Am Sonntagabend musste die Feuerwehr einen Kabelbrand im Hotel Therme Bad Teinach löschen. Der war im Keller ausgebrochen und breitete sich in den Saunabereich aus. 70 Gäste mussten evakuiert werden.
Im Saunabereich der Hotel Therme ist am Sonntagabend ein Brand ausgebrochen. Die Feuerwehr sei über die Brandmeldeanlage um 18.46 Uhr alarmiert worden, erklärte Einsatzleiter Werner Kalmbach vor Ort.
Schnell sei klar gewesen, dass es „kein klassischer Fehlalarm“ ist. Im Erdgeschoss habe es eine starke Rauchentwicklung gegeben. Die Suche nach der Ursache habe die Feuerwehrleute in den Saunabereich geführt. Den Brandherd hätten sie schließlich in der Rückwand und der Decke des Dampfbades gefunden.
Kabelbrand als Ursache ausgemacht
Durch weitere Erkundungsmaßnahmen sei man auf eine starke Verrauchung im Untergeschoss gestoßen. „Der Rauch drang aus einem Verteilerkasten“, so Kalmbach. Einen dortigen Kabelbrand machte er als Ursache aus. Von da aus habe sich das Feuer entlang der Kabel ins Erdgeschoss und zum Dampfbad ausgebreitet. Dort sei es dann zu einem „Schmorbrand“ gekommen. „Man hat die Glut gesehen“, so Kalmbach.
Den Brand konnte die Feuerwehr unter Atemschutz erfolgreich bekämpfen. Zuvor wurden Gas und Strom abgestellt. Anschließend war die Feuerwehr vor allem mit Entlüftungsmaßnahmen beschäftigt.
Zur Zeit des Brandes waren laut Hotelbesitzer Wolfgang Scheidtweiler 70 Gäste in dem Gebäudeteil. Der Saunabereich befindet sich im südlichen „Thermenflügel“ des Hotels. „Die Gäste wurden alle evakuiert und im Nachbargebäude untergebracht“, so Kalmbach.
Niemand muss Hotel verlassen
Teilweise hätten die Menschen den Gebäudeteil schon verlassen gehabt. Keinem sei etwas passiert, sagte Kalmbach. Und niemand müsse das Hotel verlassen, ergänzte Scheidtweiler. Es gebe genügend freie Zimmer.
In ihre eigentlichen Zimmer können die Gäste aber vorerst nicht zurück. Dafür sei es noch zu verraucht, so Kalmbach. Am Montag müsse man sich die Lage noch einmal anschauen. Am späten Sonntagabend war aus den Fenstern im Erdgeschoss jedenfalls noch der beißende Geruch von verbanntem Plastik wahrzunehmen.
Scheidtweiler lobte die Feuerwehr. Die sei binnen „weniger Minuten“ vor Ort gewesen. „Fast so, als ob sie drauf gewartet haben“, sagte er. „Das ist unser Job“, meinte Kalmbach.
Dutzende Kräfte im Einsatz
Neben der Freiwilligen Feuerwehr Bad Teinach-Zavelstein, die mit drei Abteilungen, sechs Fahrzeugen und etwa 60 Feuerwehrleuten vor Ort war, wurde zusätzlich ein Löschfahrzeug aus Holzbronn gerufen. Per Überlandhilfe kam auch noch die Drehleiter aus Calw, die aber nicht eingesetzt wurde, wie der stellvertretende Kreisbrandmeister André Weiss erklärte. Auch die hinzugerufene Feuerwehr aus Stammheim konnte schnell wieder abziehen.
Laut Weiss waren 92 Feuerwehrleute mit 17 Fahrzeugen vor Ort, die Polizei mit sechs Kräften und drei Fahrzeugen sowie vier Vertreter der psychosozialen Notfallversorgung. Das DRK sei mit 36 Einsatzkräften und zehn Fahrzeugen angerückt, „musste aber nicht eingreifen“, so Weiss.
Wie groß der Schaden am Gebäude und im Saunabereich ist, konnte Scheidtweiler nicht sagen. Wichtig sei, dass die Kabel für die Heizung und die Umwälzpumpe funktionierten. Das werde am Montag geprüft. Der Thermenflügel sei 2015 in Betrieb gegangen. Dort seien alle Brandschutzregeln eingehalten worden. Deshalb habe sich das Feuer auch nicht weiter ins erste Obergeschoss ausbreiten können.
Als „Glück im Unglück“ sah er, dass die von Sonntag auf Montag ohnehin meistens wenig Gäste im Hotel seien. Es gebe also ausreichend Zimmer, um die Gäste woanders unterzubringen. Keiner müsse abreisen, der das nicht wolle. Gegen 21.30 Uhr saßen auch schon wieder Gäste im Restaurant. Und bei Minustemperaturen versorgte das Hotel die Einsatzkräfte mit warmen Getränken. Scheidtweiler lud sie sogar ein, auf eine Suppe ins Warme zu kommen.
Bürgermeister Markus Wendel war ebenfalls vor Ort. Er war froh, dass niemandem etwas passiert ist. „Und das zeigt, wie gut und wichtig es ist, eine gut ausgestattete Feuerwehr zu haben“, sagte er.
Zur Schadenshöhe konnten am Abend noch keine Aussage getroffen werden. Am Montagmorgen soll das vom Brand betroffene Gebäude begangen werden. Erst danach lasse sich eine Schadenshöhe benennen, so der Kreisfeuerwehrverband.