In der Fußball-Landesliga steht die Sommerpause an. Im Rückblick lässt sich bei fast allen Hochrhein-Vereinen ein deutlicher Unterschied zwischen Hin- und Rückrunde ausmachen.
Die hiesigen Fußball-Landesligisten blicken nach einer kräftezehrenden Saison mit gemischten Gefühlen zurück. Auf ganzer Strecke überzeugt hat dabei keiner der Hochrhein-Klubs.
FV Lörrach-Brombach
Wer kurz vor der Winterpause behauptet hätte, dass der FV Lörrach-Brombach die Saison auf dem vierten Platz abschließen würde, hätte definitiv mit fragenden Blicken rechnen müssen. So standen die Grüttkicker im Dezember 2025 mit 18 Zählern im hinteren Tabellendrittel. Übungsleiter Thorsten Szesniak hatte sogar den Abstiegskampf ausgerufen. „Wir waren weit hinter unseren eigenen Erwartungen. Wir mussten in Bezug auf Physis und Resilienz dazulernen.“
In der Vorbereitung auf die Rückserie schien das Trainerteam die richtigen Hebel in Bewegung gesetzt zu haben. Mit teils herausragenden Pflichtspielauftritten sammelte der FVLB in 2026 ganze 31 Punkte aus 17 Spielen und schoss sich in die Top fünf der Landesliga. „Wenn die guten Ergebnisse kommen, dann wächst natürlich auch das Selbstvertrauen. Was in der Hinrunde gegen uns lief, lief in der Rückrunde dann für uns.“ Ein besonderes Lob hat Szesniak für Julian Rümmele übrig: „Er hat in Sachen Verantwortung nochmal ordentlich draufgepackt und war einer, der die Mannschaft stets gefordert und mitgerissen hat.“
SV Weil
Auch in dieser Saison avancierte der SV Weil wieder zur Wundertüte. Spätestens nach einem vielversprechenden Lauf kurz vor dem Jahreswechsel waren die Blau-Weißen zwischenzeitlich im Aufstiegsrennen angekommen, schenkten ihre hervorragende Ausgangsposition zum Restart allerdings sofort wieder her. Sechs Niederlagen aus den ersten acht Ligaspielen im Jahr 2026 machten die Weiler Aufstiegshoffnungen zunichte. In den letzten fünf Begegnungen (zehn Punkte) retteten die Fußballer aus dem Nonnenholz die direkte Pokalqualifikation auf Tabellenplatz sieben ins Ziel.
Neben Goalgetter Justin Samardzic, der stets ein verlässlicher Faktor war, überzeugte auch Außenverteidiger Hugo Schupp in seiner Landesliga-Premierensaison.
FSV Rheinfelden
Ähnlich wie der SV Weil, hatten auch die Löwenstädter zum Ende der Hinrunde durchaus beste Chancen, sich zumindest für die Aufstiegsrelegation in Stellung zu bringen. „Wir haben den Fußball, den wir spielen wollen, vor allem in der zweiten Hälfte der Hinrunde sehr gut umgesetzt“, erklärt Cheftrainer Anton Weis. Doch auch das Weis-Team brachte sich mit zahlreichen Niederlagen in der Rückrunde um eine mögliche Spitzenplatzierung.
Auf den herausragenden 3:2-Erfolg gegen Tabellenführer SC Wyhl folgten gleich fünf Niederlagen in Folge, die sich auch in der Tabelle niederschlugen. „Irgendwann war dann auch der Abstand nach oben zu groß und wir sind gar nicht mehr in Fahrt gekommen.“ Durch den versöhnlichen Ausklang im Duell mit dem FC Bad Bellingen (6:2) sicherten sich die Rheinfelder am Ende Rang neun.
Ein Sonderlob ihres Trainers erhielten Kosar Aoula sowie Arda Nergiz. „Kosar hätte nicht gedacht, dass er so viel Spielzeit bekommt. Er hat es aber einfach zu gut gemacht, um ihn nicht spielen zu lassen. Arda ist eigentlich noch A-Jugend-Spieler und hat bis auf Innenverteidiger und Torwart alle Positionen gespielt.“
TuS Binzen
Platz zehn entspricht zwar nicht der Vorgabe von Trainer Manuel Schwarz, aber der TuS Binzen machte auch in seiner zweiten Landesliga-Saison deutlich mehr richtig als falsch. „Die Fortschritte waren unübersehbar. Die Mannschaft ist dank Trainer Manuel Schwarz auf einem guten Weg. Das belegen auch die Zahlen. Wir haben in dieser Saison drei Punkte mehr geholt als in der Spielzeit 2024/25. Eigentlich sind es sechs Punkte, weil wir drei Zähler am grünen Tisch gewonnen haben“, resümierte Tobias Jehle, der Sportliche Leiter.
