Pfarrer Christoph Hofius ist in der Nacht auf den 7. Januar unerwartet verstorben. Foto: Fahrland

Auf die Verabschiedung als Administrator an Dreikönig folgt ein abrupter Abschied für immer: Der Kirchenbezirk Rottweil trauert um Pfarrer Christoph Hofius.

Beim Gottesdienst am Dreikönigstag in der Vöhringer Petruskirche hielt Pfarrer Christoph Hofius noch eine mit Humor gespickte, theologisch tiefgründige Predigt, bevor er durch Prälat Markus Schoch aus Reutlingen aus dem Dienst als Administrator der Kirchenbezirke Sulz und Rottweil verabschiedet wurde.

 

Er sollte als geschäftsführender Pfarrer der Verbundkirchengemeinde Sulz – Holzhausen das Zusammenwachsen weiterhin mitgestalten, doch es kam anders. In der Nacht auf 7. Januar verstarb Christoph Hofius mit 59 Jahren in Aistaig. Er hinterlässt seine Ehefrau, die Aistaiger Pfarrerin Christina Jeremias-Hofius, drei Söhne sowie beide Elternteile und eine Schwester. Der Trauergottesdienst wird am Montag, 12. Januar, um 14 Uhr in der Großen Trauerhalle auf dem Bergfriedhof in Tübingen stattfinden.

In Siegen geboren

Christoph Hofius wurde am 14. Februar 1966 in Siegen geboren. In Paderborn wuchs er auf. Studienorte waren Tübingen, Göttingen und Heidelberg. Nach dem Vikariat in Klingenberg bei Heilbronn war er im Seminar Maulbronn als Pfarrer zur Anstellung beschäftigt.

Von 2000 bis 2011 folgte die Stellenteilung mit seiner Frau als Gemeindepfarrer in Mühlheim, bis er von der Landeskirche nach Nebringen gebeten wurde, um dort eine Gemeinde mit einer ortskirchlichen Verwaltung nach großen Unruhen wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen. Im August 2022 entsprach er erneut einer Bitte der Landeskirche und zog nach Aistaig, um Administrator im Bezirk Sulz zu werden.

Er packte gern mit an

Er besaß ein großes Faible für die Biblische Archäologie und eine umfassende Allgemeinbildung, war wissbegierig und kreativ. Er liebte Holz, Krimis, sein Fahrrad und seinen Oldtimer-VW-Bus. Meist sah man ihn entweder im schwarzen Hemd (dem Kollar) oder in Arbeitshosen, da er gerne mit anpackte, egal ob es um (Kirchen-)Renovierung, Baumaßnahmen oder einen Orgeleinbau ging.

Was ihn laut seiner Familie besonders auszeichnete, waren Fairness, große Hilfsbereitschaft, sein Lachen und „manchmal auch sein westfälischer Dickkopf“ sowie seine Neugier auf Menschen und die Fähigkeit, sie zu integrieren.

An Dreikönig von der Sonderaufgabe entpflichtet worden

Auch Prälat Markus Schoch und Dekan Ulrich Dewitz vom Kirchenbezirk Rottweil hat die Todesnachricht erschüttert. Am Vortag hatte Schoch Christoph Hofius nach 37 Monaten von seiner Sonderaufgabe als Administrator offiziell entpflichtet und gesegnet.

Hofius habe die Fusionsgespräche der ehemaligen Kirchenbezirke Sulz und Tuttlingen zum neuen Kirchenbezirk Rottweil als Brückenbauer mitgestaltet und mit Ruhe und Besonnenheit für einen sachlichen Umgang gesorgt. Die Gemeinden und Mitarbeitenden im Blick zu behalten sei ihm spürbar besonders wichtig gewesen.

Leitungsaufgaben übernommen

Als Anfang 2025 der neue Kirchenbezirk Rottweil entstand, übernahm Hofius auch dort Leitungsaufgaben, bis Ulrich Dewitz als neuer Dekan eingesetzt wurde. Wie aus dem Dank des Prälats und den Grußworten hervorging, hatte Hofius viel Kraft investiert und seine Gaben zum Besten der Gemeinden und Bezirke eingesetzt.

Hervorgehoben wurden auch sein Humor, seine Zugewandtheit, seine Ideen, sein praktisches Handeln und „alles Ackern an Verwaltungsstrukturen“. Er habe intensive Diskussionen geführt, Herz für die Menschen des Kirchenbezirks Sulz gezeigt, Wogen geglättet, den Ehrenamtlichen Raum für Wehmut gelassen und die Möglichkeit geschenkt, schöne Erinnerungen zu bewahren.

Ein Abschied für immer

Die Verbundkirchengemeinde Sulz-Holzhausen verliert mit Christoph Hofius ihren geschäftsführenden Pfarrer, mit dem der neugewählte Kirchengemeinderat bei der Einsetzung am 18. Januar in eine neue Amtszeit starten wollte.

„Eine schlimme Nachricht für uns alle“, äußerte sich der Kirchengemeinderatsvorsitzende Thorsten Sosinski aus Oberndorf für die ABBO-Kirchengemeinden Aistaig, Boll, Bochingen, Oberndorf und Trichtingen. Als Administrator unterhielt Hofius Kontakte zu zahlreichen Menschen im Kirchenbezirk. Etliche von ihnen waren wie Sosinski zum Nahbereichsgottesdienst gekommen und im Anschluss im Gespräch mit Pfarrer Christoph Hofius verweilt. Dabei ahnte noch niemand, dass es ein Abschied für immer werden sollte.