Der Lastwagen ist komplett ausgebrannt. Foto: Feuerwehr

Insgesamt 49 Feuerwehrleute aus Oberreichenbach und Bad Liebenzell waren am Freitagabend nahe Würzbach zur Stelle. Eine Autofahrerin ist wohl aufgrund von Übermüdung in den Gegenverkehr geraten und mit einem Lastwagen kollidiert. Bis kurz nach 2 Uhr waren die Rettungskräfte vor Ort.

Während des Viertelfinalspiels der Deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft am Freitagabend gab’s in Oberreichenbach ein Großaufgebot an Feuerwehrleuten. Gegen 18.15 Uhr sei die Freiwillige Feuerwehr Oberreichenbach zum Einsatz alarmiert worden, sagt Kommandant Oliver Rathfelder auf Nachfrage.

 

Aber was ist passiert? Wie die Polizei mitteilt, hat eine 53-jährige Mercedes-Fahrerin einen Unfall verursacht. Sie sei auf der Kreisstraße 4325 aus Richtung Würzbach unterwegs gewesen, „als sie offenbar aufgrund von Übermüdung in den Gegenverkehr geriet“, so die Polizei. Und weiter: „Trotz Ausweichbewegung des entgegenkommenden 55-jährigen Lkw-Fahrers konnte eine Kollision der Fahrzeuge nicht verhindert werden. Hierdurch geriet der Lkw in Brand.“

Mit Schaum gelöscht

Insgesamt 49 Feuerwehrleute versuchten dann mit vereinten Kräften, den Brand zu löschen. Mit vier Fahrzeugen und 45 Mann war die Feuerwehr aus Oberreichenbach vor Ort, mit einem Wagen und vier Mann die Feuerwehr Bad Liebenzell, sagt Kommandant Oliver Rathfelder. Die Truppe habe den Lastwagen mit Schaum gelöscht – doch trotzdem sei dieser vollständig abgebrannt.

Beide Beteiligte erleiden Verletzungen

Wie die Polizei in ihrer Mitteilung schreibt, wurde die 53-Jährige mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Der 55-Jährige habe leichte Verletzungen erlitten. Zwei Rettungswägen und ein Notarztwagen – insgesamt sechs Einsatzkräfte – waren zur Stelle, sagt Michael Rentschler, Leiter der Integrierten Leitstelle und stellvertretender Leiter des Rettungsdienst des DRK-Kreisverbands Calw.

Vollsperrung bis Samstagmittag

Natürlich wurde die Strecke am Freitagabend für den Verkehr erst einmal voll gesperrt. Laut Rathfelder habe sich das noch bis Samstagmittag um 13 Uhr gezogen – erst dann sei die Straße wieder befahrbar gewesen. Einige Feuerwehrleute seien am Freitagabend bis kurz nach 2 Uhr in der Nacht vor Ort gewesen, bis die Fahrzeuge geborgen wurden. Es hätte teilweise auch noch immer gequalmt aus dem Lastwagen.

Diesel-Tank des Lastwagens geschmolzen

Bis die Strecke aber wieder frei war, musste der „Graben abgegraben“ werden, da der „Schaum sonst ins Erdreich“ gelange, erklärt Rathfelder. Außerdem musste überprüft werden, ob und wie viel Diesel ins Erdreich gedrungen sei, da der Aluminium-Tank des Lkws geschmolzen sei.

Sachschaden im sechsstelligen Bereich

Laut Polizei sei ein Sachschaden im unteren sechsstelligen Bereich entstanden. Abschließend heißt es in der Mitteilung der Beamtem: „Müdigkeit am Steuer bedeutet ein erhebliches Unfallrisiko. Das Konzentrationsvermögen wird durch wenig Schlaf beeinträchtigt; schwierige Verkehrssituationen werden eventuell nicht rechtzeitig wahrgenommen oder richtig darauf reagiert.“

Und weiter: „Gefährdet oder schädigt ein übermüdeter Fahrer andere Personen oder Sachen von bedeutendem Wert, hat dieser mit ähnlichen Sanktionen zu rechnen wie bei gleichgelagerten Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss.“ Wie Polizeipressesprecher Benjamin Koch auf Nachfrage erklärt, verbirgt sich hinter den Sanktionen eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe, wenn der Tatbestand erfüllt ist.