Was wird anstelle des Einstiegspylons im Stil der Golden Gate Bridge auf der Felsnase (rechts) stehen? Investor Günter Eberhardt hat der Stadt nun die neuen Pläne vorgelegt. Foto: Neckarline

Tüftelei hat ein Ende. Investor Günter Eberhardt legt überarbeitete Pläne vor.

Die monatelange Tüftelei hat eine Ende: Investor Günter Eberhardt hat der Stadt jetzt die überarbeiteten Pläne für die Hängebrücke in Rottweil vorgelegt. Was die Stadtverwaltung nach einem ersten Blick auf den neuen Entwurf sagt und wie es jetzt weitergeht, lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

 

"Genug geplant - 2021 wird gebaut!" Mit dieser Nachricht lässt Günter Eberhardt keinen Zweifel daran, dass es in Sachen Hängebrücke endlich vorangeht. Die Stadt Rottweil bestätigt auf Nachfrage unserer Zeitung: "Die Pläne liegen uns jetzt vor."

Rottweil - Damit scheint es tatsächlich nun nach vielen Verzögerungen in die Zielgerade zu gehen. Immerhin sind inzwischen vier Jahre vergangen, seit die "längste Hängebrücke der Welt" als neues Highligt für Rottweil und als Verbindung zwischen Testturm und Innenstadt angekündigt wurde.

Nachdem allerlei Schwierigkeiten rund um den Bebauungsplan und den Andockpunkt am Bockshof größtenteils aus der Welt geräumt waren, hing das Ganze zuletzt an Investor Günter Eberhardt. Seine Pläne für einen roten 60 Meter hohen Einstiegspylon auf dem Berner Feld, der unweigerlich an die Golden-Gate-Bridge erinnerte, waren Ende September 2019 zwar im Bauausschuss abgesegnet worden, doch im März diesen Jahres zog der Investor seinen eigenen Entwurf zurück. Der Vergleich mit San Francisco gefiel ihm nicht – schließlich wolle er für Rottweil eine ganz individuelle Lösung schaffen, so die Begründung.

Monatelange Tüftelei hat ein Ende

Jetzt hat die monatelange Tüftelei ein Ende. Eberhardt hat die überarbeiteten Pläne, die auch besondere statische Herausforderungen mit sich brachten, an die Rottweiler Stadtverwaltung übermittelt. Seit einer Woche liegt der Entwurf dort vor. Und wie ist der erste Blick auf das Konzept? Auf Nachfrage erklärt Fachbereichsleiter Lothar Huber: "Die Konzeption ist aus unserer Sicht stimmig, das Planungsverfahren kann nun wieder aufgenommen werden."

Es sei vorgesehen, den Entwurf zunächst im Gemeinderat vorzustellen und dann auch der Öffentlichkeit zu präsentieren. Zuvor stehen allerdings die Haushaltsplanberatungen an – laut Sitzungsplan wird der Haushaltsbeschluss am 3. Februar gefasst. Nach derzeitigem Stand sei davon auszugehen, dass die "Neckarline", wie die Brücke heißen soll, dann voraussichtlich im März im Gemeinderat Thema ist.

Genau ein Jahr ist damit vergangen, seit man in Rottweil eigentlich den lange diskutierten Bebauungsplan zur Hängebrücke im Gemeinderat beschließen lassen und damit den Weg für die Beantragung der Baugenehmigung frei machen wollte.

Pläne immer wieder geändert

Wie bewertet die Stadt diese lange Verzögerung? Dazu heißt es auf Nachfrage: "Ziel der Überarbeitung war ein stimmiger Entwurf, der nach unserer ersten Einschätzung gelungen ist. Das Warten hat sich also gelohnt." Ohne sich auf einen genauen Zeitplan festlegen zu wollen, sei man nun zuversichtlich, dass es "zügig vorangeht". Und: Man gehe nicht davon aus, dass die aktuelle Finanzkrise bei diesem Projekt zu Problemen führen werde.

Seit Bekanntwerden der Hängebrücken-Idee 2016 hatten sich die Pläne immer wieder geändert. Aus den zunächst geplanten 950 Metern wurde nach einer zwangsläufigen Umplanung ein erster Bauabschnitt mit rund 600 Metern – vom Bockshof in der Stadtmitte bis zur Felsnase auf dem Berner Feld. Auf Brückenpfeiler wird verzichtet, stattdessen soll ein großer Pylon die Kräfte aufnehmen. Und an eben diesem wurde zuletzt monatelang getüftelt. Stahlbau-Unternehmer Günter Eberhardt hatte sich dabei nicht aus der Ruhe bringen lassen. "Das dauert halt, bis wir den Diamant geschliffen haben", meinte er im August (wir berichteten).

Jetzt scheint Eberhardt mit den Plänen jedenfalls rundum zufrieden, wie er gegenüber unserer Zeitung deutlich macht: "Die Brücke wird super."