Die Halle gefüllt, die Stimmung gut: Pop- und Rockmusik der legendären deutschen Band „Rainbirds“ hat am Samstagabend beim Rottweiler Jazzfest die Besucher begeistert.
Die 1986 gegründete Berliner Musikgruppe, eine der bekanntesten Formationen der deutschen Pop- und Rockgeschichte, ist für einige exklusive Konzerte wieder zurück auf den deutschen Bühnen. Für die Jubiläumstour anlässlich des 40-jährigen Bestehens haben sich Frontfrau Katharina Franck, weitere Gründungsmitglieder sowie ehemalige Bandmitglieder noch einmal zusammengefunden.
Die Comeback-Tournee durch Städte wie Leipzig, Berlin, München und Mainz startete in Rottweil beim Jazzfest in der Stallhalle – dort, wo Musik besonders nahbar wird. Katharina Franck (Gesang, Gitarre), Ulrike Haage (Piano), Werner Neumann (Gitarre), Michael Beckmann (Bass) sowie die Schlagzeuger Dominique Ehlert und Wolfgang Glum – diese bedienten abwechselnd das Drumset – begaben sich mehr als zwei Stunden ohne eine Pause auf eine musikalische Reise durch 40 Jahre bewegte Bandgeschichte.
Die spielfreudige Band um die charismatische Sängerin und Songwriterin ließ in der Stallhalle nicht nur ihr erfolgreichstes Kapitel aus den 80er- und 90er-Jahren mit den großen Charterfolgen aufleben. Klassiker trafen auf weniger bekannte Titel. Die neuen Arrangements wirkten dabei keineswegs wie bloße Rückblicke. Einige Stücke wurden hörbar neu interpretiert, ohne ihren charakteristischen Kern zu verlieren. Diese Mischung verlieh dem Abend eine besondere Note – vertraut und überraschend zugleich.
Die Setliste umfasste Titel aus den sieben Alben und zeigte die Entwicklung der Berliner Musikgruppe auf. „Through the web of time – 40 Jahre Rainbirds“ – so haben die Sechs die Comeback-Tournee überschrieben.
Auch Jahrzehnte nach ihrer Gründung – dies zeigte sich beim Jazzfest in der Rottweiler Stallhalle – werden die zeitlosen Songs der Band zwischen Pop, Rock und artverwandten Songwriter-Elementen noch generationsübergreifend gehört.
Im Mittelpunkt stand die 62-jährige Sängerin mit ihrer unverwechselbaren Stimme. Franck war auf der Bühne präsent wie eh und je. Klar, eindringlich und unverwechselbar interpretierte sie die Songs – mal fragil und zurückgenommen, dann wieder kraftvoll. Ihre Stimme war das emotionale Rückgrat des Konzerts. Bei den letzten drei Songs (darunter „Blueprint“) hielt es die Zuhörer nicht mehr auf den Stühlen.