Wer selbst oder ein geliebter Mensch unheilbar erkrankt, erlebt oft eine Zeit voller Unsicherheit. Gerade dann sind Angebote wichtig, die entlasten und Orientierung geben.
Ein zentraler Baustein dafür ist der bereits vor der Inbetriebnahme der neuen Palliativstation im Dreiland-Klinikum eingerichtete Runde Tisch Hospiz- und Palliativversorgung im Landkreis Lörrach. Er stehe beispielhaft für sektorenübergreifende Versorgungsangebote, die eine Begleitung in der letzten Lebensphase mit Würde und Achtsamkeit ermöglichen, wie das Dreiland-Klinikum mitteilt.
Palliative und hospizliche Unterstützung richtet sich an schwer erkrankte Menschen und ihre Angehörigen. Sie bietet Beratung und Begleitung in herausfordernden Lebensphasen und am Lebensende und trägt dazu bei, Lebensqualität zu erhalten und Entlastung zu fördern.
„Mit allen Leistungserbringern und Initiatoren einer sektorübergreifenden Palliativversorgung an einen Tisch zu kommen hat einen hervorgehobenen Stellenwert und macht deutlich, dass Palliative Care im Dreiland-Klinikum einen festen Platz erhält und sich unser Qualitätsanspruch an Haltung, Verantwortung und Respekt gegenüber den Menschen orientiert, die sich uns anvertrauen“, erläutert Udo Lavendel, Vorsitzender der Geschäftsführung.
Kein Konkurrenzdenken
Mit dem sektorenübergreifenden Angebot, das ambulante, stationäre und rehabilitative Leistungen frei von Konkurrenzdenken miteinander vernetzt, würden Patienten ganzheitlich begleitet, wie es weiter heißt. „Ziel der Hospiz- und Palliativversorgung ist es, sich die Zeit nehmen zu können, die jeder Mensch in dieser Situation braucht, um seinem individuellen Bedarf und seiner Würde gerecht zu werden.
Dieser Runde Tisch zeichnet sich durch einen außerordentlichen und konstruktiven Team-Charakter aus mit der Fokussierung auf die Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige“, betont Dr. Norbert Krauss, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Onkologie und Palliativmedizin.
Historische Wurzeln
Die heutige enge Vernetzung im Landkreis gehe wesentlich auf das Engagement von Menschen wie Dr. Christa Häfner zurück, die in der Zeit als Vorsitzende der Ambulanten Hospizgruppe Dreiländereck die Gründung des runden Tisches maßgeblich initiiert hat. Ihr Nachfolger im Vorsitz der Ambulanten Hospizgruppe Dreiländereck, Kreisrat Tonio Paßlick, betont den im Runden Tisch gelebten Geist der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland, die am Welthospiztag 2018 in der Stadtkirche Lörrach unterzeichnet wurde.
Die Charta fordert, dass jeder Mensch am Lebensende würdig, schmerzarm und gut begleitet sterben kann – getragen von qualifizierten Fachkräften, gesellschaftlicher Verantwortung und einer flächendeckend vernetzten Hospiz- und Palliativversorgung.
Der bereits 2019 begonnene Aufbau entsprechender Versorgungs- und Vernetzungsstrukturen bündelt die zentralen Angebote im Landkreis und macht sichtbar, wie vielfältig Unterstützung sein kann: von ambulanter hospizlicher Begleitung durch ehrenamtliche Hospizbegleitende über den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst bis hin zum Kinder-Palliativteam im Rahmen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV).
Stationäres Hospiz
Wenn eine Versorgung zu Hause nicht mehr möglich ist, steht mit dem stationären Hospiz am Buck ein wichtiger Ort der Betreuung zur Verfügung. Weitere tragende Säulen sind die Krankenhausseelsorge, die Sozialberatung in den Kliniken, die Brückenpflege des Onkologischen Schwerpunktes sowie das Angebot „Letzte Wünsche-Mobile“, das Wunschfahrten in der letzten Lebensphase ermöglicht.
Ergänzend beraten der Pflegestützpunkt Landkreis Lörrach und der ipunkt der Fritz-Berger-Stiftung umfassend rund um das Thema Pflege.
Umfassende Informationen zur palliativen und hospizlichen Unterstützung im Landkreis Lörrach sind im Digitalen Sozial- und Gesundheitskompass verfügbar unter www.gesundsozial.digital/hospiz-palliativversorgung.