Die beiden Schulen der Gemeinde – hier die Grundschule Kippenheim – sollen künftig unter ein Dach ziehen Foto: Ehrlich

Die beiden Grundschulen sanieren oder sie in einem gemeinsamen Neubau unterbringen? Das Kippenheimer Gremium hat sich für Letzteres ausgesprochen.

„Es ist das größte Thema, das der Gemeinderat in den nächsten Jahren bearbeiten darf“, sagte Kippenheims Bürgermeister Mattias Gutbrod zu Beginn der Gemeinderatssitzung. Nachdem in den vergangenen Gemeinde- und Ortschaftsratssitzungen viel über das bestehende Schulgebäude, eine eventuelle Sanierung oder die Frage, ob ein Neubau vonnöten ist, diskutiert wurde, hat der Gemeinderat nun geschlossen für einen Neubau gestimmt.

 

Rund 12,5 Millionen Euro hätte die Sanierung der beiden Schulen in Kippenheim und Schmieheim gekostet, berichtete Hauptamtsleiterin Sina Schultheiß. Das sei das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie. „Eine schulorganisatorische oder räumliche Verbesserung wäre in diesem Zusammenhang allerdings nicht erfolgt“, fasste Schultheiß die Studie zusammen. Hinzu kommt laut Bürgermeister Gutbrod auch die Ganztagsbetreuung.

Ab dem kommenden Schuljahr haben alle Erstklässler stufenweise den Anspruch auf eine ganztägige Betreuung: „Um allen Schülern die selben Chancen zu geben, hatte sich der Wunsch eines Neubaus aus den Gesprächen herauskristallisiert“, erklärte der Rathauschef und fügte an: „Wir haben bereits eine große Bürgerinformationsveranstaltung abgehalten, bei der die meisten Eltern den Wunsch nach einem zukunftsfähigen Neubau geäußert hatten.“ Dabei wurde auch unter anderem der mögliche Standort „Alte Tennisplätze“ vorgestellt: Ein 6800 Quadratmeter großes Grundstück, von dem 1550 Quadratmeter bebaut werden könnten.

Räte sprechen sich für neues Schulgebäude aus

Bürgermeister Gutbrod freue sich, dass zuletzt der Ortschaftsrat in Schmieheim der Zusammenlegung der beiden Schulen zugestimmt hatte. Brian Michael Bosch (Grüne) freute sich über den Neubau und die daraus entstehenden Chancen für die Jugend, merkte aber an, dass es wichtig sei, Eltern und Lehrer sowie das weitere pädagogische Personal der Schule „engmaschig“ in den Schulbau mit einzubeziehen.

Auch Martin Müller sprach sich für die CDU-Fraktion für den Neubau aus: „Es ist klar, dass wir etwas tun müssen, und wenn wir schon eine solche Summe Geld in die Hand nehmen, dann ist es nur richtig, dass wir etwas Neues gestalten, das den Anforderungen der Jugend und Pädagogik gerecht wird.“

Weiter äußerte er die Bitte an die Ratsmitglieder, sich frühzeitig mit den nun verbleibenden Bestandsgebäuden zu beschäftigen. Ein Leerstand und ein daraus entstehender Verfall wäre für niemanden von Vorteil, so Müller. Auch Dieter Kirschbaum (FWV) freute sich über die Chance, ein neues Gebäude für die Jugend zu gestalten.

30 Prozent der Kosten können gefördert werden

In seiner Rede erinnerte er an die vielen vergangenen Sitzungen: „Ich freue mich, dass der Konsens nach all den Diskussionen und Gesprächen nun in Richtung eines gemeinsamen Standortes verlaufen ist, und kann dem vorliegenden Beschluss grundlegend zustimmen.“

Die nächste Hürde, die die Gemeinde für das neue Schulhaus nehmen muss: „Mit dem Projekt kommen erhebliche Kosten auf die Gemeinde zu“, erklärte die Hauptamtsleiterin. 30 Prozent davon seien Förderungsfähig. Um die zustehenden Fördermittel zu erhalten, brauche es jedoch eine Machbarkeitsstudie, „die es der Gemeinde bescheinigt, dass ein Neubau tatsächlich notwendig ist“, so Schultheiß weiter. Dafür müsse ein sogenannter Absprache-Antrag gestellt werden (siehe Info). Die Schulbaukommission bestimme im Anschluss, ob eine Aufgabe des bestehenden Schulgebäudes und ein Neubau gerechtfertigt sind.

Hierzu plant die Gemeinde nun, das Büro Thiele aus Freiburg mit der Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie zu beauftragen. Insgesamt 15.400 Euro soll der Auftrag die Gemeinde kosten. Das Gremium gab hierfür einstimmig grünes Licht. Laut Bürgermeister Gutbrod sollen voraussichtlich im Herbst erste Ergebnisse vorliegen. „Dem Schulneubau steht nun nichts mehr im Weg“, freute sich der Rathauschef abschließend.

So geht es weiter

Im Zuge der Zusammenlegung der beiden Grundschulen muss nun ein sogenannter Absprache-Antrag für das Schulgebäude in Kippenheim beim Regierungspräsidium Freiburg gestellt werden. Darin muss die Gemeinde mit entsprechenden Nachweisen begründen, weshalb ein Neubau nötig ist. Ein möglicher Grund sei die fehlende Erweiterbarkeit des bestehenden Schulgebäudes. Das soll nun durch das Fachbüro bestätigt werden.