Ein weiteres Quartier in der Hechinger Kernstadt darf sich über schnelleres Internet freuen. In der Nähe des Gymnasiums werden dafür drei Millionen Euro investiert.
Los geht das eingraben der Glasfaserkabel bereits die nächsten Tage an der Fürstin-Eugenie-Straße. Am Meisenbächle, Bozener Straße, Prager Straße, Kärntner Straße und Wiener Straße werden folgen. 165 Gebäudeanschlusspunkte sind in dem Gebiet möglich: Auf drei Kilometer Länge wird die Glasfaserleitung verlegt. In den nächsten Tage müssen die Anwohner entscheiden, ob sie mitmachen wollen.
Die Verlockung das zu tun ist groß, denn wer gleich mitmacht, für den ist der Anschluss kostenlos. Und aktuell passen in dem Quartier fast überall weniger als 30 MB durch die Leitungen. Das ist zu wenig Leistung, um zu streamen oder gut im Homeoffice arbeiten zu können. Mit der neuen Glasfaserleitung ist dann alles möglich, was heutzutage im Angebot ist. Die konkreten Internet-Angebote laufen dann über die Zollernalb-Data.
Hechingen muss sich an den drei Millionen Euro Kosten nicht beteiligen
Glücksfall für Hechingen: Die Stadt muss für diese Verbesserung der Infrastruktur nichts bezahlen: Der Bund zahlt 1,5 Millionen Euro Zuschüsse, das Land 1,2 Millionen, und die OEW Breitband, die Auftraggeber für das Projekt ist, übernimmt 300 000 Euro der Kosten. Mittlerweile wäre mit solchen Zuschüssen aber nicht mehr zu rechnen, stellte Karl Wolf, Dezernatsleiter im Landratsamt, beim Spatenstich-Fest fest. „Wer hier plant, braucht eine hohe Frustrationstoleranz“, meinte er. Bund und Ländern gehe das Geld aus. Förderangebote würden teilweise völlig unerwartet beendet. „Dann hat man ein halbes Jahr in die Anträge investiert, und dann war das alles umsonst“.
Beim Glasfaserausbau hat die Stadt noch viel zu tun
Hechingen hat mittlerweile zwar schon große Fortschritte beim Glasfaserausbau gemacht, aber Caren Wagner, die bei der Stadt den Ausbau plant, erklärte, dass aktuell kaum mehr als zehn Prozent der Ausbaupläne umgesetzt sind. Bürgermeister Philipp Hahn, der zum Spatenstich gekommen war, konnte das aus eigener Erfahrung bestätigen. In Bechtoldsweiler, wo er wohnt, ist ein geplanter Ausbau verschoben worden. Dennoch liegen auf Hechinger Gemarkung nicht 90 Prozent der Haushalte im Internet-Loch, denn es gibt auch andere Betreiber und Techniken, die in vielen Teilen halbwegs zufriedenstellende Leistungen bereitstellen. Ideal aber wäre Glasfaser, da sind sich alle einig.
Anwohner werden in den nächsten Tagen intensiv auf Angebot hingewiesen
Im Quartier hinter dem Hechinger Gymnasium wird das nun verlegt. Die Anwohner werden da die nächsten Tage noch mehrfach befragt, ob sie mitmachen wollen, und die Bauarbeiten werden von der Firma Leonhard Weiss möglichst schonend vorgenommen. Das Materiallager ist auf dem First-Gelände untergebracht. Gegraben wird überwiegend an der Bordsteinkante entlang. Was morgens aufgebaggert wird, soll in der Regel abends wieder zugeschüttet sein und nach einer Woche zugeteert. Und Anwohner, die einen Anschluss wollen, werden beraten, wie ein Anschluss an ihr Haus möglichst schonen verlegt werden kann.
Stadt plant Glasfaserausbau in Zollernstraße und Bisinger Straße
Auch die Stadt Hechingen wird übrigens in den Glasfaser-Ausbau investieren. Da geht es nächstes Jahr los. Bei der Sanierung der Zollernstraße werden ohnehin gleich Leerrohre verlegt, und auch beim Bau des Fahrradwegs an der Bisinger Straße wird die Gunst der Stunde genutzt werden, um da Leitungen zu verlegen.