Auf dem Rathaus-Vorplatz wurde am Samstagabend auch dieses Jahr die Geschichte des Auswanderers Fred West aufwendig inszeniert. Wir haben die schönsten Momente mit Bildern zusammengefasst.
Am Samstagabend startete die diesjährige Feshandlung des Irma-West-Kinderfests traditionsgemäß mit dem Lampionumzug der Grundschüler von der Villa Eugenia zum prächtig geschmückten Rathausplatz. Dort wurde auch dieses Jahr die Geschichte des Auswanderers Fred West im Hinblick auf Schauspiel und Lichterspiel aufwendig inszeniert.
Kinder sammeln sich im Fürstengarten
Das 78. Hechinger Irma West-Heimat- und Kinderfest steht 2024 unter einem guten Stern, denn das Wetter spielte mit und so begann der Lampionumzug bei Abendsonnenlicht und milden Temperaturen. Im Fürstengarten versammelten sich die Hauptakteure des Festes: die Kinder. Nervös warteten sie mit ihren selbstgebastelten Lampions und den strahlend weißen Ballons, die für die Gänse der Hechinger Gansfußsage stehen, und die auf dem Marktplatz in die Freiheit schweben sollten.
Auf dem Marsch zum Rathaus versuchten die Kleinen weder ihre kostbaren Lampions noch den von der Jugendfeuerwehr extra für den Abend mit Gas gefüllten Ballons zu verlieren. Während die Kinder, angeführt vom trommelnden Jugendfanfarenzug Richtung Marktplatz marschierten, drängten sich die Eltern am Rand, um ein Foto von ihren Kindern zu erhaschen.
Die Tradition fest im Blick
Auch vor der Bühne herrschte reges Treiben und eine strikte Security trug ihren Teil dazu bei, einen reibungslosen Ablauf auf der Bühne zu gewährleisten. Der Bürgermeister Philipp Hahn betonte in seiner Auftaktrede: „Traditionen bewahren und auch lebendig fortführen“ sei der eigentliche Gedanke des Fests. Und so entsprachen sich dieses Jahr die alte und eine neue Auswanderergeschichte.
Denn Melissa, das Mädchen, dessen Foto seit vierzehn Jahren das Banner des Festes ziert, wurde auf der Bühne verabschiedet. Sie wandert wie Fred West aus und verlässt ihre Heimat Hechingen. Nur nicht ganz so weit wie West: sie zieht nach Koblenz. Fred Wests Geschichte erinnert uns daran, dass Heimatverbundenheit nach wie vor einen großen Stellenwert besitzt. Denn West spendete zur Erinnerung an seine verstorbene Tochter Irma seiner Heimatstadt Hechingen posthum eine beachtliche Summe Geld für die Ausrichtung eines konfessionsübergreifenden Kinderfestes.
Kinder auf der ganzen Welt sollen fröhlich leben
Seit 1936 wird das Fest gefeiert und immer wieder erweitert und modernisiert, ohne dabei jedoch die Traditionen über den Haufen zu werfen. Nach den Dankesreden für die engagierte Organisation durch die Irma-West-Gemeinschaft und Anekdoten zur Stadtgeschichte wurde die Auswanderergeschichte Fred Wests neu erzählt als eine Migrationsgeschichte mit Folgen.
Als die „Gänse“ befreit wurden und viele hundert Ballons in den nächtlichen Himmel davonsegelten, kam eine feierliche Stimmung auf. Am Ende waren die Kinder an der Reihe: In ihrem Abschlusslied vermittelten sie den Wunsch, dass Kinder auf der ganzen Welt fröhlich und in Frieden leben sollen.