Die 63 Gründungsstifter besiegelten die Gründung der Kirchenstiftung mit einer Unterschrift. Foto: Thomas Braun

In Neubulach wurde eine Kirchenstiftung ins Leben gerufen. 63 Gründungsstifter wollen damit den Erhalt von Kirchen und des Gemeindelebens sichern. Was hinter dem Engagement steckt.

Eine feierliche Gründungsfeier in der Stadtkirche Neubulach? Anlass dafür war die Gründung der „Kirchenstiftung Kirchspiel Neubulach“ nach einer langen Zeit der Vorbereitung, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

 

Erste Überlegungen dazu gehen auf das Jahr 2017 zurück. Die eigentlichen Vorarbeiten erstreckten sich nun auf rund ein Jahr, so Ute Braun, die Vorsitzende des Neubulacher Kirchengemeinderates.

Notwendig war zunächst die Erarbeitung einer Satzung und dann eine passende Werbeaktion. In Neubulach hatte man sich für eine aufwendig gestaltete Broschüre entschieden, die dann an alle Neubulacher Haushalte verteilt worden war.

Vom Gemeindefest zum Stiftungsabend

Nach einer allgemeinen Information beim Gemeindefest im vergangenen Herbst wurden Interessierte außerdem zu einem Stiftungsabend eingeladen, bei dem die Eckpunkte der Kirchenstiftung vorgestellt wurden. Damit sollten auch Menschen außerhalb der Kirchengemeinde angesprochen werden, die sich für den Erhalt der Kirchen einsetzen wollten.

Genau dies und auch die Förderung des kirchlichen Lebens in diesen Gebäuden ist das in der Satzung festgelegte Ziel der nun gegründeten „Kirchenstiftung Kirchspiel Neubulach“.

Vier Kirchen bedacht

Bewusst hatte der Arbeitskreis des Kirchengemeinderates sich dafür entschieden, den alten Begriff des Kirchspiels in den Namen aufzunehmen, da mit einem Kirchspiel ursprünglich schlicht die Orte gemeint waren, in denen die Glocken der Kirchen zu hören waren – womit gleichzeitig die Zielgruppe der Stiftung definiert war. Gefördert werden sollen nämlich neben der Stadtkirche Neubulach auch die Kirchen in Altbulach, Liebelsberg und Oberhaugstett. Wobei sich von dem Aufruf zur Gründung einer Kirchenstiftung in gleicher Weise ehemalige Neubulacher hatten ansprechen lassen.

Die Bedeutung der Stiftung für die Evangelische Kirchengemeinde Neubulach wurde bei der Gründungsfeier auch in zwei Grußworten hervorgehoben.

Es werde schwerer, Kirchen zu unterhalten

So schlug Silke Fehrenbach von der Landeskirchlichen Stiftung, die der Kirchengemeinde den Weg zur Gründung mit vielen praktischen Vorschlägen geebnet hatte, in ihrem Grußwort den Bogen von den historischen bis zu den heutigen steuerlichen Hintergründen von Stiftungen.

Dekan Erich Hartmann ging in seinem Grußwort darauf ein, dass es angesichts des Rückgangs der Gemeindegliederzahlen und der damit einhergehenden Verringerung der finanziellen Mittel in Zukunft immer schwerer werde, die Kirchen in den vier Orten zu unterhalten. Dabei hob er hervor, dass die Stiftung nicht nur diesen Gebäuden gewidmet sei, sondern ganz bewusst auch das gemeindliche Leben darin fördere.

Beide Redner gratulierten der Kirchengemeinde zu dem Entschluss, mit der Stiftung schon heute die Gemeinde von morgen zu unterstützen und mitzuprägen.

Mehr als 200 000 Euro Stiftungskapital

Mit der Verlesung des sogenannten Stiftungsgeschäftes leitete Daniel v. Altrock dann den formalen Teil der Stiftungsgründung ein. Im Anschluss waren alle 63 Gründungsstifter eingeladen, ihre Unterschrift unter das entsprechende Dokument zu setzen.

Gemeinsam hatten sie eine Summe von mehr als 200 000 Euro Stiftungskapital zugesagt, von dessen Ertrag die Kirchengemeinde nun Jahr für Jahr profitieren wird. In seinen abschließenden Worten machte Martin Schwenker deutlich, dass die Initiatoren nicht vorhätten, es dabei bewenden zu lassen.

Lebendige Stiftung als Ziel

Er rief dazu auf, den Abend zum Ausgangspunkt für eine lebendige Stiftung zu machen, die auch weiterhin auf sich aufmerksam machen solle, um weiter wachsen zu können und so zu einem spürbar entlastenden Faktor bei der Finanzierung des Unterhaltes der Kirchen und damit der kirchlichen Arbeit insgesamt zu werden.

Musikalisch begleitet wurde die Feier durch den Kirchenchor unter der Leitung von Julia Rometsch und durch Jakob Fünfgeld am Klavier. Im Anschluss nutzten die frisch gebackenen Gründungsstifter die Gelegenheit, bei vom Küchenteam kreierten Leckereien noch über Gott und die Welt ins Gespräch zu kommen.