Bei Germania Union/Türkischer SV Pforzheim kehrt keine Ruhe ein. Foto: Rubner

Der Geldwäsche-Verdacht rund um Germania Union/Türkischer SV Pforzheim spitzt sich weiter zu.

Es kehrt einfach keine Ruhe ein: Im Geldwäsche-Verdacht rund um Germania Union/Türkischer SV Pforzheim hat der Zoll einen weiteren Treffer gelandet. Nachdem zunächst im Februar zwei Wohnräume und zwei Firmen durchsucht wurden und im März zehn weitere Objekte hinzukamen, sind die Beamten nun ein drittes Mal ausgerückt. Fünf Objekte wurden diesmal im Zusammenhang mit dem Geldwäsche-Verdacht durchsucht. Dabei wurde ein weiterer Tatverdächtiger festgenommen. Zwei weitere Personen befinden sich seit den Durchsuchungen im März in Untersuchungshaft.

 

Es gibt weitere Verdächtige

Bei den fünf jüngsten Durchsuchungen „konnten Beweismittel, insbesondere edelmetallhaltige Gegenstände mutmaßlich krimineller Herkunft sowie Geschäftsunterlagen sichergestellt werden“, sagt Daniel Schnitzer, Pressesprecher des Stuttgarter Zollfahndungsamtes. Schon die zwei im März festgenommenen Personen hätten seit 2022 aus Straftaten stammende „edelmetallhaltige Stoffe im Wert von mehreren Millionen Euro verschafft und diese weitergegeben oder verwertet“, so Schnitzer. Möglicherweise wird es nicht nur bei diesen drei Festnahmen bleiben – denn die Fahnder hätten noch zwei weitere Tatverdächtige im Auge.

Bekannt wurde der Fall, weil Germania Union/Türkischer SV Pforzheim Anfang Februar vom Stuttgarter Flughafen aus ins Trainingslager in die Türkei fliegen wollte. Der Zoll kontrollierte die Mannschaft bei der Ausreise. Dabei wurde bei 29 Personen Bargeld im Gesamtwert von 215.000 Euro gefunden. Bei den Durchsuchungen im März stellte der Zoll weitere 220.000 Euro sicher.

Vorstand wird neu gewählt

Die dritte Festnahme kommt für Germania Union/Türkischer SV Pforzheim zu einem unglücklichen Zeitpunkt, denn am 25. April hält der Verbandsligist seine Hauptversammlung ab. Dabei sollen alle Posten im Vorstand neu besetzt werden. „Der Verein muss diese Sachen loswerden“, sagt der noch amtierende Vorsitzende Erdal Dalkilic über den Geldwäsche-Verdacht, betont aber auch: „Das hat mit dem Verein nichts zu tun.“

Problematisch ist für Germania Union/Türkischer SV Pforzheim ebenfalls der noch ungeklärte Status der Gemeinnützigkeit. Dem Finanzamt fehlen offenbar seit mehreren Jahren entsprechende Belege. Dennoch hat der Verein, der 2010 aus der Fusion von Türkspor Pforzheim mit Germania Union hervorgegangen ist, von der Stadt Pforzheim seitdem 33.000 Euro an Fördergeldern kassiert – möglicherweise zu Unrecht.

Auch sportlich Rückschlag

Und auch sportlich müssen die „GU-Türken“ derzeit Rückschläge einstecken. Der geplante Aufstieg in die Oberliga gerät nach der jüngsten 1:3-Niederlage beim Tabellenvorletzten Spvgg Neckarelz in die Ferne. Der Rückstand auf Spitzenreiter 1. FC Mühlhausen beträgt nun acht Punkte. Fortuna Heddesheim auf Platz zwei ist allerdings nur vier Punkte entfernt. An diesem Samstag (15.30 Uhr) empfängt der erklärte Pforzheimer Aufstiegsaspirant, der 2016 noch in der Kreisklasse A gespielt hat, den FC Zuzenhausen im Brötzinger Tal.