Aus zwei Hilfsprojekten wird eines: Alexander und Vitalis Lehmann packen ihre sozialen Engagements für bedürftige Menschen in Costa Rica und Kirgistan unter ein Dach.
Was die beiden Cousins aus Hardt und Sulgen antreibt: „Der Glaube an Gott motiviert uns“, sagt Vitalis Lehmann.
An der Bürokratie kommen die beiden aber trotzdem nicht vorbei. Daher haben sie nun den Verein „Gol Ministries“ gegründet. Gol steht für „Grapes of Life“ oder „Früchte des Lebens“. Mit dem Verein können nun auch Spendenbescheinigungen für Zuwendungen ausgeteilt werden.
Vorsitzender des Vereins ist Alexander Lehmann, Vitalis Lehmann ist sein Stellvertreter. Zudem gibt es weitere sieben Personen, die Ämter innehaben, damit alle rechtlichen Bedingungen für einen Verein erfüllt sind.
Vier Mal in Kirgistan
Für das Hilfsprojekt in Kirgistan – der früheren Heimat von Vitalis Lehmann – wurden bereits mehr als 2000 Euro gespendet. Er selbst hat nochmals einen stattlichen Betrag aus der eigenen Tasche obendrauf gelegt. Seit 2019 war Vitalis Lehmann vier Mal in Kirgistan, um bedürftige Menschen mit dem Nötigsten zum Leben zu unterstützen – beispielsweise mit Ausgaben für Lebensmittel oder Medikamente.
Korrekte Verteilung
Das ganze Jahr über ist Ivan Antoshin vor Ort und kümmert sich um die korrekte Verteilung der Spendengelder. Vitalis Lehmann selbst plant seine nächste Reise nach Kirgistan im kommenden Sommer.
Alexander Lehmann lebte von 2016 bis 2018 in Costa Rica. Auch dort gibt es reichlich Bedarf an Unterstützung, wie er erzählt. So hilft er mit seinen Spendengeldern einer Schule in einem Problemviertel der Hauptstadt San Jose. Dort gibt es viele Probleme mit Drogen und Kriminalität.
Selbst vor Ort
Fernando Bolanos ist sein „Mann vor Ort“ im Viertel Miguel de Desamparados, der die Gelder entgegen nimmt und dort unter anderem Kinder mit Sehhilfen ausstattet. Auch ein taubstummes Mädchen erhielt Unterstützung. Zudem soll die Schule renoviert werden.
Alexander Lehmann ist aber immer wieder selbst vor Ort. Unter anderem ist in Costa Ricas Hauptstadt das T-Shirt des FC Hardt immer wieder zu sehen. Alexander Lehmann organisiert für seinen Heimatverein in Hardt beispielsweise die jährliche Altpapiersammlung.
Die Hilfsprojekte sollen auf Spanien und Senegal ausgeweitet werden. Aus diesem Grund wird Alexander Lehmann im März nach Malaga reisen, bevor es weitergeht nach Costa Rica. In Malaga gibt eine Bekannte Flüchtlingen Spanischunterricht und Nähkurse.
Mit den Spendengeldern sollen beispielsweise Nähmaschinen für die Kurse gekauft werden. „Ziel ist immer Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt Alexander Lehmann. „Wir sind nicht der Weihnachtsmann“, ergänzt sein Cousin.
Lebenswichtige Güter
Die Bekannte reist außerdem mit ihrem Mann mit acht Koffern nach Senegal. Diese sind gefüllt mit lebenswichtigen Gütern und sollen dort verteilt werden.
Vitalis Lehmann hingegen möchte sein Hilfsprojekt um das Land Kasachstan erweitern. Das wäre ebenfalls Neuland für ihn, aber in der Stadt Almata an der Grenze zu Kirgistan würde es auch Bedarf geben, so seine Feststellung.
In Bischkek, der Hauptstadt von Kirgistan, leben Menschen auf einer Müllhalde. Diese sollen Hilfen durch die Spendengelder aus Deutschland erfahren. „Wir fragen die Leute vor Ort, wo wir aktiv werden können“, sagt Alexander Lehmann. „Die Menschen können durch die Gelder normal leben und müssen nicht betteln gehen oder auf der Straße leben“, betont Vitalis Lehmann.
Schwierige Sitzungen
Mitunter gibt es auch gemeinsame Sitzungen mit den Kontaktpersonen in Costa Rica, Deutschland und Kirgistan – was mitunter nicht ganz einfach ist, da die Zeitverschiebung bis zu zwölf Stunden beträgt. Vitalis und Alexander Lehmann wollen jedenfalls ihre Arbeit fortsetzen und dabei noch eine Schippe drauflegen.
www.gol-ministries.com