114 junge Handwerker haben am Mittwochabend im Burghof Lörrach nach bestandener Wintergesellenprüfung ihre Gesellenbriefe in die Hand bekommen.
Damit haben fast alle der 123 Auszubildenden aus unterschiedlichen Gewerken, welche sich dieser Prüfung gestellt haben, sie auch erfolgreich bestanden und starten nunmehr zuversichtlich in einen neuen Lebensabschnitt.
Es gab drei Prüfungsbeste; eine Auszeichnung für besondere Leistungen erhielten 16 weitere junge Handwerker und Handwerkerinnen. Voraussichtlich 44 Arbeitsjahre liegen vor den meisten von ihnen, bis sie als Rentner in den dann wohlverdienten Ruhestand einbiegen.
Ein Tag des Stolzes
„Es ist ein Tag des Stolzes und der Freude, aber auch der Erleichterung. Ein Tag des Feierns, aber auch des Dankens.“ Mit diesen Worten begrüßte Kreishandwerksmeister Martin Ranz nicht nur die bisherigen Auszubildenden im Saal, sondern auch deren Freunde, Partner und Familienangehörige, ihre Meister, Lehrer und Prüfer, denen allen er seinen Dank aussprach für ihren Einsatz auf dem Weg zur Freisprechung. „Das Handwerk braucht Euch, Euch gehört die Zukunft. Ihr seid die Macher, die es braucht, unsere Welt neu zu gestalten. Geht Euren Weg mit Stolz!“ rief Ranz den jungen Absolventen zu.
Die Besten gewürdigt
Unter vielen guten Prüflingen gibt es auch einen Besten. Mit der Note 1,3 abgeschlossen hat die Gesellenprüfung der Kraftfahrzeugmechatroniker Alexis Brändlin vom Autohaus Hess Kandertalgarage in Kandern. Den Vizepräsidenten der Handwerkskammer Freiburg: Friedrich Sacherer von der Arbeitgeber- und René Gammerdinger von der Arbeitnehmerseite oblag es, Brändlin dafür zu ehren. Zusammen mit ihm erhielten außerdem Elektroniker Niklas Braun sowie Anlagenmechaniker Finn Maluck danach aus den Händen von Michael Bublitz, dem Abteilungsleiter Firmenkunden der Sparkasse Markgräflerland, die Förderpreise der Sparkasse als Prüfungsbeste.
Den Preis für das jahrgangsbeste Gesellenstück durfte Elektroniker Rasmus Herrmann entgegennehmen. Einen weiteren Preis – den für den besten Ausbildungsbetrieb – verlieh Natalie Ewald, Leiterin des Kundencenters der AOK, in Form eines AOK-Frühstücks an das Autohaus Hess.
Interview mit der Bürgermeisterin
Lörrachs Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic bat drei Absolventen aus dem Saal zum Interview auf die Tribünencouch und wollte von ihnen wissen, warum sie die Ausbildung angefangen haben, was sie daran gereizt, was sie dabei stolz oder auch überrascht hat.
Gründe für die Berufswahl
Übereinstimmend betonten Anlagenmechaniker Tim Baier, Zweiradmechatronikerin Lena Sophie Eisele und Friseurin Dilan Günzel die innovative Seite ihres erlernten Handwerkberufs sowie den Stolz, der sie erfüllte, nachdem sie ihr jeweiliges Werk vollendet hatten: „Faszinierend, was alles machbar ist“ (Baier), „einfach anfangen und loslegen“ (Günzel), „lernen, Herausforderungen anzunehmen“ (Eisele). Fazit Neuhöfer-Avdic: „Hier vorne sitzt die Zukunft.“
„Ihr habt mit dem Gesellenbrief die erste Herausforderung in der Handwerklichen Ausbildung geschafft“ sagte Ranz in seiner Freisprechungsrede. Er verlieh dabei seiner Hoffnung Ausdruck, dass die neuen Junggesellinnen und Junggesellen als Botschafter des Handwerks diesen Weg weitergehen, die Meisterprüfung ablegen, sich selbstständig machen oder in ihren Betrieben selbst zu Ausbildern werden.
Zunehmende technische Herausforderungen prophezeite er, aber auch: „Das Handwerk hat heute und in Zukunft Goldenen Boden.“ Stellvertretend für alle anderen Absolventen überreichte er Brändlin feierlich den Gesellenbrief. Aus den Händen von Ranz und Daniel P. Herkommer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Lörrach, durften danach alle anderen Lehrabsolventen diese begehrte Urkunde sowie einen Gutschein von Sport Müller in Empfang nehmen.
Der bekannte Schopfheimer Gitarrist Mario Stracuzzi hatte die Feierlichkeiten musikalisch mit dem Tote Hosen-Song „An Tagen wie diesen“ eröffnet und setzt mit „Völlig losgelöst“ auch den offiziellen musikalischen Schlusspunkt.
Bevor es jedoch beim abschließenden Apéro, weiter begleitet von Stracuzzi, bei Speis und Trank in losgelöster Atmosphäre die Gelegenheit zu Beratungen, Erfahrungsaustausch, zum Erzählen amüsanter Anekdoten oder zum Knüpfen von Kontakten gab, verlosten Oliver Bohn von der Friseurschule „Meister Digital Amann und Bohn“ sowie Thomas Zirowsky von der „naturenergie Hochrhein AG“ noch Gutscheine.