Die letzten Bewohner ziehen in Kürze aus den Wetzel-Hallen in der Wyhlener Solvay aus. Der Landkreis Lörrach schließt die Gemeinschaftsunterkunft nach zwei Jahren.
Betreiber der Einrichtung ist der Landkreis Lörrach. Die Einrichtung wurde erstmals im Juni 2024 belegt und bot zeitweise Platz für bis zu 125 Menschen. Der Rückbau werde voraussichtlich bis März abgeschlossen sein, heißt es in einer Mitteilung des Landkreises.
Niedrige Zugangszahlen
Die Zugangszahlen Geflüchteter bewegen sich laut Landkreis weiterhin auf einem stabilen, relativ niedrigen Niveau. Seit Jahresbeginn 2025 werden dem Landkreis durchschnittlich 22 Personen pro Monat zugewiesen. Auch für 2026 wird nicht mit einem deutlichen Anstieg der Zugangszahlen gerechnet. Vor diesem Hintergrund könne die zuvor verdichtete Belegung der Gemeinschaftsunterkünfte wieder aufgehoben werden. Ab dem 1. Januar stehen allen Bewohnern wieder die gesetzlich vorgeschriebenen sieben Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Die Gesamtkapazität der Gemeinschaftsunterkünfte werde hierdurch deutlich reduziert.
Seit Jahresbeginn erreichen durchschnittlich 32 Menschen aus der Ukraine monatlich den Landkreis – allerdings mit erheblichen Schwankungen: Im April kamen lediglich vier Personen, im September hingegen 68. Die weitere Entwicklung bleibt kaum vorhersehbar und hängt vom weiteren Verlauf des Krieges, den nun wieder aufgenommenen Friedensverhandlungen sowie der Versorgungssituation in der Ukraine, insbesondere im Winter, ab. Unklar ist zudem, wie sich die beabsichtigte Rücknahme des Rechtskreiswechsels auf die Fluchtbewegung aus der Ukraine auswirken wird. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen Flüchtlinge aus der Ukraine, die ab dem 1. April 2025 erstmals eine Aufenthaltserlaubnis nach § 24 Aufenthaltsgesetz (Massenzustromrichtlinie) erhalten oder erhalten haben, künftig Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten.
Kapazitäten je nach Bedarf
Der Landkreis Lörrach beobachtet die weitere Entwicklung der Zugangszahlen genau und wird bei Bedarf seine Kapazitäten entsprechend anpassen, heißt es in der Mitteilung weiter. Bei gleichbleibenden Zahlen sei ein weiterer Abbau von Kapazitäten absehbar.
Abzüglich der ehemaligen Wetzel-Halle in Wyhlen betreibt der Landkreis aktuell zehn GUs, in denen derzeit insgesamt 928 Menschen leben.
Zwar sinken im Kreis die Zahlen neuankommender Asylbewerber, doch werden im Umkehrschluss immer mehr Menschen aus den GUs an die Kommunen zur Anschlussunterbringung weiterdelegiert. In Grenzach-Wyhlen entstehen deshalb in Kürze Wohncontainer. In der Solvay.