Die Impfungen waren bestens gefragt in Neubulach.  Foto: Buck

DRK und Betriebsärzte spannen zusammen in Neubulach. In einer groß angelegten Aktion werden an einem Tag aus 20 verschiedenen Betrieben 250 Mitarbeiter erstgeimpft.

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Neubulach - Die Freude steht den Impflingen ins Gesicht geschrieben an diesem Dienstagnachmittag in Neubulach – und das ist trotz Maske zu sehen. Das örtliche Deutsche Rote Kreuz unterstützt nämlich die Betriebsärzte Alois und Jennifer Jerges. Aus rund 20 Betrieben pilgern am Dienstag Impfwillige zum Neubulacher DRK-Stützpunkt – von morgens bis abends. Am Ende des Tages werden es 250 Spritzen sein, die von den beiden Betriebsärzten gesetzt worden sind. "Heute sind es überwiegend Klein- und Mittelständler", erklärt Jerges. Das positive an den Betriebsimpfungen sei, dass dadurch auch etliche Jüngere in den Genuss einer Erstimpfung kommen.

DRK unterstützt gerne

Mit dieser Aktion seien dann im Kreis Calw 500 Personen aus Betrieben erstgeimpft. Bei der Dienstags-Impfung seien aber überwiegend Betriebe direkt aus Neubulach in die Impfkampagne eingebunden gewesen.

Für das DRK in Neubulach war es gar keine Frage, dabei zu unterstützen. "Wir sind auch froh, wenn wir uns einbringen können", erklärt Jörg Pfrommer vom DRK. Lange sei wegen Corona ja auch wenig gelaufen – beispielsweise die Erste-Hilfe-Kurse waren zu Beginn der Pandemie gar ausgesetzt, auch andere Dienste in Altenheimen oder ähnlichen Einrichtungen lagen wegen des Infektionsschutzes auf Eis. Jetzt freut man sich beim DRK natürlich umso mehr, dass man wieder aktiv bei der Bewältigung der Pandemie mithelfen kann.

Das Miniatur-Impfzentrum ist bestens durchchoreographiert. Alles in Einbahnstraßenregelung, so wie es ja auch vorgeschrieben sei, erklärt Pfrommer. In der Fahrzeughalle ist der Empfang untergebracht, dann geht es durch das Vereinsheim in den Schulungsraum. Dort sind zwei Impfkabinen aufgebaut, worin Alois und Jennifer Jerges quasi schon mit den Spritzen im Anschlag auf die Impflinge warten.

Danach geht es einmal ums Gebäude in den Ruheraum. Nach einer 15-minütigen Wartezeit werden die frisch Erstgeimpften in das sonnige Neubulach ­entlassen.

Während die Schlange vor dem Gebäude immer länger wird, zieht in der Küche ein DRK-Mitarbeiter fast schon im Akkord neue Impfspritzen auf. Mit ruhiger Hand bekomme man sogar auch mal sieben Impfdosen aus den Ampullen, erklärt Pfrommer.

Ganz reibungslos läuft es dann doch nicht

Bleiben Impfdosen am Abend übrig, habe man noch ein paar Leute an der Hand, die ebenfalls noch nicht geimpft sind. Verkommen lassen will man den guten Stoff also nicht in Neubulach. Stichwort Stoff: Vornehmlich das mRNA-Vakzin von Biontech wird bei der Aktion verimpft. "Ein paar Dosen Johnson und Johnson sind auch dabei", weiß Pfrommer.

Trotz aller Freude: So ganz reibungslos läuft es dann doch nicht. Die genauen Abrechnungsmodalitäten seien zum Beispiel noch ungeklärt, meint Jerges und ergänzt: "Im Moment geht es mit einer schwarzen Null auf." Man hofft, dass der ein oder andere Betrieb sich mittels Spende ans DRK noch erkenntlich zeigt für die Hilfe.

Eine weitere Schwierigkeit war die Meldung der Neugeimpften ans Robert Koch-Institut (RKI). Denn das habe zu Beginn nur bei den wenigsten Betrieben funktioniert. Inzwischen sind die Probleme aber behoben und die Impfungen können voll durchstarten – sofern der Impfstoff da ist. Zu Beginn, also direkt am 8. Juni, als die Impfung für Betriebsärzte offiziell freigeschaltet wurde, habe er 800 Impfdosen bestellt, erinnert sich Jerges. Geliefert wurden letztendlich kümmerliche 102. "So mussten Impfwillige immer wieder vertröstet werden", klagt der ­Betriebsarzt.

Jetzt aber ist endlich genug Impfstoff vorhanden. Im Juli wird dann die Zweit-Impfrunde eingeläutet. "Dann haben wir weitere 500 vollständig Geimpfte", freut sich Jerges schon jetzt über den nahenden zweiten Impftermin. Auch dann wird das DRK Neubulach wieder mit voller Tatkraft unterstützen und sein Vereinsheim zur Verfügung stellen.