„Im Hau“ kann es jetzt richtig losgehen (Archivfoto). Foto: Karl Ulrich Schneider

Im Calwer Landratsamt war dieser Schritt erwartet worden, nun teilte es auch das Regierungspräsidium Karlsruhe offiziell mit. Der Planfeststellungsbeschluss – vereinfacht gesagt die Genehmigung, um bauen zu dürfen – für den Abschnitt bei Heumaden wird am Mittwoch erlassen.

Damit die Hermann-Hesse-Bahn im buchstäblichen Sinne Fahrt aufnehmen kann, fehlt im Grunde nicht mehr viel – zumindest in baulicher Hinsicht.

 

Große Brocken stellen lediglich noch die Trennwandkonstruktionen in den Tunneln (Fledermausschutz) sowie Gleisbaumaßnahmen und die Sanierung einer Stützmauer „Im Hau“ bei Heumaden dar. In beiden Fällen zog und zieht sich jedoch das Genehmigungsverfahren seit Jahren.

Doch auch an dieser Genehmigungsfront zeigte sich das Calwer Landratsamt zuletzt zuversichtlich.

„Die vorläufige Anordnung für den Bau der Trennwandkonstruktion ist am Donnerstag den 17. April 2025 eingegangen“, berichtete Janina Haußmann, Sprecherin des Landratsamtes Calw, erst vergangene Woche auf Anfrage unserer Redaktion. Die Bauarbeiten hätten in den Voreinschnitten bereits begonnen, die endgültige Genehmigung werde im Juli erwartet.

Landratsamt behält Recht

Für „Im Hau“ – hier geht es um den Schutz strengstens geschützter Steinkrebse – rechnete die Behörde am 30. April mit dem Abschluss des Verfahrens. Und behält Recht.

Wie das Regierungspräsidium Karlsruhe am Montag mitteilte, werde an diesem Mittwoch, 30. April, der Planfeststellungsbeschluss für den besagten Streckenabschnitt erlassen. Dieser Beschluss, samt Planungsunterlagen, werde ab 2. Mai auf der Internetseite des Regierungspräsidiums veröffentlicht. Damit besteht nun auch für den vorletzten Abschnitt der Strecke das Baurecht.

Die Planfeststellung für „Im Hau“ wurde indes bereits im Jahr 2016 beantragt.

Der Kreis Calw hatte den Streckenabschnitt Weil der Stadt – Calw zum 1. Januar 1994 von der Deutschen Bundesbahn übernommen und strebt seitdem die Reaktivierung an. Der Eisenbahnbetrieb war hier im Jahr 1988 eingestellt worden.

„Gegenstand der nun genehmigten Maßnahmen sind insbesondere die Veränderung der Stützmauern durch eine Übernetzung (bahnrechts), beziehungsweise die teilweise Herstellung einer Mauerwerksschale (bahnlinks) sowie die Reprofilierung der Gräben und der Neubau einer Rettungszufahrt“, erklärt die Karlsruher Behörde.

Bahnbetrieb ab Dezember 2025?

„Im Hinblick auf den Natur- und Artenschutz sind umfangreiche Maßnahmen vorgesehen. Dies betrifft insbesondere die prioritären Lebensraumtypen Kalktuffquellen und den Steinkrebs. Bezüglich dieser beiden Arten war im Verfahren auch die Einholung einer Stellungnahme durch die EU-Kommission notwendig.“

Das Landratsamt Calw rechnet aktuell damit, den Bahnbetrieb im Dezember 2025 aufnehmen zu können.