Der Zahn der Zeit wird in Sulz-Fischingen für eine mehrmonatige Brückensperrung, Kosten in Höhe von gut 390 000 Euro, aber auch für ein sicheres Bauwerk sorgen.
Vielen werden die Bilder noch im Kopf sein, die am 11. September 2024 über die Bildschirme flimmerten: In der Nacht um 2.58 Uhr war die Carola-Brücke in Dresden eingestürzt – kurz nachdem eine Straßenbahn die Strecke über die Elbe überquert hatte.
Doch damit solch ein Unglück nicht in Sulz passiert, gibt es Alexander Beller und sein Team vom Straßen- und Wegemanagement. „Die Hauptprüfung 2023 ergab eine Zustandsnote von 2,4“, erklärt er mit Blick auf die Brücke am Rathaus in Fischingen. Zur Einordnung: Laut Info aus dem Ministerium besteht ab einer Note von 3,0 – die Skala reicht bis 4,0 – unmittelbarer Handlungsbedarf.
Risse im Beton
So habe das damit beauftragte Ingenieurbüro Rothenhöfer aus Karlsruhe einen schadhaften Fahrbahnbelag mit ausgeprägten Längs- und Querrissen festgestellt, ebenso habe es beim Übergang zwischen Bauwerk und Straße Ausbrüche am Asphalt gegeben.
Mehrfach war es zu Längsrissen im Konstruktionsbeton der Brückenkappen gekommen, an Widerlagern und Pfeilerscheiben waren Betonschäden, die Bewehrungseisen lagen teilweise frei. Auch die „Geländerpfosten“ aus Stahlbeton auf den Brückenkappen wiesen Schäden auf.
Neuer Fahrbahnbelag
„Die Brücke stammt aus den 1950er-Jahren“, ruft der Leiter des Straßenmanagement in Erinnerung. Doch was gibt es jetzt zu tun, um die vorgefundenen Schäden zu beheben? Der Fahrbahnbelag muss bis auf die Höhe der Gussasphaltschutzschicht abgefräst, selbige instandgesetzt und ein neuer Belag aufgebracht werden.
An den Übergängen ist es notwendig, den Belag samt Unterbau zurückzubauen, um dann einen neuen Fahrbahnbelag einzubauen. Risse im Beton müssen freigelegt und die Fugen mit Epoxidharz verpresst werden. Die „Geländerpfosten“ sowie der Konstruktionsbeton erhalten eine neue Beschichtung sowie die Widerlager einen mineralischen Korrosionsschutz.
Über 330 000 Euro eingeplant
Laut Sitzungsunterlagen werden die rein baulichen Instandsetzungskosten zum jetzigen Zeitpunkt auf 280 000 Euro netto geschätzt. Dazu kommen das Ingenieur-Honorar mit Bauüberwachung für rund 48 000 Euro, was Brutto-Gesamtkosten von gut 390 000 Euro ergibt.
Zur Finanzierung der Projektkosten sind im Haushalt 2025 60 000 Euro bereitgestellt und im Haushalt 2026 weitere 10 000 Euro. Für die Bauausführung in 2027 werden Haushaltsmittel in Höhe von 330 000 Euro für den kommenden Haushalt angemeldet.
Verlängert sich die Bauzeit?
Und wie weiter? „Die Ausschreibung soll noch dieses Jahr erfolgen, damit die Sanierung 2027 starten kann“, erklärt Beller. Für die Dauer der Bauzeit wird davon ausgegangen, dass es für die Arbeiten eine Vollsperrung der Straße braucht.
Alternativ ist eine einbahnige Verkehrsführung mittels Ampelregelung möglich, was allerdings Zusatzkosten und eine längere Bauzeit mit sich bringen würde. Die Dauer der „normalen“ Bauzeit wird auf zwölf bis 14 Wochen geschätzt.
„Hervorragend aufgearbeitet“
„Sie als Gemeinderat werden nie die Probleme wie Land und Bund haben“, verspricht Reiner Wössner, Fachbereichsleiter für Planen und Bauen, den anwesenden Stadträten des Ausschusses Technik und Umwelt. Dass das so sei, liege am Sachbearbeiter.
„Alexander Beller hat alles hervorragend aufgearbeitet – da kommen keine Überraschungen auf Sie zu“, betont er. Und stellt klar: „So was wie in Dresden wird hier nicht der Fall sein.“ Die Ausschuss-Mitglieder stimmen der Vergabe der Ingenieurleistungen an das Büro Störk + Bengsch aus Bühlertal zu.