„De Butzesel mit sine Trieber“ heißt es im Fastnachtslied. Beim Kinderumzug in Villingen kamen sie als Miniaturausgabe. Foto: Birgit Heinig

Er war etwas kürzer und auch die Zuschauer machten sich etwas rarer als sonst, doch seinen Kinderumzug am Schmotzigen feierte der Nachwuchs in Villingen und in Schwenningen unbeirrt.

Man konnte sogar von „Wetterglück“ sprechen, denn zwischen einem Vormittag mit Dauerregen und einem ebensolchen Feierabend hielten sich die Regentropfen zum richtigen Zeitpunkt zurück.

 

Villingen

Wie bei den Großen eröffnete auch bei den Kleinen die Historische Narrozunft den Reigen der Zünfte, Gilden, Schulen und Kindergärten und präsentierte ihre Mäschgerle zu Fuß oder in der Chaise, den kleinen Butzesel und die noch jungen Wueschte.

Auch der „Some“ der Katzenmusik, der Glonki-Gilde und der Hexenzunft ließ sich von Nieselregen und Wind nicht aufhalten und stürmte durch die vier Hauptstraßen sowie die Bärengasse.

Die Katzenrollis kommen vom Katzenmusikverein „Miau“. Foto: Birgit Heinig

Wie vielfältig und bunt die Villinger Fasnet ist, bewiesen die kleineren Vereine. Die Rietvögel, die Südstadtclowns, die Meckergilde und die Brigachblätzle, die Fazenedle mit eigener Guggenmusik, die Fleck-Fleck und die Schanzelzunft die Warenbachhexen und die Schindelhansel – sie alle hatten ihre Jüngsten entsandt und auch die Gäste aus Marbach (Talbachhexen) und Obereschach (Gayser-Gilde) waren dabei.

Als „Superhelden“ hatten sich die Goldenbühlschüler und -schülerinnen verkleidet. Foto: Birgit Heinig

Die Schulen hatten sich einmal mehr aktuelle Themen – vom Hype um die Schwarzwaldmarie von Playmobil über die Social-Media-Problematik für Heranwachsende bis zu den Elterntaxis vor den Schulgebäuden – einfallen lassen, sie mit viel Fantasie bastlerisch umgesetzt und sich zum Umzug in durchsichtige Regencapes gehüllt.

Egal in welchem Häs – ein jedes Kind, das am Ende durch das Riettor schritt, erhielt eine Brezel, diesmal gestiftet von den Stadtwerken VS.

Schwenningen

Regen, wenig Sonne und kalte Windstöße begleiteten den Kinderumzug in Schwenningen. Die Stimmung ließen sich Teilnehmer und Besucher dennoch nicht nehmen.

Pünktlich um 14 Uhr starteten die Gruppen, angeführt von den Ziegel-Buben, ihren Marsch durch die Straßen. Rund 1350 Teilnehmer waren dabei. Jeder Mitlaufende erhielt einen Kinderumzugs-Button, der in diesem Jahr von Ziegel-Buben-Nachwuchs Amelie Häring gestaltet wurde.

Die Schwenninger Butterfasshexen Foto: Lukas Podolski

Die Umzugssprecher begleiteten den Umzug, Elke Kehder und Tina Kehder standen am Hockenplatz. Alina Häring, Paula Richt sowie Toni Piovano sagten am Muslenplatz die Gruppierungen durch.

Unter dem Motto „Der Ziegel-Bub geht Zelten“ nahmen insgesamt 27 Gruppen am Umzug teil. Neben Schulen und Kindergärten beteiligten sich zahlreiche Narrenzünfte. Aus Schwenningen waren die Narrenzunft Schwenningen, die Bauchenberg-Hexen, die Schwenninger Bären, die Urzeitelche , der Fanfarenzug , die Moor-Teufel, die Neckar-Fleckle, die Butterfass-Hexen, die Hexengilde Sauerwasen sowie die Flammenteufel dabei.

Die Schüler der Schwenninger Neckarschule nehmen am Umzug teil. Foto: Lukas Podolski

Von außerhalb kamen die Riedhexen aus Hochemmingen, die Gaugerhexen aus Trossingen, die Halden-Zunft aus Mühlhausen sowie die Ammelbach Hexen aus Weilersbach.

Der Narrenbaum wurde traditionell von den Ziegel-Buben aufgestellt. Dieses Jahr begannen sie nach dem Umzug um 15 Uhr und stellten ihn erstmals auf dem Marktplatz auf.