Maria Anna Langer und Wilhelm August Langer feiern Eiserne Hochzeit. Foto: Wolfgang Grether

Vor 67 Jahren trafen sich in Todtnau zufällig zwei Menschen mit vorher unterschiedlichen Lebenslinien. Maria und Wilhelm Langer feiern heute Eiserne Hochzeit.

Nun feiern sie gemeinsam mit drei Kindern, sieben Enkeln und einem Urenkel das Fest der Eisernen Hochzeit. Gefeiert wird im familiären Kreis in einem Gasthaus der Region, ganz im Sinne des Ehebildes, das sie sich gemeinsam geschaffen haben.

 

Maria Anna Langer, geborene Kaiser, stammt aus Muggenbrunn und wuchs in einem Schwarzwaldhaus auf. Zusammen mit fünf Geschwistern unterstützte sie die Eltern schon früh bei der Arbeit und besuchte die Schule im Ort. Der Besuch einer weiterführenden Schule oder eine Lehre, das hatten die Eltern weder für die Jubilarin noch für die anderen Geschwister vorgesehen. Die Eltern legten Wert auf die Mithilfe zur Stärkung des Familieneinkommens. Die Kinder arbeiteten nach dem Schulabschluss in der Fabrik. Die Entlohnung der Bürstenfabrik, ihrem Arbeitgeber, ging nicht in die eigene Tasche sondern wurde dem Familienkonto gutgeschrieben.

Wilhelm August Langer stammt aus dem Riesengebirge in Schlesien. Nach dem Krieg wurde seine Familie vertrieben. Vater, Mutter und sechs Geschwister fanden Zuflucht in Lüchow-Dannenberg. Dort lernte er Zimmermann und plante ursprünglich, ins Badische zu gehen, um in der nahen Schweiz Geld zu verdienen. Aber so das ehrliche Bekenntnis: „Ich wollte wieder Berge sehen, das war ich aus dem Riesengebirge so gewohnt.“

Auf Anraten eines Schwagers schlug er jedoch einen anderen Berufsweg ein und wurde Polizist.

Die Entscheidung hat er nicht bereut. Aus dem Zimmermann wurde ein Polizist mit Leib und Seele, das merkt man ihm an. In Göppingen begann der Dienst. Danach kam die Versetzung in die hiesige Region. Die Dienststellen befanden sich zwischen Lörrach und Todtnau. Das Vorurteil der Polizeischule, dass im Wiesental der Dienst mit dem Karabiner gemacht werden müsse, bestätigte sich nicht. Im Gegenteil, es war eine schöne Zeit, und auch heute noch grüßen ihn die Menschen in Schönau, die ihn noch aus seiner Zeit als Polizist kennen.

Beide bekräftigen das Ja-Wort zueinander, das für sie in guten wie in schlechten Zeiten galt und weiterhin besteht. Sie blicken gemeinsam auf ein schönes Eheleben mit vielen glücklichen Erinnerungen zurück. Dazu gehören die Urlaube bei den Eltern im Forsthaus in der Lüneburger Heide, wo es keinen direkten Wasseranschluss und keine Stromversorgung gab. Aber auch die Tage in Südtirol und Oberbayern blieben als schön im Gedächtnis. Lebensmittelpunkt für das Jubelpaar war und ist der Raum um Schopfheim.

Das hat sich auf Grund der beruflichen Tätigkeit angeboten. Über Jahrzehnte in Wiechs ansässig und jetzt in Schopfheim heimisch, das auch weil die Gegend im Wiesental den beiden gefällt. Sie genießen die Nähe zu den Kindern und Enkeln, die im näheren Umkreis wohnen.

Besonders wichtig war und ist ihnen das Miteinander in der Familie. Früher mit den Eltern und jetzt mit Kindern und Enkeln. Innig, so beschreibt Maria Langer ihr Verhältnis zu den Schwiegereltern. Sie hat sich angenommen gefühlt und ist für die gemeinsamen Stunden noch immer dankbar.

Tief eingebrannt hat sich für Wilhelm August Langer die Vertreibung aus der Heimat, die ihm und seiner Familie viel Leid brachte. Und auch in der gemeinsamen Ehezeit gab es schwere Tage, wie den Tod eines Kindes und Krankheiten.

Doch alles haben sie gemeinsam gemeistert und das wird auch so bleiben, da ist sich das Ehepaar sicher. Gefeiert wird im Kreis der Kinder, Enkel und Urenkel in einem Gasthaus der Region.