Roland Walleser, Nathalie Thoma, Smilla Stolzenburg und Kurt Wagner begeisterten mit Gesang zu „Ich brauch Musik“. (von links). Foto: Sebastian Binder

Mit einer Uraufführung, einem mitreißenden Solo sowie vierstimmigem Gesang war beim Jubiläumskonzert zu 100 Jahre Trachtenkapelle Brandenberg eine große Vielfalt geboten.

Wenn diese Musiker Geburtstag feiern – dann aber richtig. Dies zeigte sich beim Jubiläumskonzert zu „100 Jahre Trachtenkapelle Brandenberg“ am Samstag in Todtnau. Dirigent Axel Friedrich hatte ein besonders anspruchsvolles Konzert zusammengestellt und mit den 36 Musikern einstudiert, heißt es in einem Nachbericht des Vereins. Das hatte auch dem Zuhörer abverlangt, genauer hinzuhören. Es war auch ein sehr vielfältiges Programm, so dass für jeden ein „Lieblingsstück“ dabei war – von der Konzertouvertüre bis zum Pop-Medley.

 

Die Uraufführung von „Mons Argentum“

Doch zuerst kam Vize-Dirigent Marius Wagner auf die Bühne, um gleich als ersten Höhepunkt des Abends, eine Uraufführung zu dirigieren: sein für das Jubiläum selbst komponierter Marsch „Mons Argentum“ – Silberbergmarsch.

Marius Wagner eröffnete das Konzert mit seinem selbst komponierten Marsch „Mons Argentum“. Foto: Sebastian Binder

Voller Leichtigkeit hatte der 23-Jährige Vollblutmusiker, den man aus mehreren Formationen im Wiesental kennt, seine Musiker im Griff und präsentierte einen feierlichen Marsch mit einer eingängigen Melodie. „Es war mir eine Freude, diesen Marsch für unser Jubiläum zu schreiben“, sagte Wagner, der sich bescheiden zeigt. Es folgte das für die Musiker rhythmisch anspruchsvolle Crossover „Crossbreed“ von Thiemo Kraas mit einer Reise durch verschiedene Musikstile.

Wallesser schlägt Brücken zur Vereinsgeschichte

Dann der nächste Höhepunkt: Nick Lorenz begeisterte bei seinem mitreißenden Trompeten-Solo im bekannten „Concierto d’Aranjuez“ aus dem Jahr 1939.

Nick Lorenz begeistert an der Trompete bei seinem Solo zu Concierto d’Aranjuez.  Foto: Sebastian Binder

Zu jedem Stück schaffte es die Vorsitzende Petra Walleser in ihren kurzweiligen Ansagen eine Brücke zu schlagen zur Geschichte der nun 100-jährigen Trachtenkapelle. Und so sei es auch 1939 schwer gewesen als das Vereinsleben mit dem Beginn des zweiten Weltkriegs jäh unterbrochen wurde. Das Konzertstück „Of Castles and Legends“ erzählte dann die Geschichte der weißen Jungfrau zur Kugelsburg, die von Raubrittern entführt wurde und sich am Ende aus dem Fenster stürzte – ein spannungsgeladenes Stück, mal locker, mal dramatisch und dann wieder feierlich. Hierzu erinnerte Walleser an 1970, als die erste Frau in den Verein kam. Auch die zehnminütige Rock-Ouvertüre „Canterville Ghost“ vom heimischen Komponisten Markus Götz verlangte von den Musikern einiges ab. Doch die akribische Probenarbeit von Friedrich hatte sich gelohnt und der Applaus nach dem ersten Teil vor der Pause zeigte ein begeistertes Publikum.

Moderne Stücke mit Gesang

Der zweite, moderne, Teil wurde mit afrikanischen Klängen beim Toto-Medley eingeläutet. Bei „The Greatest Showman“ mit Stücken aus dem gleichnamigen Musical-Film wurde die Botschaft der Trachtenkapelle deutlich: Menschen mit Musik und Unterhaltung zusammen zu bringen. Und weltbekannte Melodien gab es dann beim Medley von Adele zu hören. Doch was wäre ein Konzert der Brandenberger ohne Gesang? Denn dieser gehört seit 1994 fest zum Programm. An diesem Abend gab’s ihn gleich vierstimmig zu „Ich brauch Musik“ von den Fäschtbänklern: Nathalie Thoma, Smilla Stolzenburg, Roland Walleser und Kurt Wagner gaben damit ihr Motto weiter. Zum Schluss noch ein Marsch, bei dem die Finger der Klarinetten nur so flogen: Euphoria von Martin Scharnagl.

Dirigent Axel Friedrich mit der Trachtenkapelle Brandenberg. Foto: Sebastian Binder

Das Publikum forderte zwei Zugaben, die mit der Archivisten- Polka und nochmals ganz viel Stimmungsmache beim Gesangstück eingelöst wurden, bevor alle gemeinsam Geburtstag feierten.

Das große Jubiläumsfest steht vom 17. bis 19. Juli an, wobei unter anderem die „Innsbrucker Böhmische“ auf der Bühne stehen werden.