Mütter und Väter äußerten auch bei der Versammlung des Gemeindeverwaltungsverbands in Schönau ihren Unmut über die Erhöhung der Elternbeiträge. Foto: Christoph Schennen

Viele Eltern haben die Versammlung des Verwaltungsverbands Schönau genutzt, um die Erhöhung der Kita-Gebühren zu kritisieren.

Mehr als 30 Erzieherinnen haben am Donnerstag in der Sitzung des Gemeindeverwaltungsverbands (GVV) Schönau ihren Unmut über die Erhöhungen der Kita-Gebühren geäußert. Manfred Knobel, der statt des erkrankten Verbandsvorsitzenden Peter Schelshorn die Sitzung leitete, kündigte ein Gespräch des Verbandsvorsitzenden mit den Elternbeiräten an.

 

Drei Mütter erzählten, welche Beiträge sie bisher und welche sie nach der Erhöhung zahlen müssten. Sonja Sutter, Leiterin des Buchenbrandkindergartens, schilderte den Fall einer Frau, die ein U3-Kind und ein Ü3-Kind in Schönau betreuen lässt und nun 800 Euro im Monat zahlen müsse. Eine Frau sagte, wenn sie ihr Kind in den katholischen Kindergarten schicken würde, zahle sie 70 Euro weniger im Monat.

Auf die Erhöhungen hätten einige Eltern bereits reagiert: Bis Ende September wurden zwei Plätze im Buchenbrandkindergarten gekündigt, einer in Utzenfluh und vier Eltern nahmen ihre Zusage für einen Krippenplatz zurück.

Moritz Bausch sagte, wenn bei einer Gruppe mit zehn Kindern fünf Kinder ihren Platz nicht mehr wahrnähmen, hieße das, dass die Kosten für die Betreuung steigen. Ein Mann meinte, wenn von 150 zu betreuenden Kindern 50 auf eine Betreuung verzichtet würde, wäre Schönau von den 15 Prozent Kostendeckungsgrad „ganz weit weg“.

Andrea Kiefer, stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderats und Stiftungsrätin, erinnerte an den Beschluss des Stiftungsrats zur Festsetzung der Gebühren für das Kindergartenjahr 2025/2026 für den katholischen Kindergarten.

Soziale Staffelung bleibt

Die Erzdiözese Freiburg habe die Kigagebühren um 7,5 Prozent erhöht. Beibehalten wurde auch die soziale Staffelung nach Anzahl der Kinder unter 18 Jahren in einer Familie. Sie verwies auf den Kostendeckungsgrad von 16 Prozent im katholischen Kindergarten, der sich an denen anderer Träger orientiere. „Ein Kostendeckungsgrad von 20 Prozent ist derzeit nirgendwo erreichbar“, meint Kiefer. Mit der Erhöhung von 7,5 Prozent halte sich die Erzdiözese Freiburg an ihre vertragliche Vereinbarung mit dem GVV. Schließlich wolle man alle Kindergärten in der Seelsorgeeinheit Oberes Wiesental gleich behandeln.

Götz: „Kuratorium soll beraten“

Irina Götz, Geschäftsführerin Kindertageseinrichtung in der Verrechnungsstelle für katholische Kirchengemeinden Schopfheim, hat in einem Brief an den GVV darauf hingewiesen, dass das Kuratorium vor einer Entscheidung über die Festsetzung und Änderung des Elternbeitrags beraten solle. Das Kuratorium habe sich aber noch nicht gebildet. Es besteht aus dem GVV-Vorsitzenden und zwei Vertretern der Verbandsversammlung, dem katholischen Pfarrer und zwei Vertretern des Pfarrgemeinderats oder des Stiftungsrats.

Der GVV hat die Kitagebühren um bis zu 94 Euro pro Monat erhöht. Wer sein Kind zum Beispiel in einer Kinderkrippe betreuen lässt, zahlt für sein erstes Kind seit Anfang September 610 statt 516 Euro.

Die Schönauer Gemeinderätin Marika Prekur (Freie Wähler) sagte, für eine Frau sei es wichtig, mit einem Fuß in der Arbeit zu bleiben: „Wir versuchen eine Lösung zu finden.“ Ethem Sahin (SPD) sagte, eine Gebührenerhöhung müsse kommen, er sprach sich aber gegen eine Rabattstaffelung aus.

Keine FSJ-Stelle

Abgelehnt hat das Gremium die Beschlussvorschläge der Verwaltung für den Buchenbrandkindergarten: die Neueinstellung der Erzieher als Nachfolgeregelung mit 20 Wochenstunden, eine FSJ-Stelle, statt zweien, sowie den Vorschlag, keine neue PIA-Stelle auszuschreiben. Angenommen wurde der Beschlussvorschlag, dass dritte Kind kostenfrei sein soll, wenn drei Kinder gleichzeitig dieselbe Einrichtung besuchen.