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Jens Gaiser aus Baiersbronn Ex-Nordischer Kombinierer geht ganz neue Wege

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Ex-Skiprofi Jens Gaiser durchläuft momentan die Ausbildung zum Physiotherapeuten. Foto: Gaiser

Jens Gaiser aus Baiersbronn hat viel erreicht. Als Sportler tingelte er um die Welt, gewann bei den Winterspielen 2006 eine Silbermedaille. Welche Wege er jetzt, mit 42, geht, erfahren Sie im (SB+)Artikel.

Baiersbronn - Jens Gaiser hat sich viel vorgenommen. Immerhin ist er schon 42, ganz so einfach ist es nicht, jetzt noch einmal einen neuen Beruf zu erlernen. Allein in einer Woche hat der angehende Physiotherapeut drei Zwischenprüfungen zu bewältigen, dabei sind es noch weitere zwei Jahre bis zum Abschluss.

Auch für einen ehemaligen Spitzensportler und Silbermedaillengewinner, der selbst immer wieder von Physiotherapeuten behandelt wurde, ist da viel zu tun. "Da gibt es eine Menge Neuland", sagt der ehemalige Skispringer und Langläufer. Allein die "ganze Körperanatomie" zu pauken sei schon ein harter Brocken. "Es ist schon sehr lernintensiv."

Gaiser, der Junge aus Baierbronn, ist einen weiten Weg gegangen im Leben. Man könnte auch sagen: Vom Schwarzwald in die weite Welt und wieder zurück. Erst die Sportkarriere, die ihn an die Weltspitze brachte. Zehn Jahre lang reiste er als Nordischer Kombinierer um die Welt, immer am Leistungslimit, immer Hektik, immer Aufregung.

Silbermedaille in Turin gewonnen

Größter Erfolg: Als Nordischer Kombinierer gewann er 2006 bei den Olympischen Winterspielen in Turin mit der deutschen Staffel die Silbermedaille. Dann, schon ein Jahr später, das abrupte Karriereende. Der Weg zurück ins Schwarzwaldtal, der Beruf des Schornsteinfegers, "ein toller Beruf", wie er heute noch bekennt.

Doch dann, nach mehreren schweren Bandscheibenvorfällen, das Aus als Schornsteinfeger – und der Neuanfang als angehender Physiotherapeut. Doch Gaiser beklagt sich nicht, im Gegenteil: Die Herausforderung des Neuen, das Lernen – er scheint es zu genießen. "Ich habe mir viel vorgenommen", sagt er.

Gaiser wirkt wie ein Mann, der mit sich selbst im Reinen ist. Spitzensportler, Schornsteinfeger, Physiotherapeut. Wie passt das zusammen, will man wissen? Gibt es so etwas wie einen roten Faden? Gaiser zögert eine kleine Weile mit der Antwort. "Einen roten Faden eher nicht", sagt er. "Man kann schließlich nicht planen, Spitzensportler zu werden." Da war der "Brotberuf" des Schornsteinfegers schon wichtig, "der Sport lief zunächst eher nebenher". Die Karriere als Sportler verlief rasch und steil – hatte aber auch ein jähes Ende.

1997 feierte der Kombinierer vom SV Mitteltal-Obertal die ersten großen Internationalen Erfolge, 2006 dann Silber in Turin – ein Jahr später war dann schon Schluss. Zeitweise habe er fünf, sechs Stunden täglich trainiert. "Quälen gehört zum Spitzensport dazu", sagt er im Rückblick. Doch damals habe er immer deutlicher gespürt, "dass ich nichts mehr draufpacken kann", dass er seine Grenzen erreicht hat, dass seine Zeit vorbei ist. "Das muss man selbst spüren. Das sagt einem kein Trainer."

Am Ende auch das Reisen satt gehabt

Bereut habe er den Beschluss jedoch nie. Von der weiten Welt zurück ins enge Schwarzwaldtal, fiel das nicht auch schwer? Die Antwort kommt prompt und ohne Zögern: "Ich habe viel gesehen von der Welt. Aber ich habe auch gesehen, dass es daheim eigentlich am schönsten ist. Es wird einem erst bewusst, wenn man unterwegs ist, wie schön wir hier leben."

Außerdem habe er mit dem Spitzensport unter anderem aufgehört, weil er "das viele Reisen satt hatte". Auch sonst habe damals alles zusammengepasst: Jens Gaiser heiratete, der Sohn wurde geboren.

Jetzt also noch einmal etwas Neues. Natürlich habe er schon als Sportler mit der Physiotherapie zu tun gehabt. "Es hat mich immer wieder gewundert und erstaunt, was Physiotherapeuten bewegen und was da möglich ist." Und was plant Gaiser nach dem Ende der Ausbildung in zwei Jahren?

Noch ist die Zukunft offen, meint er. Unklar sei, ob er sich etwa als Therapeut selbstständig machen will. "Es muss aber nicht unbedingt mit dem Sport zu tun haben", fügt er hinzu. Auf die Langlaufski steigt er allerdings heute noch. "Ich freue mich immer noch auf die Loipe". Nur das Skispringen gehe nun nicht mehr, dazu müsste man mehr im Training sein.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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