Der Rangendinger Gemeinderat hat sich mit dem Thema Windkraft befasst. Foto: Pixabay

Die Bürgerinitiative Gegenwind Hohenzollern hat den Gemeinderat Rangendingen im März auf die Situation in Uhingen-Baiereck (Kreis Göppingen) aufmerksam gemacht. Das Gremium war vor Ort, um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen.

Photovoltaik und Windkraft – zwei Themen, die den Rangendinger Gemeinderat umtreiben. Insbesondere die Windkraft löst Kontroversen aus, wie sich bei der Gemeinderatssitzung vom März zeigte. Weniger konfliktreich ist ganz offensichtlicher das Thema Freiflächen-Photovoltaik. Der Gemeinde Rangendingen erhebt keine Einsprüche gegen die Ausweisung einer Fläche für Solarenergie.

 

Die Fläche hat 16 Hektar und befindet sich auf dem „Postenbühl“ an der L410 Richtung Haigerloch. Wie Bürgermeister Manfred Haug berichtete, befindet sich der Bereich im Besitz und damit im Zugriff der Gemeinde. Auf Nachfrage aus dem Gremium teilte er mit, dass die Äcker teils verpachtet sind. Es gilt, „landwirtschaftliche Flächen zu schützen so gut es geht“, sagte Haug. Heißt übersetzt ausgedrückt: Die Wahrscheinlichkeit, dass dort je eine Solaranlage gebaut wird, kann man als gering einstufen.

„Wir möchten solche Probleme in Rangendingen nicht“

Der Gemeinderat hat aus Anlass der Diskussionen um Flächen für Windkraft Uhingen-Baiereck im Landkreis Göppingen besucht. Die Bürgerinitiative Gegenwind Hohenzollern hatte zuvor in der Gemeinderatssitzung vom 17. März auf die Lage dort aufmerksam gemacht. Wie Haug berichte, sei der Ort topographisch ähnlich gelegen wie Rangendingen. Auf Gemarkung der Nachbargemeinde sind dort Windräder errichtet worden. Projektiert wurden sie vom Unternehmen Uhl Windkraft (das auch Anlagen in Grosselfingen aufstellen will).

Wie Haug berichtete, sei er „erschrocken“, mit welchen Problemen die Leute dort seither zu kämpfen haben. Problem sei vor allem der Lärm, der von den Anlagen ausgehe, berichtet Haug. Haug: „Wir möchten solche Probleme in Rangendingen nicht.“ Die Windräder in Baiereck stehen, wie Haug berichtet, aufgrund des von ihnen verursachten Lärms seit mehreren Monaten still.

Beim Thema Lärm gehe es nicht unbedingt um die räumliche Nähe zu den Windkraftanlagen. Lärm entstehe auch, wenn man weiter weg stehe. Ein unabhängiges Institut habe festgestellt, dass sich 95 Prozent der teilnehmenden Bürger – das waren über 70 Prozent – stark oder sehr stark durch die Windkraftanlagen belästigt fühlten.

Überall rund um Rangendingen könnten Windkraftanlagen entstehen

Haug appellierte, die Vorgänge im Hinblick auf die Windkraft, „sachlich und neutral“ zu begleiten, zumal Rangendingen in den Fokus rückt, mit Flächen bei Höfendorf, Weilheim und auf dem Schlechtenhard. Er warnte vor einer „Belastung für Mensch und Natur“, zumal fast in jeder Richtung rund um Rangendingen in Zukunft Windräder stehen können.

Haug: „Wir wünschen uns, dass das professionell gemacht wird.“ Gleichwohl stellte er auch klar: „Wir entscheiden über nichts, über gar nichts.“ Ob Windräder auf anderen Gemarkungen oder auf nicht gemeindeeigenen Flächen gebaut werden, darauf hat Rangendingen keinen Einfluss. Tatsächlich stehen Gemeinde und Gemeinderat dem potenziell möglichen Bau von Windrädern wie ohnmächtig gegenüber.