Die neue Zeitrechnung begann im Januar. Der Vorstand des Jugendförderungswerks VS nimmt Abschied von teils chaotischem Handling und hochpreisigen Konzerten und setzt auf Jugendliche.
Der Blick im Foyer des Jugendkulturzentrums Klosterhof fällt sofort auf zwei wandgroße Fotos, Innenansichten von La Valette, einer der Partnerstädte von Villingen-Schwenningen.
Nicht nur die Bilder sind recht neu, sondern auch der erst im Januar veränderte Vorstand im Jugendförderungswerk.
Nach dem Rückzug von Dieter Sirringhaus und der (daran geknüpften) Rückkehr von Markus Lauffer an die Spitze des vor 40 Jahren gegründeten Vereins erfindet sich der Vorstand zwar nicht neu, doch vieles soll sich künftig ändern, wie allein ein Blick in den Flyer mit dem Programm bis Juni 2026 zeigt.
Was geplant ist
Wohin die Reise geht? Aufgelistet werden spezielle Veranstaltungen für Kinder- und Jugendliche, wie Kinderflohmarkt oder Ventus Open Air (House&Techno-Festival), kulturelle Events wie Jam Session, Lollipop Disco oder Tanz in den Mai, sowie Konzerte wie Abba Maniac oder mit der Band Adlind (Rock aus Freiburg).
Ein Black-Forest-Festival werde es zwar wieder geben, aber eine Absage erteilt der Vorstand künftig Bands, die weite Anreisen haben und entsprechend teuer sind und wie das Kloster Open Air „Löcher in die Kasse reißen“. Stattdessen sollen regionale Bands auf der Klosterhof-Bühne auftreten und auch Newcomer sollen eine Chance bekommen, sich zu präsentieren.
Video erstellen
Wie wichtig dem Vorstand die Jugend ist, spiegelt sich in einem weiteren Projekt wider: Wer Interesse hat, kann einen selbst geschriebenen Song oder Titel im Klosterhof aufnehmen und anschließend in einem selbstständig erarbeiteten Video vorstellen. (Equipment wird gestellt). „Wir unterstützen natürlich“, so Lauffer. Wenn das gut läuft, so Martin Weidinger, könnte das Ganze ein weiterer fester Programmpunkt werden, so wie das Steppach-Benefiz, das Mitte Juni stattfindet oder das Black-Forest-Festival im Oktober.
Paket für Vereine und Klassen
Neu im Konzept, so Lauffer und Kassierer Hans-Joachim Käfer, sei eine Art Rundum-Sorglos-Paket, für Vereine aber auch Schulklassen, die im Klosterhof feiern möchten. Wer will, so führt Lauffer aus, könne die Halle nicht nur zu einem Spezialtarif mieten , sondern über den Verein auch eine Veranstalterhaftpflicht und das Catering organisiert bekommen. Das Paket sei für 20 Veranstaltungen gedacht. Gerade die Versicherung, so Käfer, werde deutlich günstiger, als wenn jeder dies für sich vereinbare.
Verändert wird zudem das Kinderferienprogramm. Dieses soll nur noch zwei Wochen laufen, und die Kinder sollen aktiv mitmachen können.
Und die Finanzen?
Aus dem Gespräch klingen nicht nur Veränderungen und Neues heraus, sondern auch finanzielle Überlegungen und Sorgen. Die Stadt wird auch bei den Vereinen sparen. Wird sich der Verein um weitere Sponsoren bemühen, um die Zukunft zu sichern? Lauffer und Käfer nicken. Derzeit verfügt das Jugendförderungswerk über ein Budget von 25 000 Euro.
Zukunft, das heißt für den neuen Vorstand aber auch: mehr Transparenz, mehr Struktur und weg vom zeitweisen Chaos vergangener Tage.
Ohne groß noch mal auf die Differenzen mit Sirringhaus einzugehen, sagt Lauffer auch, was er damit meint. Nun wisse jeder, wer für welche Türe eine Schlüssel habe, jeder im Vorstand wisse um Buchungen und Termine ohne Nutzungsvereinbarungen gehören nun der Vergangenheit an.
40-jähriges Bestehen
Der Verein
Das Jugendförderungswerk wurde 1986 gegründet. Das 40-jährige Bestehen soll groß gefeiert werden. Derzeit hat der Verein 115 Mitglieder, zehn bis 15 Mitglieder zählen zu den Aktiven. Nach wie vor sucht der Vorstand weitere Aktive, die sich im Verein einbringen möchten, hinter und vor der Theke, beim Aufbau oder um neue Ideen zu entwickeln.