Im Müllheimer Rathaus soll die Untere Ausländerbehörde des Gemeindeverwaltungsverbands ihren Dienstsitz haben. Foto: Anlicker

Monja Müller soll künftig die neu einzurichtende Untere Ausländerbehörde in Müllheim leiten. Was bietet diese?

Mit der voraussichtlichen Erhebung der Stadt Müllheim zur Großen Kreisstadt zum 1. Januar 2027 erhält der Gemeindeverwaltungsverband (GVV) Müllheim-Badenweiler kraft Gesetzes eine Ausländerbehörde. Nun hat die Verbandsversammlung Monja Müller einstimmig zur Leiterin der neu einzurichtenden Unteren Ausländerbehörde gewählt, heißt es in einer Pressemitteilung. Diese Zuständigkeit gilt damit für alle fünf Verbandsgemeinden Auggen, Buggingen, Badenweiler, Müllheim und Sulzburg.

 

6020 ausländische Bürger im Zuständigkeitsbereich

Die Bedeutung der neuen Behörde mit Dienstsitz im Müllheimer Rathaus spiegelt sich in den aktuellen Zahlen wider, heißt es: Stand 20. November 2025 sind im Zuständigkeitsbereich des Gemeindeverwaltungsverbands insgesamt etwa 6020 ausländische Bürger mit Wohnsitz gemeldet. Davon sind rund 3957 Personen Drittstaatsangehörige aus Nicht-EU-Ländern, die übrigen zirka 2063 Personen stammen aus EU-Mitgliedstaaten.

Die neue Behördenstruktur bringt laut der Mitteilung spürbare Verbesserungen für verschiedene Zielgruppen. Als regionale Ansprechstelle soll sie für Betroffene Reise- und Wartezeiten reduzieren und für schnellere Entscheidungen bei Aufenthaltsgenehmigungen, Verlängerungen und Dokumenten sorgen.

Spezialisierte Mitarbeiter bieten verlässliche Beratung und eine kontinuierliche Fallbetreuung, etwa bei Familiennachzug oder Integrationsfragen, heißt es. Standardisierte Abläufe und klare Ansprechpartner sollen Unsicherheiten verringern und die Service-Qualität verbessern.

Die Attraktivität der Verbandsgemeinden für Fachkräfte stärken

Beschleunigte Visa- und Arbeitserlaubnisverfahren sollen für Unternehmen Planungssicherheit bei der Rekrutierung internationaler Fachkräfte schaffen. Einheitliche Ansprechpartner reduzieren administrativen Aufwand für Personalabteilungen und erleichtern die Integration neuer Mitarbeiter, heißt es.

Die künftige Leiterin Monja Müller Foto: Monja Müller

Effiziente Behördenprozesse sollen die Attraktivität aller fünf Verbandsgemeinden Auggen, Buggingen, Badenweiler, Müllheim im Markgräflerland und Sulzburg für ansiedlungs- und arbeitssuchende Fachkräfte stärken.

Neue Behörde soll ihre Arbeit zum 1. Januar aufnehmen

Der Aufbau der neuen Behörde erfolgt stufenweise: Zum 1. Juli ist der Dienstantritt von Monja Müller als Leiterin sowie die Besetzung der stellvertretenden Leitung geplant. Zum 1. Oktober ist vorgesehen, zwei weitere Vollzeitstellen in der Sachbearbeitung zu besetzen. Zum 1. Januar soll die offizielle Arbeitsaufnahme der Unteren Ausländerbehörde erfolgen. Insgesamt sind vier Vollzeitäquivalente vorgesehen.

Aus Sicht des Internationalen Beirats der Stadt Müllheim ist die Ausländerbehörde vor Ort ein großer Gewinn, heißt es in einer entsprechenden Stellungnahme: „Wir als Internationaler Beirat begrüßen die Entscheidung, die Voraussetzungen für eine eigene Ausländerbehörde in Müllheim zu schaffen. Für uns ist das ein wichtiger und längst überfälliger Schritt für die Region.“ Ein Blick auf die Zahlen zeige schnell, worum es geht: Der Bedarf an wohnortnahen Lösungen sei ganz klar da.

Internationaler Beirat begrüßt Einrichtung

„Wir erleben im Alltag immer wieder, wie aufwendig und belastend ausländerrechtliche Verfahren sein können – für die Betroffenen, aber auch für Arbeitgeber, Ehrenamtliche und Vereine. Lange Wege und viel Bürokratie machen es unnötig kompliziert. Eine Behörde vor Ort würde hier wirklich spürbar helfen“, heißt es seitens des Beirats. Eine Ausländerbehörde in Müllheim mache Abläufe einfacher, entlaste Menschen vor Ort und stärke die Integration.

Der internationale Beirat der Stadt Müllheim besteht seit 1994 und ist ein Gremium mit zwölf Mitgliedern, das sich aus vier Gemeinderäten und acht ausländischen Mitbürgern zusammensetzt.