Mit ihrem neuen Standort hat die Baugenossenschaft Triberg „eine Superlösung“ gefunden. Warum, wie und weshalb es dauerte, erzählt uns der Vorstandsvorsitzende Andreas Weißer.
Seit dem 25. Februar dieses Jahres gilt zwar die neue Adresse in der Triberger Hauptstraße 54, aber es war ein weiter Weg. Bis die Genossenschaft, die mittlerweile über 500 Mitglieder zählt, so weit war, sich in Tribergs Toplage selber niederzulassen, zogen insgesamt vier Jahre ins Land.
Zuvor war in den Räumen die jetzt so perfekt saniert und großzügig daher kommen ein Kleidergeschäft untergebracht. Aber im Dezember 2022 machte es dicht. Als die Mitarbeiter des Inhabers in den Ruhestand gingen und sich kein Ersatz für sie finden ließ, war das Aus des Kleidergeschäftes besiegelt.
Zwei Jahre auf der Suche
Vorstandsvorsitzender Andreas Weißer suchte zwei Jahre lang einen Nachfolger für die vielen Quadratmeter fast direkt gegenüber des Rathauses und zentral an der Hauptstraße. Allein, so viel Raum braucht nicht jedes Geschäft. Mancher kann und will das nicht bezahlen und die Baugenossenschaft brachte auch ihre Vorstellungen darüber mit, was sie an dieser Stelle eben nicht wollte.
Dann, 2024 fiel der Entschluss der Triberger Genossenschaft, da selber einzuziehen. Der Wohnbaugenossenschaft ging es, so sagt Weißer, vor allem auch um die Stadt Triberg. Es ging um eine ansehnliche Lösung, mit der man auch bei der Verwaltung als direkten Nachbarn, zufrieden sein kann. Die Sanierung sollte das Stadtbild aufwerten. Denn: „Leerstand ist ja nie wirklich gut und schon gar nicht attraktiv.“
Hinzu kam, dass die Triberger Baugenossenschaft – was Mitarbeiter und Raumbedarf anging – gewachsen war. Also krempelte man auch beim Architekturbüro Schneider, mit dem die Wohnbaugenossenschaft regelmäßig zusammen arbeitet, die Ärmel hoch. Es folgten Besichtigungen, Berechnungen, Pläne und das intensive Wälzen des aktuellen Baugesetzes und der energetischen Anforderungen. Luftwärmepumpen und ihre Möglichkeiten wurden abgecheckt, um eine möglichst optimale Entscheidung zu fällen.
Dann ging es los. Die Handwerker kamen meist aus der Region, denn auch das gehört bei der Baugenossenschaft zur Philosophie um das Geld im Städtle zu halten. Oder zumindest in der näheren Umgebung.
Jetzt ist das Team der Genossenschaft seit dem Februar in seinen 167 Quadratmetern und arbeitet und plant in herrlich neuen, großen Räumen. Darüber sind die vermieteten Wohnungen. Die Genossenschaft hat nun einen Besprechungsraum, insgesamt drei Büros für die größtenteils teilzeitbeschäftigten Mitarbeiter, Archive, Schaltraum, einen Empfangsbereich und was die Energiepolitik angeht: Die Zukunft kann kommen. Denn selbst wenn die Gesetzgeber die Schraube noch höher drehen, erfüllt diese Renovierung in Tribergs Toplage dann immer noch die Vorgaben.
Kleine Feier mit den Handwerkern
Das Untergeschoss hat noch einmal 100 Quadratmeter. Für Lager, Heizraum, Technik sowie einen Hausmeister und die Geräte, die er von Gartenarbeit bis Reparatur so braucht. Allerdings, so räumt Weißer ein, die Bauzeit sei hart gewesen. Die Sanierung und der Ausbau hätten ja quasi nebenher gehen müssen. Er ist der einzige Vollzeitbeschäftigte der Baugenossenschaft, wird aber tatkräftig vom Vorstand Rolf Gehringer unterstützt, den in Triberg schließlich auch alle kennen.
Beide sind sich sicher: „Das ist die Zukunft, das hält uns die nächsten Jahre aus“. Zusammen mit den Handwerkern eine kleine Feier zu machen, das steht noch an und wird dieser Tage stattfinden.
Der absolute Schwerpunkt liegt auf Bestandserhaltung und Sanierung
Toplagen
seien zwar eine feine Sache, räumt der Vorstandsvorsitzende der Baugenossenschaft Triberg, Andreas Weißer, ein, allerdings komme in Triberg, in der es außer der Wohnbaugenossenschaft keine andere Gesellschaft dieser Art gibt, noch der Aspekt hinzu, dass die Triberger Baugenossenschaft zwar wächst, aber immer noch eine kleine Einheit ist. „Die Preise für den Erwerb von Bestandsimmobilien sind hier ähnlich hoch wie in anderen Städten, so dass an weitere Käufe oder Neubauten im großen Stil gar nicht zu denken ist“, sagt er. Deshalb wird das Augenmerk darauf gerichtet, den Bestand zu erhalten, Sanierungen und Renovierungen seien der absolute Schwerpunkt. Um den Wert zu erhalten und die Gebäude ansehnlich bleiben zu lassen, sei das schließlich auch wichtig. Für das eine oder andere Projekt gäbe es auch mal ELR-Mittel, sagt Andreas Weißer. Die habe die Baugenossenschaft Triberg – wenn es ins Programm des Ministeriums passte – auch abgegriffen.