Carina Wuchner (links) und Lena Wiezel sind bereit für den aktiven Feuerwehrdienst und ihre ersten Einsätze. Foto: Verena Wehrle

146 Jahre lang gab es keine Frauen in der Feuerwehr Mambach. Bis jetzt. Carina Wuchner und Lena Wiezel sprechen über Vorurteile, Muskelkraft und andere Stärken von Frauen.

Wir schreiben das Jahr 2026, kaum zu glauben, aber wahr: Jetzt ist es endlich soweit und mit Mambach hat nun auch die letzte Abteilung der Gesamtfeuerwehr Zell Frauen bei den Aktiven. Carina Wiezel und Lena Wuchner sind vor Kurzem in die Aktiven gewechselt.

 

In der Jugendabteilung, in der der Feuerwehrnachwuchs aus Riedichen, Pfaffenberg und Atzenbach zusammen mit dem aus Mambach trainiert, seien es zeitweise sogar mehr Mädels als Jungs gewesen, erinnert sich Lena, die dort zuletzt auch Betreuerin war. „Dort war es immer lustig und nett und ich konnte meine Freunde treffen“, erinnert sie sich. Seit sie zehn ist, ist sie bei der Feuerwehr. Nun mit 18, hat sie die Grundausbildung in der Tasche und kann somit erste Einsätze begleiten.

Carina ist erst seit Oktober bei den Aktiven – von Lena quasi angelockt – und macht ihre Grundausbildung im kommenden Herbst. „Anfangs war es etwas komisch als einzige Frau, deswegen habe ich dann Carina gefragt“, erzählt Lena. Und Carina stieß somit quasi als Quereinsteigerin zu den Aktiven.

Erste Frauen seit 146 Jahren

Doch blickt man auf die Geschichte der Feuerwehrabteilung, scheint es schon verwunderlich, dass erst jetzt Frauen dazustoßen. Denn schon 1880 wurde die Abteilung Mambach gegründet, also vor 146 Jahren. Doch entgegen der Wahrnehmung der Reporterin, machen die Feuerwehrmänner klar: „Feuerwehr ist schon noch absolut männerdominiert, auch in Zell-Stadt haben wir aktuell nur eine Frau“, sagt Giuseppe Gazzana von der Feuerwehr Zell. Generell seien es in allen Abteilungen nur wenige Frauen.

Zwölf Proben habe die Abteilung Mambach im Jahr und blickt auf elf Einsätze im Jahr 2025 zurück. Das sei nicht allzu viel.

„Frauen können auch alles“

Doch gibt es Unterschiede, was man den Frauen und was man den Männern zutraut? „Sie haben die gleiche Ausbildung und können dann später auch alles“, betont Mambachs Abteilungskommandant Frank Hierholzer. Klar unterscheide sich die körperliche Konstitution, aber solche Unterschiede gebe es auch unter den Männern. Im Gespräch zeigen sich die Mädels noch etwas zurückhaltend: „Gleich ganz nach vorne gehen bei einem Einsatz würde ich noch nicht, das kommt dann mit der Zeit“, sagt Lena. Sie würden von den Erfahreneren lernen und könnten sogar später eine Führungsrolle übernehmen, ist Hierholzer sicher.

Und Giuseppe Gazzana betont: „Bei uns intern gibt es keine Vorurteile gegenüber Frauen, wenn es sowas gibt, dann kommt dies von außen.“

„Frauen können beruhigender sein“

Werner Frank, stellvertretender Kommandant in Mambach, hat noch ein Loblied auf die Frauen übrig: „Wir können froh sein, dass wir nun Frauen im Team haben, sie können manchmal viel beruhigender auf Personen einwirken, etwa bei einem Autounfall.“ Und Lena ergänzt: „Ich möchte nicht abstreiten, dass wir körperlich schwächer sind, aber dafür haben wir andere Stärken.“

Richtig happy sind Lena und Carina bei der Feuerwehr. Foto: Verena Wehrle

Im Beruf Vorurteile an der Tagesordnung

Apropos Vorurteile. Davon kann Carina ein Lied singen. Sie macht gerade eine Ausbildung als Schreinerin. Und obwohl sie bereits im dritten Lehrjahr ist, erlebe sie noch regelmäßig, dass ihr vieles oft nicht zugetraut werde, eben weil sie eine Frau ist. Und sie sagt auch: Mit einer Büroausbildung wäre sie vielleicht nicht in die Feuerwehr gegangen. Denn mit ihrem beruflichen Hintergrund habe sie wenigstens das Gefühl, dass ihr bei der Feuerwehr auch mehr zugetraut wird. Somit ist Carina nun in gleich zwei „Männerwelten“ eingetaucht.

Und wenn mal was zu schwer ist? Dann mache es beiden gar nichts aus, wenn sie unterstützt werden, erzählen sie.

Neue Garderobe gebaut

Eine Neuerung brauchte es aber mit den zwei neuen Damen im Team: Die Garderobe im Gerätehaus wurde extra für Lena und Carina umgebaut. Diese durften die Mädels dann auch nach ihrem Belieben gestalten.

Was den Feuerwehrdienst für die beiden ausmacht: „Auf jeden Fall die Kameradschaft“, sind sie sich einig.