Die Leitungsbrücke am Sportplatz in Fischingen wird mithilfe eines speziellen Schwerlastkrans aus der Verankerung gehoben. Foto: Schwind

Das bekommt man nicht alle Tage zu sehen: Die Leitungsbrücke am Sportplatz in Fischingen wird mithilfe eines speziellen Schwerlastkrans aus der Verankerung gehoben.

Bereits in den frühen Morgenstunden starteten die Vorbereitungen auf der Baustelle. Bevor die eigentlichen Arbeiten beginnen konnten, wurde zunächst die Abwasserleitung stillgelegt und durch eine Provisorium mit einer Stahlseilkonstruktion über den Neckar ersetzt. Mit dieser Übergangsleitung soll die Abwasserentsorgung während der gesamten Bauzeit gewährleistet sein.

 

Nachdem zwei Monteure spezielle Hebegurte gleichmäßig an der rund 35 Meter langen und fünf Tonnen schweren Leitungsbrücke verteilt hatten, hob der Schwerlastkran die Leitungsbrücke kontrolliert aus ihrer bisherigen Verankerung. Um den anspruchsvollen Einsatz sicher durchzuführen arbeiteten Kranführer, Bauleitung und das Montageteam eng zusammen.

Komplexe Arbeiten

Trotz der komplexen Arbeiten verlief alles ohne Zwischenfälle. Im Übrigen war es die erste Brückenaushebung für Sarah Steeb von der Baufirma Steeb und auch für die Stellvertretende Stadtbauamtsleiterin und designierte Nachfolgerin Katharina Hofer.

Für die eigentliche Sanierung wurde die Brücke auf einem vorbereiteten Gerüst gelagert. Sie soll nun in einer staub- und wasserdichten Einhausung bearbeitet werden. „Damit soll verhindert werden, dass Schadstoffe oder Rückstände der Arbeiten in den Neckar oder die Natur gelangen“, erklärte Sarah Steeb.

Ursprünglich war eine Einhausung der Brücke am Standort über den Neckar geplant, bis ihr Vater diese sicherere und kostengünstigere Lösung ins Spiel gebracht habe, so Steeb.

Korrosionsschutz wird erneuert

Im Zuge der Instandsetzung wird die alte Beschichtung nun durch Sandstrahlen entfernt und der Korrosionsschutz erneuert. Nach Abschluss der Arbeiten soll dann die Brücke wieder eingehoben und an das Abwassersystem angeschlossen werden.

Das Brückenbauwerk spielt in der Abwasserentsorgung des Sulzer Stadtteils eine wesentliche Rolle. Über ein vorgeschaltetes unterirdisches Pumpwerk wird das Abwasser aus der südwestlichsten Bebauung Fischingens in den Gemeindeverbindungskanal geleitet.

Freudig zeigte sich Tiefbau- und Werkhofbetriebsleiter Alexander Beller angesichts dessen, dass die Sanierungsbaumaßnahme bis jetzt problemlos vonstatten gehe und voll im Zeitplan liege.

Für den von der Stadt Sulz hinzugezogenen Brückenbauingenieur Joachim Störk vom Büro Störk und Bengsch ist es nun wichtig, die Brücke auf dem Gerüst einzuhausen. „Die Brücke muss jetzt festgemacht und mit einen Bauzaun abgesichert werden. Die verleitet nämlich zum Klettern“.

Angesichts der feiertagsbedingt verkürzten Arbeitswoche nächste Woche werden die Sanierungsarbeiten dann wohl erst danach wieder an Fahrt aufnehmen, so Sarah Steeb.