Die Auswertungen von Beobachtungen und Spuren zeigen, dass gleich mehrere Wölfe im Kreis Freudenstadt unterwegs waren. Auch der Riss eines Schafes kann einem Wolfstyp zugeordnet werden.
Waren in den vergangenen Monaten im Kreis Freudenstadt gleich vier Wölfe unterwegs? Darauf deuten neue Spuren und Nachweise sowie vergangene Belege hin.
Darüber hinaus steht nun fest, dass der Riss eines Schafes (und die Verletzung eines weiteren Schafes) in Wörnersberg von einem Wolf des HW02-Haplotyps verursacht wurde. Das ergab die Untersuchung von Abstrichproben am Senckenberg-Zentrum für Wildtiergenetik. Damit steht auch fest: Es war nicht der zum Abschuss freigegebene Hornisgrinde-Wolf (GW2672m/HW01) und auch nicht der „Wolf vom Waldachtal“ (GW5057m/HW22).
In Frage kommt aber der sogenannte Enztal- oder auch Murgtal-Wolf GW4811 mit Haplotyp HW01. „Die Untersuchung von Proben ist in diesem Fall noch nicht abgeschlossen, so dass das Individuum gegebenenfalls noch ermittelt werden kann“, so das Senckenberg-Zentrum.
Auch für die zwei toten Schafe in der Gemeinde Seewald im Landkreis Freudenstadt ist ein Wolf mit dem Haplotyp HW02 als Verursacher verantwortlich, wie die Auswertungen ergeben haben. Auch hier sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen.
Beobachtungen und genetische Spuren
Die aktuellen Daten stammen aus dem Wolfsmonitoring der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA-Wildtierinstitut). Beobachtungen und genetische Spuren zeigen, dass die Tiere in mehreren Gemeinden unterwegs sind, darunter Baiersbronn, Pfalzgrafenweiler, Schopfloch und Dornstetten.
Gleiche mehrere Funde und Hinweise gibt es zum männlichen Wolf mit der Kennung GW5057m (HW22), dem „Wolf vom Waldachtal“. Dieser wurde nach vorherigen Spuren und Sichtungen am 12. Januar 2026 in Baiersbronn nachgewiesen – sowohl über Urinproben als auch durch einen Riss eines Rotwildkalbs. Ein weiteres Mal tauchte dieser Wolf am 6. November 2025 in Dornstetten auf, wo Losung gefunden wurde, die genetisch dem Haplotyp HW22 zugeordnet werden konnte.
Wolfsmädchen hinterlässt Spur
Parallel dazu wurden Spuren einer Fähe mit der Kennung GW4816f (HW01) entdeckt. Spannend dabei: Sie hinterließ Losung und Urinproben unter anderem in Pfalzgrafenweiler (16. November 2025) und Forbach (3. Januar 2026). In Forbach waren zwei Wölfe zusammen durch eine Fotofallenaufnahme dokumentiert. Ausschließen kann man wohl, dass es sich dabei um zwei männliche Wölfe handelt, weil diese ihr Revier eher jeweils verteidigen. Allerdings muss es noch einem weiteren Nachweis geben, bevor man von einem Paar reden kann, so das Institut.
Auch der zum Abschuss freigegebene Hornisgrinde-Wolf war in der Vergangenheit im Landkreis Freudenstadt unterwegs. Damit könnten aktuell vier Wölfe im Kreis Freudenstadt nachgewiesen worden sein. Allerdings: Die Tage des Hornisgrinde-Wolfes könnten gezählt sein, nachdem das Verwaltungsgericht Stuttgart die Klage der Naturschutzinitiative e. V. abgewiesen hat.
In den Landkreisen Freudenstadt, Rastatt und Baden-Baden werden die Bewegungen der Tiere kontinuierlich dokumentiert, um sowohl Schutzmaßnahmen für Menschen und Nutztiere zu planen als auch Erkenntnisse über Wolfspopulationen zu gewinnen.
Die FVA weist darauf hin, dass Beobachtungen jederzeit gemeldet werden können, telefonisch unter 0761/401 82 74 (Bereitschaftszeiten: täglich von 8 bis 18 Uhr). Weitere Informationen zum Wolfsmonitoring in Baden-Württemberg sind auf der Internetseite des Umweltministeriums verfügbar.