Nach 15 Monaten auf Wanderschaft erreicht Charity Hiker Sven Hardt die Katharinenhöhe. Schnee verkürzte seine Route, doch am Ende übergab er eine hohe Spendensumme.
Charity Hiker Sven Hardt hat seine erste Spendentour zugunsten der Katharinenhöhe beendet – 15 harte Monate liegen hinter ihm. Geplant waren 8280 Kilometer „vom Nordkap ans Ende der Welt“ – dem Kap Finisterre am Ende des Jakobsweges.
Aus Witterungsgründen musste „Peregrino“ Sven die Tour auf rund 7500 Kilometer abkürzen – im schwedischen Gebirge kam unerwarteter Schneefall dazwischen. „Meine Tour hat mich überall hingeführt – aber den geplanten Weg hab ich oftmals nur gestreift“, lachte Sven Hardt bei seinem Abschlussbesuch auf der Katharinenhöhe, wo er begeistert empfangen wurde.
Bejubelt wurde der „Charity Hiker“ von Angestellten, Eltern und vor allem Kindern, als er auf der „Katha“ einlief. Tief berührt nahm er kleine Geschenke an und feucht wurden seine Augen, als er von seiner Tour erzählen durfte.
Er erzählte, wie es ihm auf seiner Wanderung erging. Die ersten Kilometer seien hart gewesen, da er zunächst, wegen der Leere des Landes, sehr viel Verpflegung „an Bord“ hatte – der Rucksack enthielt Nahrungsmittel für bis zu zehn Tage und war daher rund 45 Kilo schwer – eine Schwedin habe dem Rucksack daher den Kosenamen „das Monster“ gegeben.
Von freundlichen Menschen aufgenommen
In diesen Tagen übernachtete er zumeist im Zelt, das auch auf der weiteren Tour sein stetiger Begleiter blieb. In Schweden musste er wegen des frühen Wintereinbruchs von seinem geplanten Weg durch die Berge eher entlang der Hauptverkehrswege ziehen. „Dort gibt es kaum Walderschließungen wie bei uns“, erklärte er. Doch häufig wurde er von freundlichen Menschen aufgenommen.
Als er dann das Festland in Dänemark erreichte, habe er das Zelt nur noch wenig nutzen müssen, immer wieder sei er Gast in Familien gewesen. Dennoch sei er am Ende fast verblüfft gewesen, denn er habe keinerlei negative Erfahrungen gemacht, oftmals habe er an Tischen sitzend seine Geschichte erzählt – und konnte nebenbei viele Spenden sammeln. Überrascht hatte ihn das Interesse der Landesschau, die ihn interviewt hatte.
Und nun saß er also, gemeinsam mit Johannes Frick, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins Charity Hiker, mit Klinikleiter Stephan Maier und Verwaltungschefin Ilona Kollum und weiteren Klinikmitarbeitern, nach rund 7500 Kilometern da.
Eine neue Tour mit dem gewaltigen Rucksack?
Das Monster, den gewaltigen Rucksack, wolle er in der Klinik lassen, allerdings leer. Und das, obwohl ihm schon weitere Touren vorschweben. So würde er gerne einmal rund um die britische Hauptinsel wandern – das seien rund 11 000 Kilometer. „Ich muss schauen, wie wir das wegen des Visums hinbekommen“, erzählte er. Auch eine Wanderung von Finisterre über Deutschland nach Rom habe er im Hinterkopf.
Viele Fragen aus den Reihen der Klinikgäste prasselten auf ihn ein, die er geduldig beantwortete. Und dann holte er den letzten Rest aus dem Monster, einen dicken Sack mit Geld – der aber nur den „Rest“ der Spenden enthielt, denn der Hauptbetrag sei schon überwiesen worden. Insgesamt seien es 16 067 Euro gewesen, die Pilger Sven überreichen konnte.