Ariane Fink und Jule Gerlach hatten ein großes Ziel vor Augen – und nun haben sie es erreicht. Die beiden sind U19-Europameisterinnen im Radball.
Der Radsportverein Hardt sorgte für einen gebührenden Empfang in der Heimat – schließlich ist der Titel für den Verein geradezu historisch.
Bei der U19-EM im österreichischen Höchst gingen am Samstag Mannschaften aus Österreich, der Schweiz, Frankreich und eben Deutschland an den Start. Jule Gerlach und Ariane Fink zeigten eine bravouröse Leistung. Angefeuert von mehr als 20 Fans aus Hardt, besiegten sie im Finale die Gastgeber aus Österreich.
Spontaner Musikverein
Da wollte sich auch der Radsportverein „Frisch Auf“ Hardt – wo die beiden ihr Können erlernt hatten und für den sie starten – nicht lumpen lassen: So gab es am Sonntag einen Empfang in der Arthur-Bantle-Halle. Schnell wurde auch noch eine Abordnung des Musikvereins Concordia zusammengetrommelt, die dem Anlass mit Musik den entsprechenden würdigen Rahmen verlieh.
Später ging es noch zum Sportwochenende des FC Hardt, wo die beiden Europameisterinnen angekündigt wurden.
Vorsitzender Michael Flaig Bürgermeister Michael Moosmann und Werner Rapp, Bezirksfachwart Radball und ehemaliger Vorsitzender des RSV Hardt, gratulierten zuvor beim Empfang den beiden 18-jährigen Sportlerinnen zu ihrem Triumph. „Ihr könnt euch als Vorbilder von hoffentlich noch vielen nachfolgenden Radballerinnen gegenseitig auf die Schultern klopfen und mit Recht sagen: Das haben wir gut gemacht“, lobte Michael Flaig im Beisein vieler Vereinsmitglieder.
Hart trainiert
Der EM-Sieg ist historisch: So ist dieser der erste internationale Titel für den RSV Hardt seit der Vereinsgründung.
Michael Flaig blickte zunächst zurück auf den Gewinn des Bundespokals U19 in Mücheln (Sachsen-Anhalt), der die Qualifikation für die Europameisterschaft bedeutete.
Mädels auf einem Radballrad habe es bis vor zehn Jahren noch nicht gegeben, so der Vorsitzende. Das habe die beiden aber nicht abgeschreckt, diesen tollen Sport doch einmal auszuprobieren und regelmäßig zu trainieren.
Seit der Saison 2017/18 gehen Jule Gerlach und Ariane Fink gemeinsam auf Punkt- und Torejagd. „Das harte Training mit hauptsächlich männlichen Vereinskollegen hat euch nicht geschadet, eher den Ehrgeiz in euch geweckt“, sagte Michael Flaig.
Erfolgsduo gesprengt
Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: Jule Gerlach zieht es beruflich nach Bayern, so dass das Erfolgsduo gesprengt wird. „Leider wie schon bei so vielen Nachwuchsmannschaften in unserem Verein“, bedauerte der Vorsitzende.
Mit dem Gewinn der Europameisterschaft könnten Ariane Fink und Jule Gerlach nun auch am Weltcup teilnehmen. Dieser findet allerdings in Japan statt – und ob das funktioniert, steht noch in den Sternen.
Der RSV Hardt versucht nun jedenfalls, eine neue Radballpartnerin für Ariane Fink zu finden. Dann könnten sogar noch größere Ziele erreicht werden – schließlich kommt eine Radballweltmeisterin aus dem nahen Prechtal.
„Wenn man einmal mit dem Radballvirus in Berührung gekommen ist, findet man immer wieder zurück zu diesen tollen Sport“, sagte Michael Flaig.