Der Hundehalter muss seine Tiere abgeben. Unser Bild zeigt die Nummer des Beschuldigten mit seinen Tieren bei der Premiere der Winter-Zirkus-Show im November 2025. Foto: Piskadlo

Die Hunde, die für eine Europa-Park-Show misshandelt worden sein sollen, müssen nicht zum Halter zurück – so das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Schleswig-Holstein.

Sie sollen in zu kleinen Käfigen gehalten und misshandelt worden sein: Zwölf Hunde eines Dompteurs, der im Rahmen einer Zirkus-Show des Europa-Parks Kunststücke mit den Vierbeinern vorführte, sollen nun ein neues Zuhause finden. Dafür gab das Oberverwaltungsgericht Schleswig-Holstein grünes Licht. Die Hunde sind bereits seit Mitte Januar in Tierheimen untergebracht, nachdem rund einen Monat zuvor ein Video veröffentlich wurde, das die Haltungsmängel aufdeckte (wir berichteten mehrfach).

 

Demnach ist es laut dem Oberverwaltungsgerichts erwiesen, dass die Vierbeiner unter schlechten Umständen gehalten wurden. Teilweise seien die Tiere in zu kleinen und zu kalten Zwingern gehalten worden. Es hätten auch nicht alle Tiere Zugang zu Wasser gehabt und einige Hunde seien nass gewesen ohne sich trocken reiben zu können. Auch das Video, auf dem der Dompteur die Hunde beim Training mit einem Seil schlage, führe zu großer Angst und Leiden bei den Hunden, ist in der Mitteilung des Oberverwaltungsgerichts zu lesen. Zwar habe der Beschuldigte die Schläge eingeräumt. Seine fehlende Einsicht, dass dies keine angemessene Trainingsmethode darstelle, belege jedoch nach Auffassung der Amtstierärzte „die fehlende Sachkunde als Hundehalter“. Dieser Einschätzung schloss sich die Kammer an. Laut Gerichtsbeschluss habe der Dompteur sogar während der Behördenkontrolle einem Hund mit den Worten gedroht: „Wenn du nicht ruhig bist, bekommst du wieder was auf den Arsch.“ Gegen den Beschluss kann innerhalb von zwei Wochen Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht eingelegt werden.

Beschuldigte hat die Schläge eingeräumt

Die Tierschutzorganisation Peta begrüßt die Wegnahme der Tiere und den Beschluss aus Schleswig-Holstein, der den sofortigen Verkauf der Tiere ermöglicht. „Wir sind froh, dass die misshandelten Hunde endlich in Sicherheit sind, und hoffen, dass sie nun schnell die Chance auf ein liebevolles Zuhause bekommen“, so Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsindustrie, in einer Mitteilung. „Der Fall zeigt auch, dass kein Tier in eine Zirkusshow gehört.“