Altensteigs Lukas Scheu im Anflug – er steuerte drei Tore zum Punktgewinn bei. Foto: Erwin Wasserbauer

Mit dem letzten Wurf sichert sich der TSV Altensteig beim 31:31 (14:16) gegen die SG Pforzheim/Eutingen 2 einen Punkt.

Die Dramaturgie dieses Abends hätte kein Drehbuchautor besser verfassen können. Dass der TSV am Ende einen Zähler bejubeln durfte, war das Resultat einer taktischen Reifeprüfung und eines unbändigen Willens der Mannschaft.

 

Der Start verlief jedoch alles andere als nach Plan. Pforzheim setzte auf aggressive Eins-gegen-eins-Aktionen und isolierte gezielt Altensteiger Abwehrspieler. „Wir haben das am Anfang nicht gut verteidigt bekommen“, ordnete Trainer Alex Hils ein.

Das Taktik-Schach von Alex Hils

Zwar hielt Altensteig bis zum 4:4 (7.) durch die starken Durchbrüche von Gabor Karap Schritt, doch dann nutzten die Gäste Ballverluste konsequent und setzten sich auf 6:11 (15.) ab. Erst beim 9:13 (22.) durch Philipp Bietsch stabilisierte sich das Spiel wieder. Der TSV blieb eiskalt dran und kämpfte sich bis zur Pause auf 14:16 heran.

Nach der Pause wird’s besser

Nach dem Seitenwechsel stellte Altensteig die Räume besser zu. Jonathan Eckhard übernahm plötzlich im Defensivverbund eine zentrale Rolle. Er brillierte mit gewonnenen Zweikämpfen und erstickte sämtliche Kreise der Gäste im Keim. Bruder Luca lenkte das Tempo mit viel Spielübersicht.

Auch im Angriff fand der TSV eine Lösung gegen die offensive Deckung. Mit dem siebten Feldspieler als Geniestreich wurde Pforzheims 3-2-1-System in eine defensivere Formation gezwungen – ein Stil, mit dem die SG sichtbar weniger Kontrolle ausüben konnte.

Über 20:21 (40.) und 22:23 (43.) hielt Altensteig den Anschluss und blieb in Schlagdistanz. Jedoch schlichen sich hier einige Fehler im Spielaufbau ein – die SG erhöhte prompt auf 23:27 (47.).

Genau in dieser Phase fiel eine spielentscheidende Szene: Nach einem Ballverlust lief Pforzheim den Gegenstoß auf das leere Tor, doch Lukas Scheu verhinderte mit einer stabilen Rettungsaktion den sicheren Knock-out. Ein Funke, der die Halle entzündete.

TSV gibt Vollgas

In der Folge erhöhte Altensteig den Druck, gab richtig Vollgas und kämpfe sich auf 28:30 (57.) heran. Die Partie war wieder offen. Beim Stand von 30:31 in der Schlussminute bekam der TSV noch einmal die Chance. Tomislav Sudaric trat an, und mit Nerven aus Drahtseilen vollstreckte er mit dem Schlusspfiff zum 31:31-Endstand.

Starkes Kollektiv und geschlossene Einheit

Dass das Ergebnis auf herausragende Einzel- und Teamleistungen innerhalb eines brennenden Kollektivs zurückzuführen sind, bestätigte Hils nach der Partie mit lobenden Worten: „Jeder aus der Mannschaft hat seine Pflicht erfüllt. Die Jungs sind als starke geschlossene Einheit aufgetreten. Einen Rückstand so aufzuholen, ist eine Glanzleistung. Ich bin wirklich stolz.“

Die Spieler im Fokus

Besonders Hannes Wagner (auch als Abwehrbollwerk erfolgreich) und Tim Schweizer setzten trotz angeschlagenem Zustand starke Impulse. Felix „Teddy“ Bormann avancierte mit Killer-Paraden und einem eigenen Treffer ins verwaiste SG-Gehäuse zum „Thor-Hammer“. Gabor Karap überzeugte als Dauerbrenner, der 60 Minuten durchackern musste. Sudaric, der immer wieder Kontrolle übernahm, sein Ding eiskalt durchzog und mit zehn Treffern erfolgreichster Altensteiger Schütze wurde.

Respekt vom Gegner

Auch Pforzheims Top-Torschütze Bastian Meißner zeigte sich beeindruckt: „Die Stimmung hier ist super, die Fans sind der Wahnsinn. Altensteig war extrem konsequent. Die haben das Spiel durchgezogen, hervorragend verteidigt und uns mit ihrer körperlichen Präsenz und gewonnenen Zweikämpfen zu schlechten Chancen gezwungen.“

So spielten die anderen TSV-Teams

Jedes Rädchen griff ins andere – von der Bank bis zur Platte. Und egal, wie die Tabelle aussieht, es geht um die mentale Komponente. Und diese Moral hat längst gesiegt.

Die „Zweite“ musste sich in der Landesliga trotz engagierter Leistung mit 23:26 (6:15) geschlagen geben. Vor allem der zweiten Hälfte zeigte der TSV viel Kampfgeist.

Besser lief es für die „Dritte“, die sich in der Bezirksliga mit einem verdienten 33:28-Heimsieg (17:14) belohnte. Eine geschlossene Mannschaftsleistung, die sich sehen lassen kann.