In die gleiche Kerbe schlägt auch Schwarz: „Auch wenn wir am Ende denselben Platz wie in der Saison 24/25 erreicht haben, so haben wir doch in der Entwicklung einen Schritt nach vorne gemacht, sind stabiler und konstanter geworden. Ich freue mich schon riesig auf die neue Saison und vor allem auf die Arbeit mit den jungen Spielern, die zum Kader stoßen.“
Jehle spricht aber auch von einer „durchwachsenen Saison“, weil in nicht wenigen Spielen gerade in der Vorrunde Punkte durch späte Gegentore verschenkt worden seien. So wurde am Ende der anvisierte achte Platz verpasst.
Nach zwei absolvierten Spielzeiten in der Landesliga, Staffel II, haben sich die Binzener im südbadischen Unterhaus etabliert. Die Neuen, bei denen sich Max Chrobok auf Anhieb zum Leistungsträger mauserte, haben ausnahmslos die Erwartungen erfüllt. Da bewiesen die Verantwortlichen viel Augenmaß bei der Zusammenstellung des Kaders.
FC Bad Bellingen Der FC Bad Bellingen hat sein wichtigstes Ziel in der abgelaufenen Landesliga-Saison erreicht: den Klassenerhalt. Nach dem Zusammenschluss und der Neugründung des Vereins galt es für die Verantwortlichen jedoch nicht nur sportliche Herausforderungen zu bewältigen. Auch abseits des Platzes mussten zahlreiche organisatorische Aufgaben angegangen werden.Sportlich verlief die Saison zunächst überraschend erfolgreich. Trotz eines vergleichsweise kleinen Kaders sammelte die Mannschaft in der Hinrunde wichtige Punkte und verschaffte sich eine gute Ausgangslage. Nach der Winterpause wurde die Situation jedoch deutlich schwieriger. Mehrere Leistungsträger fielen verletzungsbedingt aus, zudem verließen mit Mike Muser und Leon Dickau zwei Stammkräfte den Verein. In der entscheidenden Saisonphase zeigte das Team jedoch Charakter. Besonders in den wichtigen Partien gegen Waldkirch und Gundelfingen/Wildtal präsentierte sich die Mannschaft geschlossen.
„Leid tat es mir an dieser Stelle für ein paar junge Akteure, die angesichts des Drucks im Abstiegskampfes nur bedingte Einsatzzeiten bekamen“, bedauert Sportchef Kai Schillinger. Ein starkes erstes Landesliga-Jahr absolvierte derweil Luca Nunninger, der sich über weite Strecken der Saison als feste Größe etablierte. Nach den kräftezehrenden Monaten richtet sich der Blick beim FC Bad Bellingen nun auf die kommende Spielzeit.
FC Wittlingen
„Es freut mich sehr, dass die Jungs in den vergangenen Wochen nochmal zeigen konnten, dass sie sich den Aufstieg in die Landesliga verdient haben“, so Cheftrainer Fahredin Zikolli. Tatsächlich war es beachtlich, wie der lange taumelnde FC Wittlingen sich aufraffte und in den vergangenen Wochen doch noch einmal in das Rennen um den Klassenerhalt eingriff.
Erfolge gegen den FSV Rheinfelden (1:0), den SV Weil (1:0) sowie den FV Lörrach-Brombach (3:1) sind gleich drei Gründe, weshalb die Kandertäler den Gang in die Bezirksliga Hochrhein erhobenen Hauptes antreten können. „Wir freuen uns auf die nächste Runde und planen in spätestens einem Jahr mit der Rückkehr in die Landesliga“, gibt sich Zikolli kämpferisch.
Ein Sonderlob gilt Keeper Maximilian Imgraben: „Er hat uns mit seinen Paraden und teils unglaublichen Reaktionen am Leben gehalten.