Die vom Verein „Nepal-Inzlingen, Hilfe für Kinder“ initiierten Projekte tragen reiche Frucht. Über den „Senior Expert Service“ sind jetzt zwei Projekte in Uganda entstanden.
Der „Senior Expert Service“ (SES) ist nach eigenen Angaben die größte deutsche Ehrenamtsorganisation für Fach- und Führungskräfte im Ruhestand. Klaus Bender, der dem Verein „Nepal-Inzlingen“ vorsteht, ist Mitglied im SES. So kam es, dass die Organisation an Bender herantrat und ihn aufgrund seiner großen Erfahrung im Bereich Hilfsprojekte darum bat, ein solches in Uganda zu evaluieren.
Annette und Klaus Bender ließen sich nicht zweimal bitten und flogen Ende vergangenen Jahres für vier Wochen in das ostafrikanische Land. „Wir haben dort wahnsinnig viel gelernt“, sagt der Inzlinger Vereinsvorsitzende, „und aus der Evaluierung sind dann zwei Projekte entstanden. Und ein drittes ist schon in der Pipeline.“
Benders sehen regelmäßig selbst nach den Projekten
Wie schaffen Benders und ihre Mitstreiter das alles? Klaus Bender klingt weder überrascht noch erschöpft, als diese Frage vonseiten unserer Redaktion kommt. „Wir haben Routinen entwickelt – und wenn Sie sehen, wie das, was man tut, am Ende wirkt, dann motiviert einen das unheimlich. Aber es stimmt schon: Es geht wahnsinnig viel Zeit drauf“, räumt der promovierte Biologe im Ruhestand im Gespräch mit unserer Redaktion ein.
Zumal das abenteuerlustige Ehepaar es sich nicht nehmen lässt, Jahr für Jahr die vom Verein angestoßenen Hilfsprojekte nicht nur aus der Ferne zu steuern, sondern vor Ort zu prüfen und anzupacken. So war Klaus Bender erst vor wenigen Monaten für sieben Wochen in Nepal. Auch sind seine Frau und er vor wenigen Jahren mit dem Auto von Inzlingen bis nach Kathmandu gefahren.
1600 Menschen haben nun sauberes Trinkwasser
Das erste Projekt in Ost-Uganda, das der Verein aus dem Waieland als Projekträger (finanziert von der Georg Kraus Stiftung) betreut hat, ist kürzlich erfolgreich abgeschlossen worden. Ziel war es, eine funktionierende Trinkwasserversorgung für rund 1600 Menschen zu schaffen.
„Das war in einem fürchterlich armen Gebiet ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser. Um überhaupt an Wasser zu kommen, ist für die Leute dort manchmal fast der ganze Tag draufgegangen“, berichtet Bender.
Doch inzwischen wurde in dem „Adepi Village“ (Kasilo County, Serere District) bei der dortigen Schule ein Bohrloch gebaut und erfolgreich in Betrieb genommen. Für die bedürftigen Menschen dort ist der Weg zu sauberem Trinkwasser nun plötzlich nicht mehr weit.
Die Wasserpumpe funktioniere sehr gut. Eine Analyse habe die gute Qualität des Wassers bestätigt, freut sich Klaus Bender. Dass die Menschen nun nicht mehr derart viel Zeit für die Wasserbeschaffung aufwenden müssten, habe positive Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion und erhöhe die Chance für die Generierung eines Einkommens. Außerdem werde das Risiko von kontaminiertem Wasser für die Übertragung von Krankheiten stark reduziert. Um die Bevölkerung zu sensibilisieren, habe es eine Hygieneschulung gegeben. Und Seife sei ebenfalls verteilt worden. Thematisiert wurden die sichere Handhabung und Vorratshaltung von Wasser, das Händewaschen, die Notwendigkeit einer sauberen Umgebung, die Verhinderung von im Wasser übertragbaren Krankheiten und die gemeinsame Verantwortung für die kommunale Wasserversorgung.
Erworbenes Wissen wird weitergereicht
Dieses Wissen werden dort nun weitergegeben und könne zu einer positiven, nachhaltigen Verhaltensänderung beitragen, freut sich Bender. Die erfolgreiche und sehr schnelle Umsetzung dieses Projekts sei dem Engagement des ugandischen Kooperationspartners, einer Nichtregierungsorganisation namens „Akuoro Restore Hope Initiative“ (RHOI). Erst an diesem Wochenende habe man nun ein Schulprojekt gestartet.
Im November in Nepal nach dem Rechten geschaut
Klaus Bender hat auch von den laufenden Hilfsprojekten in Nepal einiges zu berichten. So habe sich das Projekt zur Schaffung einer Wasserversorgung für eine Chepang-Gemeinde bedingt durch die politischen Wahlen im Land zwar verzögert. Die essenziellen Arbeiten seien aber alle erledigt (Pumpleitungen, Wasserreservoir, Leitungen zu den Haushalten, Pumpenhäuschen und Wasserpumpe).
Die Elektrifizierung fehle noch. Diese werde von der nepalischen Administration ausgeführt. ICDC („Integrated Community Development Campaign“), der nepalische Kooperationspartner des Inzlinger Hilfsvereins, stehe in engem Kontakt mit der Behörde, um die Elektrifizierung voranzutreiben.
Partner vor Ort als unverzichtbare Hilfe
Beim seinem Besuch in der Gemeinde Samantar, die von der Bevölkerungsgruppe der Rai bewohnt wird, sei die Stimmung sehr gut gewesen, berichtet Bender von jüngst im November gemachten Erfahrungen. Es sei gelungen, sechs Häuser für die bedürftigsten Familien zu bauen, außerdem 28 Toiletten. Ein Bewässerungskanal sei ausgebessert worden, für die Dorfbewohner habe es Hygieneschulungen gegeben.
Projekt wurde offiziell abgeschlossen und übergeben
Diese Projekt (finanziert von den Schmitz Stiftungen, der nepalischen Gemeinde und dem Verein Nepal-Inzlingen) wurde am 26. Dezember 2025 offiziell an die Gemeinde übergeben. „Der Erfolg dieses so wirkungsvollen Projektes ist dem kontinuierlichen, intensiven und professionellen Einsatz unseres nepalischen Kooperationspartners, ICDC, zu verdanken“, betont Bender.
Infos, Kontakt und Spenden: www.nepalinzlingen.org