Bei unveränderten Plänen wollen die Eigentümer laut Bürgerinitiative „Bürgerinfo Althengstett“ ihre Flächen nicht für eine Erweiterung der Graf-Zeppelin-Kaserne verkaufen.
„Wir sind nicht gegen das KSK“, machte Jürgen Kopp als Sprecher der Bürgerinitiative (BI) „Bürgerinfo Althengstett“ gleich zu Beginn der Informationstour zur geplanten Erweiterung des KSK-Bundeswehrgeländes am Sonntagnachmittag deutlich.
Dass das Gelände Graf-Zeppelin-Kaserne aber um mehr als 23 Hektar in Richtung Althengstett wachsen soll, gefällt ihm und den anderen BI-Mitstreitern überhaupt nicht. „Nicht aus politischen Gründen“, wie er sagte. „Vielmehr geht es uns um den Flächenverbrauch, die Ansicht vom Ort her und um den Erhalt von landwirtschaftlichen Flächen.“
Bürgerinitiative will kleinere Kasernen-Erweiterung
Knapp 100 Interessierte waren trotz Regens und Kälte zu der Infoveranstaltung gekommen, um sich über die Dimension der geplanten Kasernenerweiterung zu informieren. Nach Einschätzung der Bürgerinitiative kann und muss das für die Erweiterung überplante Areal kleiner werden. Zumal auf einem Teilbereich laut Kopp rund 400 Parkplätze entstehen sollen.
Nach Bekanntwerden der Pläne für die Kasernenerweiterung im Herbst war die BI kurz darauf im Dezember 2024 gegründet worden. Ihr gehören vor allem viele Grundstückseigner an, deren Flächen der Bund erwerben will.
Je Quadratmeter sollen die Eigentümer 2,40 Euro für landwirtschaftliche Flächen erhalten. Für Wiesengrundstücke will der Bund je Quadratmeter laut Kopp 1,70 Euro bezahlen.
Die etwa 50 Eigentümer, denen die bislang identifizierten 80 von 112 Grundstücken gehören, haben sich laut Kopp aber gegen einen Verkauf ausgesprochen. Dies auch, um den Druck gegenüber der in Mannheim sitzenden Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BimA) zu erhöhen.
„Dann werden wir uns auch dafür stark machen“
Wenn die Erweiterungspläne noch einmal überarbeitet und die Flächen reduziert würden, „dann werden wir uns auch dafür stark machen, dass die Eigentümer der benötigten Grundstücke verkaufen“, erläuterte Kopp mit dem BI-Sprecher Eberhard Weiss.
Rund 11,5 Hektar, und damit die Hälfte der Fläche, sollen nach den seit 2014 entwickelten Plänen bebaut werden. Etwa die gleiche Fläche soll – Richtung Althengstett liegend – zur Ausgleichsfläche werden.
Dies sehen die Vertreter der BI kritisch. Ihre Befürchtung: zu einem späteren Zeitpunkt könnten womöglich andernorts Ausgleichsflächen gesucht „und dann die Fläche ebenfalls bebaut werden“.
Kritisch werde die Erweiterung auch vom Landkreis sowie vom Regionalverband gesehen. Wenig erfreulich für die BI aber: Die angesprochenen Bundes- und Landespolitiker hätten signalisiert, dass sie in der Sache wenig tun könnten.
Klaus Mack (CDU), der auch Vorsitzender des Regionalverbands ist, habe wenigstens darum gebeten, „dass wir eine Stellungnahme abgeben, was wir möchten“.
Der für die Maßnahme vor Ort zuständige Standortälteste Oberst Peter Küpper habe Verständnis für den Missmut gezeigt. Mit ihm sei man in einem guten Dialog, so Kopp. Man habe ihm daher auch verschiedene Alternativen aufgezeigt.
Planer sollen „zurück ans Reißbrett gehen“
„Wir wollen, dass die Bundeswehr das Gelände verdichtet, da das Pflichtenheft schon vor Jahren geschrieben wurde“, so Weiss. Er fordert, dass die Planer „zurück ans Reißbrett gehen“, und Alternativen mit geringerem Flächenverbrauch entwickeln.
Dass die Erweiterung vor allem auf Althengstetter Gemarkung erfolgen soll, stößt vielen Bewohnern der Gäugemeinde sauer auf. Nicht zuletzt, weil dann das jetzige Landschaftsbild für immer zerstört sei.
Um den Druck gegenüber den Behörden zu erhöhen, sollen möglichst viele Bürger dafür gewonnen werden, eine Petition gegen die Erweiterung nach jetzigen Plänen zu unterschreiben.
Außerdem sollen die Bürger auch darüber informiert werden, welche Auswirkungen zu erwarten seien. So werde künftig der aus Richtung Stuttgart kommende Verkehr durch den Ort fließen, denn eine Abbiegemöglichkeit beim Bahnübergang Richtung Calw sei nicht vorgesehen.