Der Kampf zwischen Römern und Alemannen im Jahr 368 nach Christus beschäftigt die Historiker. Vielleicht fand sie sogar bei Sulz statt.
„Wo liegt Solicinium?“. Nicht nur der Glatter Heimatforscher Siegfried Esslinger stellt sich diese Frage. Andere frühere heimatkundliche Forscher wie der Marschalkenzimmerner Pfarrer und Chronist Friedrich August Pfarrer Köhler, aber auch Historiker der Universität Tübingen haben sich damit beschäftigt.
Es geht um eine wohl bedeutsame Schlacht zwischen Römern und Alemannen im Jahr 368 nach Christus. Bedeutsam auch deswegen, weil der römische Kaiser Valentinian höchst persönlich diesen Feldzug angeführt und dabei fast sein Leben verloren hatte.
Ein großer Feldzug
Die Römer hatten sich in Sulz im heutigen Wohngebiet Kastell niedergelassen und dort eine Befestigungsanlage mit „Vicus“ gebaut. Um die Mitte des 3. Jahrhunderts wurde sie aufgegeben – also etwa 100 Jahre vor der Schlacht bei Solicinium. Möglicherweise hatten die Römer dieses Gebiet aber immer noch nicht ganz aufgegeben.
Was sich auf einem Höhenrücken abgespielt hat, erzählt der römische Geschichtsschreiber Ammianus Marcellianus. Demzufolge ist der Feldzug sorgfältig geplant worden. Der Chronist schreibt, dass eine große Truppenmasse für diese Expedition zusammengezogen worden ist.
Ein schroffer Berg
Das Heer zog mit dem Kaiser Valentinian zunächst ohne Widerstand über den Rhein in alemannisches Gebiet, bis die Truppe zu einem Ort namens „Solicinium“ kam. Nach dem Bericht der Universität Tübingen soll es sich hier mit „allerhöchster Wahrscheinlichkeit“ um eine wichtige alemannische Höhensiedlung gehandelt haben.
Aus Ammians Chronik geht nicht eindeutig hervor, wo sich dieser Ort befand. Er berichtet aber von einem schroffen und nahezu unzugänglichen Berg, den der Kaiser selbst in Augenschein nehmen wollte. Dabei wurde ihm ein Hinterhalt gelegt, dem er auf sumpfigen Gebiet nur entkam, weil er seinem Pferd die Sporen gab.
Schauplatz des Gemetzels
Der Kammerherr, der den vergoldeten Helm des Kaisers trug, konnte nicht entkommen. Er fand vermutlich den Tod. Den römischen Soldaten gelang es schließlich, mit großer Anstrengung den Berg zu bezwingen. Es begann ein erbitterter Kampf mit hohen Verlusten auf beiden Seiten. Die Römer behielten zwar die Oberhand, zogen sich dann aber in ihr Winterquartier nach Trier wieder zurück.
Ob der Höhenzug zwischen Weiden und Fischingen Schauplatz dieses Gemetzels war, ist in der Forschung strittig. Neben Sulz kommen dafür sechs weitere Orte, unter anderem Heilbronn, Heidelberg und der Sülchen bei Rottenburg, in Frage.
Siegfried Esslinger würde sich jedenfalls wünschen, wenn die archäologischen Forschungen auf dem Langebuch fortgesetzt und möglicherweise neue Erkenntnisse gewonnen würden.