Familie und Nachbarn stehen vor den Trümmern des Hauses. Foto:  

Das kleine bisschen Glück ist zerstört: Ein verheerendes Feuer vernichtete das Haus von Parvin. Auch der kleine Shop, mit dem sie ihre Familie ernährt, wurde vernichtet. Nun erreicht ein flammender Hilferuf aus Bangladesch den Verein „Brücke Balingen-Bangladesch“.

Das Schicksal hat es nicht gut gemeint mit Parvin Hause. Sie wurde geboren in Bangladesch, in dem armseligen Dorf im Bezirk Huzurikanda. Vor 19 Jahren wurde sie Mutter – das Kind ist geistig behindert und kann nicht zum Lebensunterhalt beitragen. Der Mann der 38-Jährigen kann nach einer schweren Verletzung nicht mehr als Tagelöhner arbeiten.

 

Hoffnung keimte auf auf ein kleines bisschen Glück, als Parvin eine Anstellung als Köchin bei Mati bekam. Das ist ein Verein, der sich – auch mit finanzieller Unterstützung des Vereins „Brücke Balingen-Bangladesch“ – gegen die Erblindung und für die Unterstützung bedürftiger Haushalte in Bangladesch einsetzt.

Alle Vorräte wurden zerstört

Mit einem Kleinstkredit baute sie ihren kleinen Laden auf. „So ähnlich wie ein Tante Emma Laden“, berichtet Lenen Rahaman aus Bangladesch unserer Redaktion. Im Angebot waren Lebensmittel und Krämerwaren. Über die Kooperative hatte Parvin einen Kredit aufgenommen, um ihr Lager aufzustocken – wenige Tage vor dem verheerenden Brand am 25. September. „Es sind Vorräte im Wert von umgerechnet etwa 450 Euro verbrannt“, sagt Rahaman.

Vom Häuschen sind nur noch Schutt und Asche geblieben. Foto: Rahamen

„Parvin ist der Hauptmotor der Familie“, erklärt Rahaman. „Sie hat den Kredit von der Frauen-Kooperative auf eigene Faust aufgenommen.“ Und er ergänzt: „Sie ist sehr arm.“

Brandursache war wohl ein Kurzschluss an einer Elektroleitung, die in einem sehr dürftigen Zustand war. Untergekommen ist die kleine Familie beim Schwager, dessen Hütte gleich nebenan steht. Eine Dauerlösung, sagt Rahman, könne das nicht sein.

Parvin steht vor einem Schuldenberg

Für den Wiederaufbau mit Backsteinwand und Blechdach veranschlagt Mati etwa 2500 Euro. Außerdem muss das Ehepaar einen erneuten Kredit aufnehmen, um das Lädchen zu betreiben. Hier kommen nochmals 450 Euro dazu. Zwar haben die Kollegen von Mati Kleidung und Lebensmittel gespendet, aber da Parvin und ihrer Familie nichts als Schutt und Asche geblieben ist, müssen sie alles neu anschaffen. „Diesen Betrag haben wir noch nicht berechnet“, erklärt Rahaman.

Über den Verein „Brücke Balingen Bangladesch“ erreichte der Hilferuf Gisela Swoboda. Sie ist Gründerin und Vorsitzende. Zusammen mit Mati hat sie sich entschlossen, eine Spendenaktion für Parvin zu starten. „Unser Ziel ist es, 1500 Euro zu sammeln, um Parvin den Neustart zu ermöglichen“, so Swoboda. „Sie steht vor einem Schuldenberg und der Herausforderung, sowohl ihr Haus, als auch den Laden neu aufzubauen.“

Glück im Unglück

Um in Zukunft solche existenzbedrohenden Schicksalsschläge zu vermeiden, möchte der Balinger Verein außerdem einen Versicherungsfonds in Höhe von 5000 Euro einrichten. Dieser Fonds soll auf dem Prinzip der Selbsthilfe basieren und den Frauen der Kooperative die Möglichkeit geben, auf eine finanzielle Absicherung zurückgreifen zu können.

Glück im Unglück: Das Feuer brach am Vormittag aus. Rahaman: „Es wurde niemand verletzt.“

So kann geholfen werden

Das Spendenkonto
ist auf der Homepage des Vereins unter folgender Adresse abrufbar: wwwbrueckebalingenbangladesch.de