Im Mötzinger Haushalt ist für das kommende Jahr auch die Entsiegelung der recht großzügig dimensionierten Goethestraße vorgesehen. Foto: Uwe Priestersbach

Einstimmig verabschiedete der Mötzinger Gemeinderat den Etat für 2026 – und lobte gleichzeitig Kämmerer Christian Stepan für seine Sparvorschläge.

„Da wurden noch mal einige Potenziale zum Sparen identifiziert“, erklärte der Mötzinger Bürgermeister Benjamin Finis in der Gemeinderatssitzung. Wie Kämmerer Christian Stepen am Dienstagabend deutlich machte, konnte das Gesamtergebnis im Vergleich zum ursprünglichen Haushaltsentwurf für 2026 um 190.000 Euro verbessert werden. Dafür werde allerdings im kommenden Jahr „das eine oder andere liegen bleiben“, sagte Stepan.

 

Im Ergebnishaushalt sind ordentliche Erträge in Höhe von 11,86 Millionen Euro veranschlagt, während auf der Ausgabenseite mit Aufwendungen von 12,30 Millionen gerechnet wird. Damit ergibt sich unterm Strich aber trotz aller Sparbemühungen noch ein Fehlbetrag von rund 440.000 Euro. Gleichwohl rechnet man im Rathaus damit, dass der Haushalt in dieser Form genehmigungsfähig ist.

Einkommenssteuer ist wichtigste Einnahmenquelle

Wichtigste Einnahmequelle der Kommune bleibt der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer, der mit 2,92 Millionen Euro beziffert wird. Große Posten auf der Einnahmenseite bilden daneben die Grundsteuer B mit 595.000 Euro und die Gewerbesteuer, die für 2026 mit 900.000 Euro angesetzt wird. Immerhin wurde in diesem Jahr das beste Gewerbesteueraufkommen seit 2007 verbucht – und „erstmals die Million geknackt“. Vor diesem Hintergrund hält der Kämmerer „den Ansatz für realistisch“.

Wie Christian Stepan erläuterte, machen die Personalkosten mit knapp 5,1 Millionen Euro mittlerweile 45 Prozent der Aufwendungen im Ergebnishaushalt aus. Für Regina Brenner (SPD) stellte sich mit Blick auf die „enorme Steigerung“ der Personalkosten die Frage, ob die Gemeinde mehr Personal beschäftige oder ob der Anstieg mit den tariflichen Erhöhungen zusammenhänge. Immerhin haben sich die Personalaufwendungen in Mötzingen seit 2016 von 1,96 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Der Kämmerer wies darauf hin, dass das Personal im Bereich der Kinderbetreuung kontinuierlich ausgeweitet wurde, die damit den größten Teil der Personalkosten bilde. Wie Bürgermeister Benjamin Finis ergänzte, lasse sich einiges bei den Steigerungen aber auch „mit den tariflichen Erhöhungen erklären“.

Rund 4,54 Millionen Euro für Grunderwerb

Bei den Investitionen sind im Haushalt 2026 Auszahlungen von 7,85 Millionen Euro vorgesehen, darunter Grunderwerb in Höhe von 4,54 Millionen Euro für die Erschließung der Baugebieten Röte II und III sowie 1,95 Millionen Euro für Baumaßnahmen.

Für die Erweiterung der Mötzinger Grundschule sind 600.000 Euro angesetzt und mit 900.000 Euro wird die Radwegverbindung zwischen Mötzingen und Öschelbronn zu Buche schlagen – wofür die Gemeinde allerdings Fördermittel erhält. Auf die geplante Flurneuordnung entfällt 2026 ein Betrag von 200.000 Euro, während 100.000 Euro in die Entsiegelung der Goethestraße fließen sollen.

Die MLi-Räte Egon Stoll und Daniel Hampel setzten sich am Beispiel des Radweges zwischen Mötzingen und Öschelbronn kritisch mit dem Thema Förderungen auseinander – zumal entgegen früherer Aussagen doch ein höherer fünfstelliger Betrag an Mötzingen hängen bleibe. Und so betonte Stoll: „Unterm Strich muss es immer der Bürger mit seinen Steuern zahlen, auch wenn es gefördert wird“, während Hampel dafür plädierte, sich „künftig nicht mehr so von Förderungen blenden zu lassen“.

Für Alfons Aigner (MLi) war es trotz aller Probleme und Herausforderungen ein Anliegen, dass „wir etwas positiver in die Zukunft schauen müssen“, weil man sonst die Möglichkeiten nicht mehr sehe. Sein Credo lautete: „Wir müssen für Mötzingen die richtigen Entscheidungen treffen – und 2026 wird gut werden“. Benjamin Gärtner (MLi) machte in diesem Zusammenhang auf die „großen Chancen für Mötzingen“ aufmerksam, die sich durch die beiden Baugebiete in der Röte ergeben, die derzeit erschlossen werden. „Es ist wichtig, dass wir Grundstücke verkaufen und dass die Bevölkerung wächst“, unterstrich Gärtner.