So soll es aussehen: Das neue Feuerwehrgebäude mit Blick von der L126. Foto: Gaus Architekten

Großes Interesse herrschte im Gemeinderat als die Architekten die Planung für das neue Feuerwehrhaus vorstellten. Es geht voran. Anfang 2026 soll Spatenstich sein.

Ein kleiner Toilettenraum sowohl für Männer als auch für Frauen, die Umkleiden direkt hinter den Fahrzeugen – es geht eng zu in der aktuellen Garage der Freiwilligen Feuerwehr Todtnau.

 

Umso größer war die Freude bei den 20 anwesenden Kameraden, dass der Gemeinderat am Donnerstagabend der Bauantragsplanung und der Kostenschätzung zugestimmt hat. Demnach kann der Bauantrag nun eingereicht und das Projekt auf die Zielgerade geführt werden.

Christian Gaus und Jo Frederik Effenberger vom Architekturbüro Gaus in Göppingen stellten die Planung vor. 42 Projekte für Feuerwehren in ganz Deutschland habe das Büro bereits realisiert, aktuell plane man zehn bis zwölf Feuerwehrgebäude. „Oberste Priorität hat dabei die Funktionalität“, sagt Christian Gaus.

Bei Alarm: Direkte Ausfahrt zur Landstraße

Der Neubau mit einer Bruttogeschossfläche von 2925 Quadratmetern soll hinter dem Busbahnhof und dem Edeka-Markt entstehen. Er gehört zur Überplanung des Busbahnhofareals im Rahmen der Stadtsanierung III. Eine wichtige Neuerung: Die Feuerwehr bekommt eine direkte beschrankte Ausfahrt zu L 126 im Alarmierungsfall. Vom Einsatz zurück fährt sie dann unterhalb des Bahnhofs zu ihrem neuen Gebäude.

Sechs Garagen gehören zur zweigeschossigen Fahrzeughalle. Rückwärtig sind Umkleiden, Sanitärräume, Werkstätten im Erdgeschoss sowie Archiv, Lager und Kleiderkammer im Obergeschoss geplant. Im nördlichen Gebäudeteil gibt es den dreigeschossigen Verwaltungs- und Sozialtrakt mit Besprechungsraum, Funkraum, Lagebesprechung und Büro im Erdgeschoss, Multifunktions- sowie Jugendraum im Obergeschoss sowie Mannschaftsraum mit Küche und Lager im zweiten Obergeschoss. Dem grenzt eine Dachterrasse an.

Auf jeder Ebene gibt es ein WC. Auf der gegenüberliegenden Seite der Fahrzeughalle ist der gleich hohe Fluchtturm angeordnet, welcher auch zu Übungszwecken genutzt werden kann.

Das Gebäude liegt 4,5 Meter niedriger als die L126 und ist deshalb unterkellert, im Untergeschoss befindet sich die Tiefgarage mit 20 Stellplätzen – diese ist öffentlich. Außerdem sind hier der Übungshof sowie Lager- und Technikflächen.

Die Feuerwehr Todtnau freut sich nach der Sitzung des Gemeinderats, dass der Bauantrag für ihr neues Domizil nun gestellt werden kann. Foto: Verena Wehrle

Die Kosten und dieFinanzierung

Auf rund 8,4 Millionen Euro belaufen sich die Gesamtkosten für das neue Feuerwehrgebäude. Dies mache eine Kostensenkung zur ersten Schätzung in Höhe von 1,45 Millionen Euro, freut sich Projektleiter Effenberger. 1,4 Millionen Euro für das Feuerwehrhaus kommen aus dem Ausgleichstock. 640 000 Euro aus Mitteln des Z-Feu (Förderung des Landes) für Stellplätze und 40 000 Euro aus Z-Feu, Netzersatz. Weitere 100 000 Euro werden von Kfw-40 bezuschusst. Der Eigenanteil der Stadt beträgt damit noch rund 5,85 Millionen Euro.

Darin enthalten ist nicht die öffentliche Tiefgarage, die rund 400 000 Euro kostet. Abzüglich der Förderung aus der Stadtsanierung von 180 000 Euro liege der Eigenanteil der Stadt hierfür bei 219 000 Euro.

In der aktuellen Garage ist es auch für die Fahrzeuge sehr eng. (Archivbild) Im neuen Gebäude gibt es sechs Garagen. Foto: Christoph Schennen

Spatenstich soll Anfang 2026 erfolgen

Der Bauantrag soll jetzt eingereicht werden, gleichzeitig stellt der Gemeinderat den Befreiungsantrag von der Versammlungsstättenverordnung. Dem Beschluss wurde mit einer Gegenstimme zugestimmt. Spatenstich für das Gebäude ist laut Effenberger für das erste Quartal 2026 geplant.

Dankesworte von Bürgermeister Oliver Fiedel und CDU-Fraktionsvorsitzender Steffen Lehr gab es vor allem für die Feuerwehr. Gesamtwehr-Kommandant Tobias Lehr gab den Dank zurück und freute sich: „Wir werden eingebunden, können unsere Ideen einbringen und mitwirken.“ Und: „Die heutige Entscheidung ist ein wichtiger Schritt, dass es voran geht.“ Und so stieß das Feuerwehrteam im Anschluss auf das gute Ergebnis der Sitzung an.