Bekenntnis zum Standort: Homag investiert in Schopfloch 60 bis 80 Millionen Euro. Foto: Homag

Die Homag Group hat das größte Investitionsprogramm ihrer Unternehmensgeschichte auf den Weg gebracht. In den kommenden drei Jahren sollen 60 bis 80 Millionen Euro in die Modernisierung des Hauptstandorts fließen und weitere rund 15 Millionen Euro in ein neues Werk in Polen.

Schopfloch - Der nach eigenen Angaben weltweit führende Anbieter von Produktionstechnik für Möbel und Holzbauelemente lässt am Stammsitz in Schopfloch ein Kundencenter, moderne Bürogebäude, ein zeitgemäßes Betriebsrestaurant sowie ein Logistikcenter entstehen.

"Die beiden älteren Bürogebäude sowie auch das Betriebsrestaurant in Schopfloch sind nicht mehr zeitgemäß und müssten aufwendig saniert werden. Wir haben uns jetzt für eine nachhaltige Lösung entschieden und bauen komplett neu", wird Vorstandsvorsitzender Ralf W. Dieter, in einer Mitteilung vom Montag zitiert. "Das ist ein klares Bekenntnis zu unserem Standort und eine wichtige Investition in die Zukunft von Homag. Zum einen schaffen wir so für unsere Mitarbeiter ein modernes und angenehmes Arbeitsumfeld. Zum anderen können wir den Kunden unsere Produkte im neuen Kundencenter angemessen präsentieren."

Geplant ist zudem der Neubau eines an den Standort angebundenen Logistikcenters. Ziele seien eine hohe Ersatzteil-Verfügbarkeit sowie schlanke und effiziente Logistikprozesse bei der Belieferung des Werks und der Kunden. Das neue Logistikcenter soll auch die restlichen externen Lager ablösen. Bereits im Dezember hatte die Homag Group Investitionen von über zwölf Millionen Euro für die Modernisierung des Werks am Standort Schopfloch angekündigt. Der größte Teil dieser Investitionssumme entfällt auf einen Hallenanbau.

"Wir freuen uns, dass der Standort Schopfloch deutlich gestärkt und aufgewertet wird", wird Homag-Konzernbetriebsratsvorsitzende Carmen Hettich-Günther in der Mitteilung zitiert. "Die jetzt geplante ganzheitliche Lösung begrüßen wir sehr. Das ist eine sehr gute Nachricht für alle Beschäftigten hier in Schopfloch."

Laut Mitteilung des Dürr-Konzerns, zu dem die Homag Group seit 2014 mehrheitlich gehört, wolle die Tochter das geplante profitable Wachstum unterstützen. Zudem solle der Marktanteil im Geschäft mit der Möbelindustrie von derzeit gut 30 auf mindestens 40 Prozent steigen.

Nachfrage zieht seit Monaten deutlich an

Homag befinde sich am Anfang eines neuen Investitionszyklus im Geschäft mit der Möbelindustrie. Die Nachfrage der Kunden nach Maschinen und Produktionslinien ziehe seit einigen Monaten wieder deutlich an. Vorangegangen sei eine Schwächephase, die 2019 einsetzte und später durch die Corona-Pandemie verstärkt wurde. In das laufende Jahr ist Homag laut Dürr mit hohen Auftragseingängen gestartet. 2023 wolle Homag das Ziel einer Ebit-Marge, die den operativen Gewinn ins Verhältnis zum Umsatz setzt, von mindestens neun Prozent erreichen.

Auch in Polen, wo Homag bereits mehr als 700 Mitarbeiter beschäftigt, soll neu gebaut werden. Ralf W. Dieter: "Der polnische Markt wächst seit Jahren, inzwischen sind wir an unserem bisherigen Standort an den Kapazitätsgrenzen angelangt. Hinzu kommt, dass das polnische Werk in unserem globalen Produktionsverbund eine wichtige Rolle spielt. Deshalb errichten wir ab dem zweiten Quartal 2021 in Sroda ein neues Werk."

Der polnische Standort ist – nach der Belegschaftsgröße – der drittgrößte von Homag nach Deutschland und China. Durch die Investition würden die Kapazitäten in Sroda modernisiert und vergrößert. Dadurch werde das Werk, von dem aus Homag weltweit exportiert, noch leistungsfähiger, so der Dürr-Konzern. Zugleich könne Homag die starke Möbelindustrie in Polen noch effektiver mit Maschinen und Services bedienen.

Homag beschäftigt rund 7000 Mitarbeiter weltweit und setzte 2020 rund 1,1 Milliarden Euro um. Das Unternehmen unterhält weltweit 14 Produktionswerke sowie rund 20 konzerneigene Vertriebs- und Servicegesellschaften.

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