu begutachten. Foto: Schmidt

Die Kläranlage Villingendorf pumpt nach Rottweil. Mit dem Probebetrieb wurde just zur Gemeinderatssitzung begonnen.

Der Anschluss von Villingendorf an die Kläranlage Rottweil nimmt konkrete Formen an. Bei einer Vor-Ort-Begehung informierten sich die Gemeinderäte über den aktuellen Stand des neu errichteten Pumpwerks sowie der zugehörigen Druckleitung.

 

Wie Bernd Kernl (Büro Gfrörer Ingenieure, Empfingen) erläuterte, ist der Bau der rund 3,9 Kilometer langen Druckleitung inzwischen abgeschlossen. Die Leitung mit einem Volumen von 130 Kubikmeter wurde vollständig befüllt.

Restarbeiten folgen

Insgesamt sind elf Schachtbauwerke mit Entlüftungseinrichtungen verbaut. Das Pumpwerk ist mit drei Pumpen ausgestattet, die jeweils eine Förderleistung von 35 Liter pro Sekunde erreichen, berichtete Kernl. Die Anlage arbeite mit einem Druck von etwa fünf bis 5,5 bar.

Mit der Inbetriebnahme der neuen Infrastruktur ist zugleich das Ende der bisherigen Kläranlage in Villingendorf eingeläutet. Noch vorgesehen sind das Abpumpen der Becken, der Abtransport der Restschlammmenge sowie der Rückbau der technischen Einrichtungen.

Konkrete künftige Konzepte

Für das Gelände der bisherigen Kläranlage gibt es bereits konkrete Nachnutzungskonzepte. So soll ein Becken künftig als Havariebecken dienen, etwa für einen Ölunfall. Dieses verfügt über ein Fassungsvermögen von 450 Kubikmeter.

Die beiden Eindicker sollen unabhängig vom Versorgungsnetz als Löschwasserwasserbehälter genutzt werden. Weitere Becken werden verfüllt und anschließend als Lagerfläche für den Bauhof eingerichtet. Die Abstimmung mit dem Umweltschutzamt sei bereits im März erfolgt.

Kosten könnten erfreulich sein

Ursprünglich waren für das Gesamtprojekt Kosten in Höhe von 7,7 Millionen Euro veranschlagt worden, informierte Bürgermeister Marcus Türk. Das Land beteilige sich mit einem Fördersatz von 80 Prozent. Es zeichne sich ab, dass die tatsächlichen Kosten unter der ursprünglichen Kalkulation liegen. Die genaue Endsumme stehe noch nicht fest.