Der Geldautomat in Triberg ist zwar gesprengt worden – Geld hat der Täter aber offenbar trotzdem nicht erbeutet. Foto: Marc Eich

Nicht einmal einen Monat nach der Sprengung von zwei Geldautomaten in Triberg und Baiersbronn haben die Ermittler wohl einen konkreten Tatverdacht. Die Spur führt ins nahe Ausland.

Was zunächst als loser Verdacht im Raum stand, scheint sich zu bewahrheiten: Die Sprengungen von Geldautomaten in Triberg und Baiersbronn hängen zusammen. Das bestätigen nun die Ermittlungsbehörden auf Anfrage.

 

Zur Erinnerung: Binnen 48 Stunden wurden Ende Oktober zwei Geldautomaten in Triberg und dem Baiersbronner Teilort Obertal gesprengt. Beide Taten weisen auffällige Parallelen auf: Die Automaten standen jeweils im Außenbereich an gut zugänglichen Gebäuden, die Tatorte liegen an Durchgangsstraßen, und die Täter schlugen jeweils frühmorgens zwischen 4 und 4.30 Uhr zu. In beiden Fällen blieb es – abgesehen vom Gerät – beim Sachschaden. An Bargeld gelangten die Täter nach bisherigen Erkenntnissen wohl nicht.

In Obertal fiel die Sprengkraft offenbar zu gering aus, um das Innere des Automaten zu öffnen. In Triberg nutzten die Täter „bislang unbekannte pyrotechnische Gegenstände“ und flüchteten laut Zeugen nach zwei lauten Detonationen in Richtung Kurhaus, vermutlich weiter mit einem Fahrzeug. Die Polizei prüft aufgrund der zeitlichen und räumlichen Nähe eine Verbindung der beiden Fälle und arbeitet dabei präsidiumsübergreifend zusammen, hielt sich zunächst mit Details jedoch aus einsatztaktischen Gründen bedeckt.

Bis jetzt. Wie Polizeisprecher Daniel Brill gegenüber unserer Redaktion erklärt, gehen die Ermittler nach aktuellem Stand von einem Einzeltäter aus, der für die Sprengungen in Baiersbronn und Triberg verantwortlich ist. Handelt es sich – anders als in früheren Fällen – demnach nicht um eine Gruppe aus dem Bereich der organisierten Kriminalität? Unklar.

Immer häufiger Spuren nach Frankreich

Jedenfalls scheinen die Ermittler bereits früh einen konkreten Tatverdacht zu haben. Das lässt der Polizeisprecher durchscheinen. Seinen Angaben zufolge führen die Ermittlungen nach Frankreich. Eine Spur, die bei solchen Fällen immer öfter eine Rolle spielt.

Bereits im Sommer erklärte das Landeskriminalamt, dass Kriminelle zunehmend Frankreich als logistischen Ausgangspunkt und Rückzugsraum nutzen. Dennoch stammen die Täter laut Innenministerium nach wie vor überwiegend aus den Niederlanden.

Enge Zusammenarbeit der Behörden

Dass nun Frankreich immer häufiger in den Fokus gerät, dürfte ein Zusammenrücken der jeweiligen Ermittlungsbehörden im Kampf gegen derartige Kriminalität bedeuten. Denn in den Fällen aus Triberg und Baiersbronn gebe es einen „engen Austausch der Behörden in Frankreich und Deutschland“, um die Ermittlungen voranzutreiben. Die Luft für den Täter könnte also langsam dünn werden.